Einfrieren von Eizellen und Spermien Kassen bezahlen bei Krebspatienten mit Kinderwunsch

Krebstherapien können die Fruchtbarkeit von Eizellen oder Spermien mindern. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nun die Kosten für das Einfrieren vor der Behandlung. Wir erklären unter welchen Vorraussetzungen.

Krebspatienten können durch die notwendigen Therapien mitunter ihre Fruchtbarkeit verlieren. Damit sie dennoch später Kinder bekommen können, bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen seit dem 1. Juli 2021 Maßnahmen zum Einfrieren und Lagern von Eizellen oder Spermien.

"Ein Riesenschritt für unsere Patienten", freut sich Prof. Dr. Martin Bornhäuser vom Nationalen Zentrum für Tumorerkrankungen in Dresden: "In den vergangenen Jahren sind die Überlebenschancen nach einer Krebsdiagnose immer größer geworden. Da muss man jetzt natürlich auch das Leben nach einer Heilung im Auge haben. Und dazu gehört die Familienplanung."

Entnahme von Eizellen und Spermien vor der Behandlung

Die Behandlung von Krebserkrankungen kann die Fortpflanzungsfähigkeit der Patientinnen oder Patienten beeinträchtigen. Eine Lösung für dieses Problem ist das Einfrieren von Eizellen oder Spermien vor dem Beginn der Behandlung. Doch das ist teuer. Die Entnahme und das Einfrieren von Eizellen kosten zwischen 3.500 und 4.300 Euro. Für das Einfrieren von Spermien muss man um die 500 Euro bezahlen. Dazu kommen jährliche Lagerungskosten von rund 300 Euro.  

Menschliche Spermien 3 min
Bildrechte: IMAGO

Altersgrenze: Frauen bis 40 und Männer bis 50

"Früher haben die Krankenkassen solche Kryokonservierungen nur in Einzelfällen übernommen. Es mussten Anträge gestellt und auf ein Feedback gewartet werden. Diese Zeit hatten Krebspatientinnen und -patienten aber oft nicht. Viele sind in Vorleistung gegangen – wenn sie sich das leisten konnten", sagt Prof. Bornhäuser dem MDR-Magazin "Hauptsache Gesund".

Dieses Verfahren geht dank der Kostenübernahme nun wesentlich schneller. Allerdings steht es nur Frauen bis zu einem Alter von 40 Jahren und Männern bis 50 Jahren zu.

Regelung für Kosten der Befruchtung

Die späteren Kosten für die Herbeiführung einer Schwangerschaft mit Hilfe der eingefrorenen Ei- oder Samenzellen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen zu 50 Prozent. Der Gesetzgeber setzt jedoch voraus, dass eine entsprechende medizinische Notwendigkeit und eine Erfolgsaussicht bestehen. Außerdem muss das betroffene Paar verheiratet sein.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 30. September 2021 | 21:00 Uhr

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