11. April ist Welt-Parkinson-Tag Parkinson: Symptome und Diagnose

Parkinson ist als "Schüttelkrankheit" bekannt. Zittern ist das auffälligste Symptom. Heilen kann man die Krankheit nicht, aber den Verlauf verzögern. Der Welt-Parkinson-Tag am 11. April will darauf aufmerksam machen.

Eine Frauenhand, die ein Wasserglas hält wird von einer anderen Hans gehalten.
Parkinsonpatienten müssen mit unkontrollierbarem Zittern kämpfen. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Mangel an Botenstoff Dopamin

Nach der Alzheimer-Demenz ist Morbus Parkinson die zweithäufigste neuro-degenerative Erkrankung. In Deutschland sind laut Krankenkassendaten etwa 400.000 Personen an Parkinson erkrankt. Die Auslöser für Parkinson kennt man noch nicht. Man weiß aber, wie die Krankheit entsteht.

Der Ausganspunkt ist unser Gehirn. Hier produzieren Nervenzellen den wichtigen Botenstoff Dopamin. Der Körper braucht es, um Bewegungsabläufe zu steuern. Sterben die Dopamin-produzierenden Nervenzellen ab, ist die Verbindung zwischen Gehirn und zum Beispiel Muskeln gestört.

Symptome und Diagnose

Bei Parkinson kommt es unter anderem zum Muskelzittern oder steifen Muskeln, aber auch zu neurologischen Schäden wie Riech- und Gangstörungen. Da die Symptome zu Beginn sehr unterschiedlich sein können, wird bei bis zu 40 Prozent eine falsche Diagnose gestellt, sagt Dr. Alexander Reinshagen, Chefarzt der Abteilung für Neurologie an den Sana Kliniken Leipziger Land. Nicht bei jedem Patienten mit Parkinson-Symptomen steckt auch wirklich Parkinson dahinter. Einen speziellen Parkinson-Test gibt es nicht, hier ist die langjährige Erfahrung des Neurologen gefragt.

Nicht heilbar, aber behandelbar

Generell sind Medikamente anfangs das Therapiemittel der Wahl. Doch man muss wissen, dass Parkinson zwar behandelbar, aber nicht heilbar ist. Einige Jahre funktioniert die Therapie mit Medikamenten daher gut. Doch irgendwann lässt die Wirkung nach und es muss immer höher dosiert werden. Das führt teilweise zu unerträglichen Nebenwirkungen.

Das Einsetzen eines Hirnschrittmachers ist die letzte Therapieoption für Betroffene. Hier wird auf eine sogenannte tiefe Hirnstimulation gesetzt, um die Lebensqualität der Patienten deutlich zu verbessern. Bei dem Eingriff werden Elektroden tief in das Gehirn eingesetzt. Ziel ist eine Region in der Tiefe des Gehirns, die unter anderem die Koordination von willkürlichen Bewegungen steuern hilft. Die Elektroden sind über Kabel, die unter der Haut liegen, mit einem Schrittmacher verbunden. Dieser sendet Impulse, die die Bewegungsstörungen unterdrücken. Nach der Operation muss der Patient eingestellt werden. Das erfordert etwas Geduld. Letztlich können damit dann Medikamente und die damit einhergehenden Nebenwirkungen um bis zu 90 Prozent eingespart werden.

Selbsthilfe-Vereinigung für Parkinson-Patienten und deren Partner

Auch Bewegung hilft Betroffenen!

Neben der Einnahme von Medikamenten ist auch gezieltes Bewegungstraining ein wichtiger Bestandteil der Parkinson-Therapie. Wer schon frühzeitig und regelmäßig trainiert, in dessen Gehirn bilden sich neue Regelkreisläufe, Nervenzellen verknüpfen sich neu miteinander, das Gehirn wird neu "programmiert".

Durch die regelmäßige Anstrengung werden ungenutzte Potenziale mobilisiert, die Beweglichkeit im Alltag wird besser, der Verlauf der Erkrankung hinausgezögert. Durch die Parkinson-Erkrankung werden Bewegungen bei vielen Patienten mit der Zeit klein und eingeschränkt. Dagegen bewährt hat sich die "BIG-Methode". Ob Armkreisen oder lange Schritte: Alle Bewegungen werden im Training deutlich größer ausgeführt. Langfristig ist die Methode deutlich wirksamer, als nur Medikamente einzunehmen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 24. September 2020 | 21:00 Uhr

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