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ApitherapieBienen heilen Allergien - wie geht das?

von MDR SACHSEN - Das Sachsenradio

Stand: 02. Mai 2022, 12:00 Uhr

Von Heuschnupfen geplagte Menschen können ein Lied davon singen: Jetzt startet wieder die belastende Allergie-Zeit. Dagegen hilft Bienenstockluft. Manja Kraus klärt über die sogenannte Apitherapie auf.

So langsam wird es warm genug: Die Bienen fliegen und füllen ihre Vorratskammern mit frischen Blütenpollen, Nektar und Propolis* auf. Das alles macht die besondere Luft im Bienenstock aus. Und genau diese Luft kann Allergikern helfen.

Die Idee dazu hatte im Jahr 2016 der Imker Jürgen Schmiedgen aus Crottendorf im Erzgebirge. Er entwickelte den ersten Prototypen eines wunderbaren Medizingerätes. 2019 wurde der besondere Inhalator nach einer längeren Studie schließlich als medizinisches Gerät zugelassen.

Heilung durch Bienen - wie funktioniert das?

Der Inhalator wird auf den Bienenstock aufgesetzt und saugt genau zehn Liter pro Minute aus dem Stock ab und gibt diese Luft zum Atmen für den Patienten frei. Das Gerät nutzt auch Daniel Morgenstern, der von Allergien geplagt ist. Für ihn ist die Inhalation eine Möglichkeit, wieder beschwerdefrei leben zu können. Der junge Mann aus dem Erzgebirge ist seit Jahren Heuschnupfen- und Asthma-Patient: "Ich habe schon lange weniger Leistung und starken Luftmangel."

Bienen wedeln mit ihren Flügeln frische Luft in den Bienenstock - und genau diese Luft kann Heuschnupfen- und Asthma-Patienten helfen. Bildrechte: imago/Frank Sorge

"Das Asthma-Spray habe ich weggeworfen"

Im letzten Jahr hat sich Daniel Morgenstern deshalb für die Apitherapie entschieden - und die besondere Bienenstockluft eingeatmet. "Das hat mich mehr oder weniger geheilt", sagt Daniel Morgenstern, "also ich habe letztes Jahr zehn Sitzungen absolviert. Ich habe keine Tabletten mehr genommen, kein Nasenspray mehr verwendet. Selbst Augentropfen könnte ich komplett weglassen. Und das Asthma-Spray habe ich weggeworfen."

Aufatmen: Heuschnupfen-Patienten geht es nach der Bienenstockluft-Therapie deutlich besser. Bildrechte: imago/Ralph Peters

Bessere Lebensqualität für Heuschnupfen-Patienten

Der zertifizierte Bioimker und Erfinder des Inhalators, Jürgen Schmiedgen, freut sich über die Erfolge bei den Patienten. Solche Ergebnisse zeigten auch Studien an der TU Dresden. Jürgen Schmiedgen erklärt es näher: "Lungen von Asthma oder COPD*-Patienten sind entzündet. Bei Heuschnupfenpatienten sind die Schleimhäute entzündet. Diese Entzündungen gehen dann massiv zurück. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Heuschnupfen schon nach sechs bis acht Sitzungen völlig weg sein kann, also zumindest für das Jahr."

Bei manchen Patienten treten sogar im Jahr darauf noch keine Probleme auf. Bei den COPD- und Asthma-Patienten wurde die Erfahrung gemacht, dass wesentlich mehr Sitzungen notwendig sind und dass die Beschwerden im nächsten Jahr wiederkommen und erneut behandelt werden müssen.

Die Behandlung mit Produkten der Biene ist nicht neu. Seit tausenden von Jahren helfen Bienen beim Heilen und lindern Beschwerden. Bildrechte: dpa

Apitherapie als ganzheitliches Naturheilverfahren

Apitherapie-Stellen mit den Geräten von Jürgen Schmiedgen gibt es mittlerweile weltweit. Die deutschen und sächsischen Therapie-Standorte können im Internet auf seiner Firmenseite nachgelesen werden. Stationen gibt es unter anderem in Wiesenbad, in Bad Schlema, Crottendorf und Kreischa.

Es ist übrigens ganz egal, für welchen Therapie-Standort man sich entscheidet. Die Behandlung wird immer von einem Arzt oder Heilpraktiker begleitet.

*Propolis ist eine harzartige, braungelbe, keimfreie Masse, die Bienen von den Knospen der Laubbäume sammeln. Damit kitten sie Schäden an den Wänden des Bienenstocks und kleiden das Innere aus.

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Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | 25. April 2022 | 10:40 Uhr