Neue Therapien Hilfe gegen schmerzende Gelenke

Nutzen sich die Gelenke ab, können Schmerzen zum ständigen Begleiter werden. Eine Eigenbluttherapie kann dann wieder zu mehr Beweglichkeit verhelfen. Eine schmerzlindernde Wirkung haben bereits bestimmte ätherische Öle.

Mann hält schmerzendes Knie.
Ein abgenutztes Kniegelenk kann große Schmerzen bei jeder Bewegung verursachen. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Nicht nur das Alter lässt unsere Gelenke unbeweglicher werden, auch ein Unfall oder manche Medikamente können die Ursache für den gefürchteten Gelenkverschleiß sein. Und dann beginnt oft ein Teufelskreis: Die betroffenen Gelenke schmerzen, daher bewegt man sie weniger. Weniger Bewegung bedeutet aber noch mehr Schmerzen. Neue Therapieansätze versuchen nun, die Schmerzen zu lindern, um die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten.

Die Eigenbluttherapie

Viele Jahre galt die Eigenbluttherapie bei Gelenkproblemen als Domäne von Heilpraktikern. Schon im 19. Jahrhundert wurde sie angewendet. Später entdeckten plötzlich die Sporttherapeuten die heilende Kraft der Blutzellen und seit einiger Zeit wird die Eigenbluttherapie auch bei niedergelassenen Orthopäden für Patienten angeboten, die keine Profisportler sind.

Schmerzen im Knie nach Sportunfall

Manja Schreiber hatte vor mehr als 20 Jahren einen Sportunfall beim Handball und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Mehrere Operationen, Physiotherapie und Hyaluronspritzen halfen nicht. Immer wieder musste sie zu Schmerzmitteln greifen. Manchmal konnte die Chemnitzerin das Knie ein bisschen besser bewegen, dann wieder monatelang fast gar nicht. Jegliche sportliche Aktivität, die das Knie belastete, schmerzte unerträglich. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Arthrose im Knie, denn der Knorpel im Gelenk löste sich auf. Da noch Restknorpel vorhanden war, konnte die Eigenbluttherapie angewendet werden – und das erfolgreich. Seit Monaten sind die Schmerzen im Knie nun bereits weg. Wie lange das so bleibt, kann niemand voraussagen.

Die Versichertenkarten der Krankenkassen DAK, AOK, Barmer und Techniker-Krankenkasse TK liegen mit Euro-Geldnoten unter einem Stethoskop.
Die Eigenbluttherapie ist keine Kassenleistung. Bildrechte: dpa

Zellgeneration anregend und entzündungshemmend

Bei der Eigenblutspende werden dem Patienten 20 bis 40 Milliliter Blut abgenommen. Daraus wird dann in einer Zentrifuge Plasma gewonnen. Das heißt, das Blut wird "entmischt", die roten Blutkörperchen so entfernt. Übrig bleibt eine gelbliche Flüssigkeit – plättchenreiches, also thrombozytenreiches Plasma.

Die Orthopädin Dr. Susann Falke wendet die Eigenbluttherapie seit geraumer Zeit in ihrer Praxis an und konnte schon mehrere Patienten erfolgreich behandeln. Sie erklärt: "In den Thrombozyten sind Wachstumsfaktoren und diese befördern die Zellregeneration, genau an der Stelle, wo das Plasma gespritzt wird." Im Plasma befinden sich auch noch Stoffe, die entzündungshemmend wirken.

Die Kosten Die Eigenbluttherapie wird nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Circa 120 Euro kostet eine Spritze. Drei bis fünf Spritzen sind für eine Behandlung notwendig.

Eine Spritze wird in ein Knie gestochen 8 min
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Hauptsache gesund Do 07.01.2021 21:00Uhr 07:40 min

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Ätherische Öle gegen Gelenkschmerzen

Die Aromatherapie ist leicht anzuwenden und wirkt schnell und effektiv. Zudem hat sie keine Nebenwirkungen, im Gegensatz zur regelmäßigen Einnahme von Schmerzmedikamenten. Ätherische Öle sind hochkonzentrierte sekundäre Pflanzenstoffe, die aus Pflanzenteilen, wie Blättern, Wurzeln oder Rinden, gewonnen werden.

Ihre biochemischen Bestandteile, wie Monoterpene, Phenole oder Sesquiterpene sind wie eine kleine Hausapotheke für den menschlichen Körper. Monoterpene haben zum Beispiel eine schmerzlindernde und keimabtötende Wirkung, die der von Kortison gleicht. Phenole wiederum wirken antibakteriell. Eine besonders hohe Konzentration von Phenolen ist zum Beispiel in Pfefferminze enthalten.

Pfefferminze
Die ätherischen Öle der Pferminze wirken kühlend und schmerzlindernd. Bildrechte: Colourbox.de

Über die Nase einatmen

Ätherische Öle wirken am besten und schnellsten, wenn sie über die Nase eingeatmet werden. Das kann man entweder machen, indem man sich die Hände einreibt und daran riecht oder man erzeugt mit einem Diffusor eine Art Sprühnebel, den man durch die Nase einatmet. Man kann aber auch ein paar Tropfen auf ein Stofftuch geben und sich dieses auf den oberen Brustbereich legen.

Entzündungshemmend und schmerzlindernd

Ätherische Öle aktivieren im Gehirn Neurotransmitter, zum Beispiel Serotonin und Endorphine, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken. Wichtig ist die kontinuierliche Anwendung. Eine Mischung aus den ätherischen Ölen Wintergrün, Immortelle und Pfefferminze ist eine gute Wahl gegen Gelenkschmerzen. Anwendbar ist die Mischung bei allen Gelenkschmerzen wie zum Beispiel Arthrose, Arthritis und Arthralgie.

Rezept-Tipp 4 Tropfen Pfefferminze (Mentha piperita) – wirkt kühlend und schmerzlindernd.
2 Tropfen Immortelle (Helichrysium italicum) – wirkt abschwellend und krampflösend.
4 Tropfen Wintergrün (Gaultheria procumbens) – wirkt entzündungshemmend.

Auftragen auf das Gelenk

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit besteht im direkten Auftragen auf das Gelenk. Dazu kann man die ätherischen Öle mit Olivenöl mischen und in einen Roll-On-Stift füllen. Dann reibt man damit das betroffene Gelenk ein. Kombinieren kann man das mit einer einfachen Kältekompresse.

Tipps zu Kauf und Aufbewahrung Ätherische Öle kann man in Apotheken, Bioläden oder im Internet kaufen. Achten Sie beim Kauf auf Bioqualität. Bewahren Sie ätherische Öle gekühlt und lichtgeschützt auf.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 07. Januar 2021 | 21:00 Uhr

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