Naturmedizin Wohltuender Tee – So können Sie ihn leicht selbst herstellen

Ein Tasse heißer Tee wärmt in der kalten Jahreszeit, wirkt erholsam und entspannend. Was unterscheidet einen Arzneitee von anderen? Welche wohltuenden Mischungen kann man leicht Zuhause herstellen? Rezepte gibt es hier!

Glastasse mit Tee
Bei einem heißen Glas Tee kommt Gemütlichkeit auf. Bildrechte: Colourbox.de

Es gibt ihn in schwarz und grün, mit Kräutern oder Gewürzen: Das Angebot an Teesorten und -zubereitungen ist riesig. So vielfältig wie seine Wirkungen sind auch seine Anwendungen. Er kann uns wärmen, beruhigen oder Erkältungs- und Verdauungsbeschwerden lindern. Worauf sollte man beim Kauf achten?

Tee ist nicht gleich Tee

Die Auswahl an Tees und Teemischungen scheint unendlich. Man kann sie lose oder als Teebeutel in jedem Supermarkt, beim Discounter, in Drogerien und Apotheken kaufen. Die Preise können extrem verschieden sein. Doch worin unterscheiden sich teure Arzneitees aus der Apotheke vom günstigen Pfefferminztee aus dem Supermarkt? "Bei Arzneitees werden Anbau und Dosierung des Inhalts genau kontrolliert, die Qualität ist zuverlässig immer gleich gut", erklärt Apothekerin Dr. Anne-Kathrin Habermann.

Minze 3 min
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Minze riecht nicht nur gut, sondern ist auch eine Heilpflanze. Nana- und Pfefferminze gehören zu den bekanntesten Sorten, dabei ist die Vielfalt an Minze-Sorten groß.

MDR FERNSEHEN So 09.08.2020 08:30Uhr 02:32 min

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Arzneitees werden vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassen. Sie müssen nachgewiesenermaßen eine medizinische Wirkung bei Erkrankungen oder zur Vorbeugung haben und hohe Qualitätsstandards erfüllen. Sie müssen außerdem einen Mindestgehalt an Inhaltsstoffen einer Heilpflanze enthalten. Verkauft werden dürfen sie nur von Verkäufern, die sich mit medizinischen Wirkstoffen auskennen und dazu auch beraten können. Werden die Tees zum Beispiel im Supermarkt als Lebensmittel angeboten, sind die Vorgaben deutlich weniger streng. Wie andere Lebensmittel auch müssen Tees dann nicht extra zugelassen werden.

Supermarkt oder Apotheke? Beispiel Pfefferminztee

Die Heilwirkung von Pfefferminz bei Bauchkrämpfen ist schon lange bekannt und auch wissenschaftlich bewiesen. Verantwortlich für die wohltuende Wirkung sind ätherische Öle wie Menthol, Cineol und Limonen. Die getrockneten Pfefferminzblätter dürfen nur dann als Arzneitee verkauft werden, wenn sie einen Mindestanteil von 0,9 Prozent an ätherischen Ölen enthalten. Das gilt auch bei längerer Lagerung. Deshalb sind die Teebeutel von Arzneitees häufig zusätzlich einzeln in Folie verpackt. Nur so kann man sicher sein, dass der Tee bei krampfartigen Beschwerden in Magen, Darm oder Gallenblase auch wirklich Linderung verschafft. Kauft man Pfefferminztee aus dem Supermarkt, ist der Anteil ätherischer Öle mit unter 0,6 Prozent meist geringer. Hinzu kommt, dass sich die Öle in einfachen Papierverpackungen mit der Zeit immer mehr verflüchtigen. Dann schmeckt er vielleicht trotzdem noch, von seiner medizinischen Wirkung ist dann aber meist nicht mehr viel übrig.   

Eine Frau liegt mit Bauchschmerzen auf einem Sofa.
Pfefferminze schafft Linderung bei Bauchschmerzen. Bildrechte: imago/Westend61

Was sind Arzneitees? Arzneitees sind Heilpflanzenaufgüsse. Man spricht auch von Teedrogen. Sie enthalten arzneilich wirksame Inhaltsstoffe und werden speziell für gesundheitliche Behandlungen hergestellt.

