Gefahr Herzinfarkt So schützen Sie Ihr Herz

Mitteldeutschland steht in puncto Herzgesundheit nicht gut da. Die meisten Krankenhausaufenthalte wegen einem Herzleiden gibt es bundesweit in Sachsen-Anhalt. Doch warum ist das so? Was kann der Einzelne dagegen tun?

"Die Zahlen sind wirklich katastrophal", warnt Kardiologe Prof. Axel Schlitt. So liege die Sterberate bei Herzerkrankungen in Sachsen-Anhalt um 50 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt. "Wir haben in Sachsen-Anhalt zum Beispiel die meisten Übergewichtigen, die meisten Raucher und viele ungünstige soziale Faktoren wie ein niedriges Lohnniveau und lange Zeit eine hohe Arbeitslosenquote", versucht sich der Chefarzt der Paracelsus-Harz-Klinik in Bad Suderode an einer Erklärung. Gemeinsam mit anderen Kardiologen und Herzchirurgen hat er deswegen vor zwei Jahren den Verein "Herzblut für Sachsen-Anhalt" gegründet. Das Ziel: "Wir müssen etwas für die Herzgesundheit tun."

Nimm jede Treppe, die du kriegen kannst

Mit "Wir" sind nicht nur die Mediziner, sondern auch die Politik und die Patienten selbst gemeint. Der Verein will wieder mehr Bewegung in das Thema an sich und in den Alltag der Patienten bringen. Die Wandertage, die der Herzblut-Verein bisher regelmäßig organisiert hat, fallen derzeit wegen der Coronakrise aus. Allerdings könne jeder selbst eine Menge tun. "Ich sage immer: Nimm jede Treppe, die du kriegen kannst. Es sind auch die kleinen Alltagsbewegungen, die helfen", empfiehlt Professor Schlitt.

Bewegung an der frischen Luft

Den Fahrstuhl zu meiden, sei in Coronazeiten sowieso sinnvoll, da man damit auch das Ansteckungsrisiko minimiere. Auch Bewegung an der frischen Luft, bringe viel. Da reiche auch ein Spaziergang oder Gartenarbeit unter dem Motto "jeden Tag eine halbe Stunde Bewegung an der frischen Luft", so Schlitt. Wer so ein moderates Ausdauertraining mit einem kleinen Krafttraining ergänze, sei auf einem guten Weg.

Mann gespricht sich mit einem Arzt. 5 min
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Hauptsache gesund Do 22.10.2020 21:00Uhr 05:01 min

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Jedes Kilo geht auf’s Herz

Bewegung lässt auch die Kilos purzeln – und das ist gut so. Denn bei Herzpatienten scheint sich jedes Kilogramm über dem Normalgewicht nachteilig auszuwirken. Noch problematischer ist hier sogar der Taillenumfang. Denn Bauchfett gilt als entzündungsfördernd. Eine ausgewogene Ernährung schützt und stärkt die Gefäße. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt hier besonders die mediterrane Küche. Sie ist reich an frischem Gemüse und Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen, Fisch, Salaten und Kräutern.

Rauchstopp lohnt sich

Erfreulicherweise sinkt der Tabakkonsum bei Jugendlichen seit Jahren. Doch bei Erwachsenen stellt das Rauchen nach wie vor ein großes Problem dar. "Viele Patienten hören erst mit dem Rauchen auf, wenn sie einen Herzinfarkt hatten", ist die Erfahrung von Prof. Schlitt. Dann könne es aber auch zu spät sein. Dabei lohne sich ein frühzeitiger Rauchstopp. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sinke das Risiko für eine koronare Herzkrankheit nach einem Jahr auf die Hälfte des Risikos eines Rauchers. Für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, gibt es heute zahlreiche professionelle Unterstützungsprogramme. Die BZgA bietet hier auch ein tägliches, kostenfreies Beratungstelefon zur Raucherentwöhnung.

Die drei "B" checken

Und wichtig für die Herzgesundheit sind schließlich auch Vorsorgeuntersuchungen. Hier geht es vor allem drei Werte, die man sich als Eselsbrücke mit den drei "B" merken kann: Blutdruck, Blutzucker und Blutfette. Problematisch an allen drei Werten ist: man merkt nicht, wenn sie zu hoch sind. Weder ein zu hoher Blutdruck, noch eine beginnende Diabetes oder zu hohe Cholesterinwerte machen Beschwerden. Dennoch zählen sie zu den Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 05. November 2020 | 21:00 Uhr

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