Hygiene-Tipps Keime in der Küche: Das können Sie dagegen tun!

Eine Hand auf einem Lappen 3 min
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Vor dem Spülbecken in der Küche ekelt sich eigentlich kaum jemand, dabei vermehren sich Bakterien an diesem Ort besonders gut. Um dem entgegenzuwirken, hilft nur eins: Sauberkeit. Und die fängt bei den Reinigungsutensilien an, wie z.B. dem Spüllappen, erklärt Dr. Gaby-Fleur Böl vom Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin: "Der Lappen wird zwischendurch immer wieder feucht und warm gehalten. Den Mikroorganismen da drin geht es richtig gut und der Lappen sorgt dafür, dass wir Keime großflächig in der gesamten Küche verteilen. Und wenn er nie zwischendurch gut gereinigt, sprich: auch ausgekocht wird, dann können sich die Mikroorganismen wunderbar vermehren."

Man empfiehlt, den Küchenlappen mindestens einmal in der Woche zu wechseln.

Dr. Gaby-Fleur Böl | Bundesinstitut für Risikobewertung

Auch in der Küche gilt: gründlich Händewaschen

Hände waschen
Wer es immer mal wieder vergisst: Zum Abtrocknen nach dem Händewaschen bitte nicht das Geschirrtuch verwenden, sondern ein Extra-Handtuch. Bildrechte: IMAGO

Im besten Fall bewirken die Erreger einen relativ harmlosen Magen-Darm-Infekt. Doch sie können auch gefährlich werden, eine Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung hervorrufen. Damit schädliche Keime keine Chance haben, sollte man stets getrennte Tücher fürs Abtrocknen der Hände und zum Nachtrocknen des Geschirrs verwenden. Dr. Gaby-Fleur Böl wiederholt es gern: "Beim Händewaschen unterschätzt man, welchen großen Nutzen man davon hat und das sollte wieder bewusster werden. Das kann man sich nur antrainieren."

Das A und O bei der Küchenhygiene: Mitdenken

Trotz Corona wird dem Händewaschen leider oft zu wenig Bedeutung beigemessen und nicht nur nach dem Toilettenbesuch, sondern besonders vor dem Kontakt mit Lebensmitteln sollte die Reinigung mit Seife selbstverständlich sein. "Wenn Sie auf einem Grill fertige Würstchen haben und Sie legen dann mit Ihren bloßen Fingern Hähnchen daneben und fassen dann wieder die Würstchen an, können Sie sich sicher sein, dass Sie die Salmonellen gerade direkt auf Ihr Würstchen übertragen haben. Und wenn Sie das direkt danach essen, dann haben Sie eine Salmonellen-Vergiftung", gibt Dr. Gaby-Fleur Böl zu bedenken.

Grillen
Verwenden Sie beim Grillen Zange oder den Bratenwender. Keime können sonst schnell von den Händen an das Grillgut gelangen. Bildrechte: Colourbox.de

Arbeitsfläche immer wieder heiß abwischen

Tierische Produkte sind für Keime besonders anfällig, warnt der Hygiene-Experte Andreas Daxenberger: "Gerade dann, wenn tierische Lebensmittel verarbeitet worden sind, bitte nach der Verarbeitung die Arbeitsflächen sofort mit heißem Wasser und Haushaltsküchenreiniger spülen. Das tötet schon die allermeisten Bakterien ab."

Zwischendurch gut spülen: Schneidebrett und Messer

Fisch wird auf einem Schneidebrett filetiert
Nach dem Fisch kommt das Gemüse dran: Davor bitte das Schneidebrett gut mit Spülmittel säubern. Bildrechte: IMAGO

Rohes Fleisch und Fisch sollte man deshalb immer getrennt von den übrigen Lebensmitteln bearbeiten, also nicht dasselbe Schneidebrett oder Messer benutzen, und auch Obst und Gemüse sollten vor der Verarbeitung immer abgespült werden: "Besonders empfindlich sind Lebensmittel, wenn sie gehackt, zerkleinert oder in Scheiben geschnitten sind. Je größer die Oberfläche, desto leichter können auch Keime auf die Oberfläche kommen." Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass die Kühlkette bei Lebensmitteln nicht unterbrochen wird, damit krankmachende Küchenkeime keine Chance haben sich zu entwickeln.

Tipp: Gefrorene Lebensmittel sollte man übrigens im Kühlschrank auftauen. Das dauert zwar länger, aber auf der Oberfläche des Lebensmittels können schnell Temperaturen um die 20 Grad entstehen, so dass sich Bakterien ideal vermehren können.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12. Mai 2021 | 10:50 Uhr

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