Ernährung Raffinierte Rezepte mit Wildkräutern

Giersch, Brennnessel, Vogelmiere: Die Pflanzen vermehren sich rasant zum Ärger vieler Hobbygärtner. Doch die Wildkräuter sind gesund. Die Wildkräuterexpertin Andrea Auster hat leckere Rezepte parat – für Pesto, Kräuterchips und Smoothie.

Brennnessel-Blätter vor dem Backen
Aus den Brennnesselblättern werden knusprige Chips. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Brennnessel-Chips

Knabberspaß mal ganz gesund. Und keine Angst vor den Brennnesselhaaren: Beim Backen verlieren sie sich komplett.

Zutaten:

  • eine Handvoll frisch gepflückte junge Brennnesseln
  • Olivenöl
  • Kräutersalz

Zubereitung:

  • Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit Olivenöl bestreichen. Die Brennnesselblätter waschen und einzeln auf das Backpapier legen. Die Blätter anschließend mit einem Pinsel mit etwas Öl bespritzen.
  • Anschließend bei 180 Grad rund 3 bis 4 Minuten im Ofen backen. Wenn die Blätter dunkel und knusprig werden, sind sie fertig.
  • Aus dem Ofen nehmen und je nach Belieben noch mit etwas Salz bestreuen. Sofort verzehren.

Annett Böhm und Andrea Auster auf Wildkräuterwanderung
Reporterin Annett Böhm und Wildkräuter-Expertin Andrea Auster auf Kräuterwanderung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gierschpesto

Giersch ergibt ein ganz sanftes Frühlingspesto, dass universell einsetzbar ist. Es eignet sich als Brotaufstrich, als Beilage zu Käse oder Kartoffeln, als Nudelsoße und für einen herzhaften Quark.

Zutaten:

  • 3 Handvoll Giersch
  • 50 g Sonnenblumenkerne
  • 30 ml Rapsöl
  • Zitrone
  • Salz

Zubereitung:

  • Giersch waschen und gut abtrocknen. Sonnenblumenkerne in einer Pfanne kurz anrösten und anschließend in einem Mixer schreddern. Öl dazugeben bis die Masse eine geschmeidige Konsistenz bekommt.
  • Dann nach und nach die Gierschblätter in den Mixer geben. Eventuell Öl nachgeben. Mit Salz und Zitrone abschmecken.
  • Das Pesto in ein Glas geben und mit etwas Öl übergießen. Im Kühlschrank hält sich das Pesto rund eine Woche.

Eine grüne dicke Flüssigkeit wird in ein Glas gegossen.
Beim Smoothie kann an Obst rein, was gefällt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wildkräuter-Smoothie

Bei den Wildkräutern sollte man darauf achten, wie intensiv die einzelnen Kräuter schmecken. In unserem Falle: Vogelmiere oder frisch ausgetriebene Lindenblätter sind sehr mild und können reichlich verwendet werden. Löwenzahnblätter enthalten dagegen viele Bitterstoffe, insbesondere die älteren Blätter. Daher hier sparsam sein. Ein Smoothie ist die perfekte Resteverwertung: Alles was an Obst gerade weg muss, kann hinein.

Zutaten für 3 Gläser:

  • Vogelmiere
  • frische Lindenblätter
  • Giersch
  • Löwenzahnblätter
  • 1 Birne
  • 1 Glas Orangensaft
  • 1 Glas Wasser

Zubereitung:

  • Die Kräuter und das Obst waschen.
  • Alle Zutaten in einen Mixer geben und zerkleinern.
  • Sofort verzehren.

Wildkräuter sammeln: Darauf sollten Sie achten!

Bei der Ernte von Wildkräutern gibt es einige Regeln zu beachten. Das man nicht direkt am Straßenrand oder auf Hundewiesen sammelt, versteht sich von selbst. Außerdem sollte nur das pflücken, was man genau kennt. "Mit dem Sammeln von Wildkräutern ist es ein wenig wie mit dem Pilze suchen. Man sollte sich vorher kundig machen und sicher wissen, was man sammelt", empfiehlt Wildkräuter-Expertin Andrea Auster.

Rat findet man beispielsweise in Wildpflanzenbüchern, Apps oder auf geführten Kräuterwanderungen. Zudem sollte man nur einige wenige Blätter pro Pflanze pflücken. Die Wildkräuter sollen schließlich nächstes Jahr auch noch wachsen. "Kurz vor der Blüte haben sie alle Wildkräuter die meisten Inhaltsstoffe. Das ist die beste Zeit, sie zu pflücken", sagt Andrea Auster.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache gesund | 27. Mai 2021 | 21:00 Uhr

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