Neurodegenerative Erkrankung Parkinson: Tägliche Übungen erhalten Beweglichkeit

Parkinson-Patienten wissen, was es heißt, wenn der Alltag nach und nach beschwerlicher wird. Schnürsenkel binden, Kartoffeln schälen, ins Auto einsteigen… Julia Sternheimer-Völcker ist Ergotherapeutin sagt am Dienstag, 7. September, warum tägliche Übungseinheiten lohnenswert sind. Ab 11 Uhr in der Servicestunde bei MDR THÜRINGEN - das Radio.

Die Hände eines Mannes mit Parkinson halten ein Wasserglas
Die Diagnose Parkinson ist für Patienten ein Schock. Doch mit gezielten Übungen bleibt die Lebensqualität lange erhalten. Bildrechte: imago images/Panthermedia

Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems. Im Gehirn fehlt der Botenstoff Dopamin, der Informationen zwischen den Nervenzellen übermittelt. Parkinson-Patienten leiden unter steifen Muskeln und zitternden Armen und Beinen. Deshalb heißt die Erkrankung auch Zitterkrankheit oder Schüttellähmung.

Wie wird Parkinson behandelt?

Parkinson-Patienten bekommen Medikamente verordnet, die den Dopaminspiegel im Gehirn steigern. Ebenfalls gut wirkt die sogenannte transkraniale Magnetstimulation, bei der die für Bewegungsabläufe zuständigen Nervenzellen aktiviert werden. In späteren Phasen kann auch die Tiefenhirnstimulation zum Einsatz kommen, bei der elektrische Sonden im Hirn implantiert werden.

Hilft Sport bei Parkinson?

Wer sich vermehrt bewegt und seine Ausdauer trainiert, kann seinen Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Neben dem sportlichen Training helfen aber auch Physiotherapie und gezieltes Training einzelner Bewegungsabläufe, um die Beweglichkeit der Muskeln zu erhalten.

Welche Übungen helfen bei Parkinson?

Für Parkinson-Patienten werden viele alltägliche Abläufe zum Problem. Deshalb lohnt es sich, genau diese Abläufe mit verschiedenen Übungen immer wieder zu trainieren. Lohnenswert ist dabei ein detaillierter Blick auf die Abläufe, empfiehlt Ergotherapeutin Julia Sternheimer-Völcker. Allein zum Aussteigen aus einem Auto gehören so unterschiedliche Bewegungen wie Tür öffnen, vorbeugen, nur mit Hilfe der Oberschenkel aufstehen. Dafür empfiehlt Sternheimer-Völcker verschiedene Übungen, die Parkinson-Patienten einzeln trainieren können: Einbeinstand, Treppentrampeln, Stütz und Hüpf.

Wie lässt sich der Alltag mit Parkinson besser bewältigen?

Neben den täglichen Übungen zahlreicher Bewegungen lohnt es sich für Parkinson-Patienten, sich mit ein paar Tricks zu helfen. Julia Sternheimer-Völcker zeigt in ihrem Buch, wie schon ein Blick in die richtige Richtung, ein stabiler Stand und minimal anders ausgeführte Bewegungsabläufe viele Bewegungen leichter machen.

Weiterführernde Informationen und Tipps finden Sie auch auf der Internetseite der Deutschen Parkinson Vereinigung Bundesverband e.V., bei der Deutschen Parkinson-Gesellschaft oder auf der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung betriebene Internetseite "Kompetenznetz Parkinson".

Infos zum Experten Julia Sternheimer-Völcker ist Ergotherapeutin und hat ein Buch zusammengestellt, das Betroffenen und ihren Angehörigen Hilfestellung fürs tägliche Trainieren bestimmter Bewegungsabläufe an die Hand gibt. In der TRIAS Ratgeber-Reihe ist es unter dem Titel "Parkinson. Sicher durch den Alltag" erschienen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/anz

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 07. September 2021 | 11:05 Uhr

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