Wenn es am Po juckt Tabuthema Anal-Hygiene: Darauf sollten Sie achten

Jucken und Brennen am Po kennt jeder. Doch worauf sollte man bei der Hygiene achten, um das zu vermeiden? Welches Toilettenpapier ist empfehlenswert? Was bringen Po-Duschen? Hilft Intimspray? Hier gibt es Antworten!

"Analer Pruritus" heißt es in der ärztlichen Fachsprache, wenn es dort juckt, wo sich niemand gern kratzt. Die Spannweite der möglichen Ursachen ist sehr groß. "Die Gründe können harmlos oder bösartig sein, innerlich und äußerlich liegen", erklärt der Dresdner Proktologe Dr. Wolf-Dieter Michel bei Hauptsache Gesund.

"Es gibt beispielsweise internistische Krankheitsbilder wie Lebererkrankungen, die solche Beschwerden machen können, auch ein Analkarzinom kann dahinterstecken", so der Mediziner. Enddarmleiden können zudem zu Stuhlschmieren führen. Die salopp ausgedrückte "Bremsspur" in der Unterhose kann die sensible Haut in diesem Bereich reizen. Auch allergische Reaktionen auf vermeintliche Hautpflegemittel oder Reizungen durch das falsche Toilettenpapier sind häufige Gründe. Wenn der Juckreiz mehr als ein paar Wochen anhält, sollte man das beim Spezialisten abklären lassen.

Wissenswertes rund um die Hygiene

Toilettenpapier

Die Coronapandemie hat gezeigt, dass Toilettenpapier zu den wichtigsten Alltagsprodukten der Deutschen zählt. Doch nicht jedes Toilettenpapier tut empfindlichen Popos gut. Parfümiertes, bedrucktes oder feuchtes Klopapier kann Ursache für Juckreiz in der Intimzone sein. Denn sie alle enthalten Substanzen, die die Haut reizen können.

Empfehlenswert ist reinweißes, weiches und unbedrucktes Papier ohne Parfüm. Zudem sollte man bei der Reinigung eher tupfen als rubbeln, um die Haut nicht mechanisch zu reizen.

Dusch-WC

Hierzulande eher noch eine Seltenheit, sind Dusch-WCs in Japan schon in 60 Prozent der Haushalte eingebaut. Unter hygienischen Punkten haben solche WCs sicherlich viele Vorteile. Sie reinigen die Problemzone sanft und gründlich.

Die eingebaute Fönfunktion sorgt für Trockenheit. Besonders im Pflegebereich ist ein Dusch-WC sinnvoll, da sie die Selbstständigkeit und Würde von Menschen mit körperlichen Einschränkungen länger erhalten.

Bidet

In großen Badezimmern findet man sie noch. Ein Bidet sieht aus wie eine Toilettenschüssel und hat einen intergrierten Wasserhahn, der Wasser nach oben abgibt und mit dem man sehr komfortabel das Gesäß reinigen kann.

Eine einfache Alternative zum Bidet ist letztlich auch ein feuchter Waschlappen, der ebenfalls gründlicher als Toilettenpapier reinigen kann.

Podusche

Mobile Poduschen für unterwegs sehen aus wie kleine Wasserflaschen und passen in jede Handtasche. Sie funktionieren wie eine Minidusche. Meist ist der Wasserstrahl der tragbaren Poduschen jedoch zu schwach, um auch die festen Stuhlreste zu entfernen. Die sollten vorher vorsichtig mit Toilettenpapier beseitigt werden.

Sinnvoll sind die Poduschen für Patienten, bei denen die Problemzone sehr faltig und schwierig mit Papier zu reinigen ist oder die allergisch auf die mechanische Reizung durch das Toilettenpapier reagieren.

Fön

Zu viel Feuchtigkeit ist ein Nährboden für Bakterien. Die Problemzone trocken zu halten, ist also wichtig. Nicht umsonst haben Dusch-WCs einen integrierten Fön. Doch zu einem tragbaren Fön zu greifen, könnte etwas umständlich werden.

Der Tipp daher: trocken tupfen statt reiben. In der Apotheke gibt es zudem spezielle Pads aus Flies, die man bei Bedarf in die Pofalte legen kann.

Sitzbäder

Häufig werden solche Bäder mit 37 Grad warmen Wasser für rund 15 Minuten empfohlen. Den Badezusatz sollte man jedoch mit Bedacht wählen. Eichenrinde ist beispielsweise sinnvoll, da die enthaltenen Gerbstoffe gut gegen Entzündungen wirken. Kamille dagegen kann allergische Reaktionen hervorrufen. Seife sollte man ebenfalls nicht verwenden, da sie die empfindliche Intimzone austrocknet.

Intimspray

Diese können durch ihre Inhaltsstoffe die empfindliche Haut am Analkanal reizen und sind eher weniger zu empfehlen. Das gleiche gilt für Intimreinigungsstifte. Sie werden in den Analkanal eingeführt, um Stuhlpartikel aus dem Analkanal zu kratzen. Davon ist ebenfalls abzuraten, da sie die empfindliche Zone zusätzlich reizen.

Ein Dusch-WC
In 60 Prozent der Haushalte in Japan sind Dusch-WC eingebaut. Bildrechte: imago/Hoffmann

Öl

Jede Haut ist anders, auch am Po. Bei zu trockener Haut hilft es manchen die Region mit einem Öl betupfen. Das kann schon ein einfaches Oliven- oder Mandelöl sein. Bei feuchter Haut würde man dagegen von Öl eher abraten und Zinkpaste empfehlen.

Wischhilfe

Bei akuten Rücken- oder Schulterproblemen kann es durchaus sein, dass man die Problemzone gar nicht mit der Hand erreicht. Für solche Fälle gibt es verschiedene Wischhilfen, meist eine Art Verlängerungsstab in den man das Toilettenpapier einklemmen kann. Letztlich muss man ausprobieren, ob man damit zurechtkommt. Das wird individuell sehr verschieden sein.

Fazit Die Möglichkeiten der Reinigung sind vielfältig. Wasser ist sicherlich die hygienischste Lösung, weil es die Haut am wenigsten reizt. Bei anhaltenden Problemen in der Intimzone sollte man nicht zu lange herumprobieren. Manchmal stecken hinter Juckreiz und Hautirritationen auch Diagnosen, die der Facharzt behandeln muss.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache gesund | 01. Juli 2021 | 21:00 Uhr

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