Computer, Smartphone & Co. Tipps gegen trockene Augen

Computer und Smartphones gehören heute zum Alltag. Durch deren stundenlange Nutzung kämpfen immer mehr Menschen mit trockenen Augen. Doch gibt es einfache Tricks, um das zu vermeiden. Welche, verraten wir hier.

Ein müder Mann am Schreibtisch reibt sich seine trockenen Augen.
Durch das konzentrierte Lesen am Bildschirm blinzeln wir zu wenig. Das führt zu trockenen Augen. Bildrechte: Colourbox.de

Gesunde Augen produzieren permanent einen schützenden Tränenfilm, der durch regelmäßiges Blinzeln immer wieder gleichmäßig über die Hornhaut, die durchsichtige Außenhülle unseres Auges, verteilt wird. Damit das Auge ausreichend befeuchtet wird und der Tränenfilm nicht aufreißt, muss jeder Mensch etwa zehn bis 15 Mal pro Minute blinzeln.

Ohne Blinzeln trocknen die Augen aus

Warum das Betrachten von Bildschirmen die Augen austrocknet, hat Hauptsache Gesund in einem bislang einzigartigen Experiment gezeigt. Dabei sollten sich alle Teilnehmer konzentriert mit dem beschäftigen, was auf ihrem jeweiligen Bildschirm zu sehen war. Das konnte eine E-Mail sein, eine Internet-Suche, aber auch ein Computerspiel oder WhatsApp-Nachrichten. Eine fest installierte Kontrollkamera beobachtete die Augen der Testpersonen. Anhand der Aufzeichnungen konnte später gemessen werden, wie häufig die Probanden pro Minute mit den Augen blinzelten. Wichtig zu wissen, dies ist ein unbewusster Vorgang.

Zu sehen war schließlich:Je konzentrierter die Probanden auf ihre Bildschirme blickten, desto seltener war ein Lidschlag zu beobachten. Das liegt daran, dass die Informationsdichte auf unseren Bildschirmen um ein Vielfaches höher ist als beim Betrachten der natürlichen Umwelt. Um möglichst wenige Informationen zu verpassen, reduziert unser Gehirn den unwillkürlichen Reflex des Blinzelns drastisch.

Die Zwanziger-Regel: Bewusste Entspannung für die Augen

Wichtig ist, immer wieder Bildschirmpausen einzulegen, um die Augen zu entlasten. "Da gibt es die sogenannte Zwanziger-Regel. Sie besagt: Alle 20 Minuten für mindestens 20 Sekunden eine aktive Bildschirmpause einlegen!", erklärt Augenarzt Dr. Nikolaus Luft. Er ist Mitarbeiter der Universitätsklinik in München. Dort befindet sich eines der wenigen Kompetenzzentren Deutschlands, die das trockene Auge nicht nur behandeln, sondern auch nach neuen Therapiemöglichkeiten forschen.

So eine Pause könnte unterschiedlich aussehen - die Augen bewusst schließen, den Blick aus dem Fenster in die Ferne schweifen lassen, die Fenster aufmachen und frische Luft atmen oder ganz und gar vor die Tür gehen. Pro Stunde sollte die Bildschirmtätigkeit demzufolge drei Mal unterbrochen werden.

Rauchen reizt trockene Augen noch mehr

Eine Pause sei allerdings nicht hilfreich, wenn sie zum Rauchen benutzt werde, betont Dr. Luft. Rauchen reize die Augenoberfläche, fördere somit Entzündungen und damit das trockene Auge. So beginne der Teufelskreis von Neuem.

Abhilfe schafft man mit einfachen Maßnahmen, so der Experte: "Wo immer es möglich ist, sollte man die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Im Winter kann man eine Schale mit Wasser auf die Heizung stellen. Außerdem ausreichend trinken! Nur wenn der Körper genügend Flüssigkeit bekommt, kann er auch genügend als Tränen wieder abgeben."

Tipps zur Lidrandhygiene

Besonders hilfreich sei auch die tägliche Pflege der Lidkanten. Etwa dort, wo auch die Wimpern sprießen, befinden sich Drüsen. Sie sondern eine ölige Flüssigkeit ab, die sich über die Augenoberfläche verteilt. "Unser Tränenfilm ist keine homogene Flüssigkeit etwa wie Salzwasser. Er besteht aus drei verschiedenen Schichten“, erklärt der Münchner Augenarzt: "Direkt auf der Hornhaut des Auges liegt eine Schleimschicht. Darüber befindet sich die flüssige Komponente, und auf der Oberfläche schwimmt ein Ölfilm. Der ist enorm wichtig, weil er die Verdunstung der Flüssigkeit darunter reduziert."

Bei vielen Patienten mit trockenen Augen seien die inneren Lidkanten verklebt oder verkrustet, so dass das Öl nicht austreten könne. Dann verdunste die Tränenflüssigkeit zu rasch. Optimal sei, mit einem Wärme-Gelkissen oder einer Wärmebrille die Lider morgens zehn bis 15 Minuten zunächst zu erwärmen. So verflüssige sich das körpereigene Öl. Dann sollte man sanft in Richtung Wimpern massieren, damit das Öl besser herauskomme. Anschließend können die Lidkanten mit einem sauberen Wattepad oder besser noch mit einem speziellen Reinigungstuch gereinigt werden. In akuten Fällen sollte man diese Behandlung morgens und abends wiederholen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 03. September 2020 | 21:00 Uhr

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