Schwaches Gewebe Sodbrennen nach Zwerchfellbruch - Wann eine Operation nötig wird

Ein Zwerchfellbruch kann auch die Ursache für Sodbrennen sein. Im schlimmsten Fall kann sich als Folge des dauerhaften Refluxes ein Speiseröhrenkrebs entwickeln. Wie wird ein Zwerchfellbruch diagnostiziert?

Eine Fraue hat Sodbrennen
Sodbrennen sollte man nicht unterschätzen: Im schlimmsten Fall kann sich als Folge des dauerhaften Refluxes auch ein Speiseröhrenkrebs entwickeln. Bildrechte: Colourbox.de

Bei chronischem Sodbrennen werden meist Säureblocker und eine Ernährungsumstellung verordnet. Doch was, wenn die Beschwerden trotzdem anhalten? Dann steckt häufig ein Zwerchfellbruch dahinter. Je älter wir werden, umso höher ist das Risiko. Die gute Nachricht: Nicht immer muss operiert werden.

Ursachen und Symptome

Ein Zwerchfellbruch wird von Medizinern häufig auch als Magen-, Zwerchfell- oder Hiatushernie bezeichnet. "Bruch" ist eigentlich auch das falsche Wort, da das Gewebe nicht wirklich bricht. Das Zwerchfell ist eine Schicht aus Muskeln und Sehnen. Diese Schicht sitzt wie eine Trennwand zwischen Brustkorb und oberem Bauch in der Mitte des Körpers. Durch eine Lücke im Zwerchfell führt die Speiseröhre nach unten zum Magen. 

Mit dem Älterwerden kann diese Lücke größer werden, das Zwerchfell "bricht". Dann kann der Magen nach oben rutschen und sitzt dann ganz oder teilweise oberhalb des Zwerchfells im Brustraum zwischen Lunge und Herz, wo er nicht hingehört. Zu den häufigsten Symptomen gehören Sodbrennen, Bauchkrämpfe, Schluckbeschwerden und Schmerzen im oberen Bauch.

Risiko steigt im Alter

Da die Beschwerden sehr unterschiedlich sein können, dauert es meist etwas, bis ein Zwerchfellbruch diagnostiziert wird. In selteneren Fällen kann ein Zwerchfellbruch auch angeboren sein. Risikofaktoren für einen erworbenen Zwerchfellbruch sind zunehmendes Alter und eine damit einhergehende Gewebeschwäche, aber auch Übergewicht und schweres Heben, da dabei großer Druck auf den Bauch ausgeübt wird. Auch starkes Pressen auf der Toilette kann ein Auslöser sein.

Männer häufiger betroffen

Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Meist wird ein Zwerchfellbruch nur zufällig bei einer Magenspiegelung oder im Ultraschall entdeckt, weil er kaum Symptome zeigt. Ob er operiert werden muss, hängt vom Ausmaß des "Bruches" und den Beschwerden ab. Ist er verantwortlich für chronisches Sodbrennen, sollte er unbedingt behandelt werden. Im schlimmsten Fall kann sich als Folge des dauerhaften Refluxes ein Speiseröhrenkrebs entwickeln.

Das passiert bei einer Operation

Ist eine mechanische Ursache verantwortlich für den Reflux (Rückfluss) von Mageninhalt in die Speiseröhre, kann das Problem meist nur operativ repariert werden. Ein Zwerchfellbruch kann häufig minimalinvasiv operiert werden - das bedeutet, dass die OP-Instrumente über kleine Schnitte in den Bauch eingeführt werden und später keine großen Narben zurückbleiben.

In einem OP-Saal steckt ein Arzt an einem Tisch mit Operationsbesteck mit einer Hand, die in einem sterilen Gummihandschuh steckt, einen Tupfer in eine Zange.
Bei der Operation wird der Zwerchfellbruch mit einer Naht verschlossen. Bildrechte: imago/Rupert Oberhäuser

Nach und nach dringt der Chirurg mit den chirurgischen Instrumenten zur problematischen Stelle vor. "Der Zwerchfellbruch ist einfach eine anatomische Lücke, und die macht dann Refluxprobleme", erklärt Chirurg Dr. Stefan Niebisch. Die Lücke, also der Zwerchfellbruch, wird mit einer Naht verschlossen.

Ein Magenschlauch mit einem Durchmesser von etwas mehr als einem Zentimeter gibt die Größe der Magenöffnung zur Speiseröhre vor, damit sie nicht zu eng oder zu locker vernäht wird. Am Schluss werden die fünf kleinen Einschnitte, jeder ca. acht Millimeter groß, vernäht. Bereits nach drei Tagen sind die Wunden so verheilt, dass der Patient wieder ganz normal duschen gehen kann.

Vorbeugen ist die beste Medizin Ist ein Zwerchfellbruch nicht angeboren, stecken als Ursache häufig unsere Lebensgewohnheiten dahinter: zu große Essensportionen (besonders kurz vor dem Ins-Bett-gehen), Übergewicht, Nikotin, Alkohol.

Vorbeugen lässt sich zum Beispiel mit einer richtigen Schlafposition mit leicht erhöhtem Oberkörper, kleinen Portionen bei den Mahlzeiten und ausreichend Bewegung, um die Muskulatur des Bauches zu stärken.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 10. September 2020 | 21:00 Uhr

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