Zu den beliebtesten Arzneitees gehören Husten-, Blasen- und Nierentees, Magen- und Darmtees oder auch Schlaf- und Nerventees. Ihre Anwendungsgebiete sind im Europäischen Arzneibuch festgelegt. Echte Arzneitees sind immer als solche mit einer Zulassungsnummer (Reg.-Nr.) auf der Verpackung gekennzeichnet.

Wintertees zum Wohlfühlen und Entspannen

Von A wie Anis bis Z wie Zimt: Kräuterfrau Sigrun Böhme kennt sich mit Kräutern und Gewürzen bestens aus. Das ganze Jahr über schwört sie auf die wohltuende Wirkung verschiedenster Tees. Jetzt im Winter haben es ihr Gewürztees besonders angetan. Als ayurvedischen Chai kann man Gewürztee in vielen Varianten und Mischungen fertig kaufen, aber man kann sie auch ganz leicht selbst zubereiten. Alle Zutaten bekommt man in speziellen Kräuter- oder Teeläden oder in der Apotheke zu kaufen. 

Sigrun Böhme und Dr. med. Carsten Lekutat in einem Garten
Kräuterexpertin Sigrun Böhme und Dr. Carsten Lekutat bei einem Streifzug durch den Kräutergarten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bei Kälte und Schmuddelwetter: Scharfe Gewürze

Gewürztee steckt voller wertvoller Inhaltsstoffe: Kurkuma und Pfeffer heizen ordentlich ein, fördern die Durchblutung und regen den Stoffwechsel an, wenn man sie miteinander kombiniert. Außerdem wirken sie entzündungshemmend und antibakteriell. "Die Schärfe des Tees bringt auch Wärme in unseren Körper, der wärmt durch bis in die Zehenspitzen", schwärmt Sigrun Böhme von ihrem Gewürzteerezept. Fenchel hilft nicht nur bei Bauchschmerzen, er soll auch Bluthochdruck positiv beeinflussen. Außerdem enthält er Mineralstoffe wie Eisen und Magnesium. Ceylon-Zimt bringt vor allem das Gehirn in Schwung und soll den Blutzucker senken. "Er kann den Stoffwechsel anregen, gerade jetzt in dieser Zeit ist er als Fettverbrenner sehr zu empfehlen", erklärt die Gewürzexpertin.

Rezept Kurkuma-Gewürztee – der Einheizer

Zutaten:
Auf einen Liter Wasser kommen:

  • 2 Teelöffel Kurkuma
  • 1 Messerspitze Pfeffer
  • 2 Teelöffel Fenchel
  • 1 Sternanis
  • 1 Kapsel Kardamom
  • 2 Teelöffel Koriander
  • 1 Messerspitze gemahlenen Ceylon-Zimt
  • 1 Teelöffel gemahlenen Ingwer
  • 1 Nelke

Zubereitung:
Für eine Tasse nimmt man einen Esslöffel der Gewürzmischung. Nur noch aufbrühen und schon ist der selbstgemachte Gewürztee fertig.

Wer mag, kann ihn mit Honig und Sahne verfeinern. Das Fett der Sahne hilft dem Körper, die gesunden Inhaltsstoffe der Gewürze aufzunehmen. Wem die Schärfe noch zu mild ist, der fügt noch Chili hinzu, Kakaoschale und Vanille runden den Geschmack ab.

Gewürze
Kurkuma und Pfeffer fördern die Durchblutung und regen den Stoffwechsel an, wenn man sie miteinander kombiniert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gegen Stress: Wohlfühlkräuter zur Entspannung

Wer gestresst ist oder Probleme beim Ein- und Durchschlafen hat, dem empfiehlt Sigrun Böhme einen Wohlfühltee mit verschiedenen getrockneten Kräutern. Lavendel und Passionsblume wirken beruhigend auf die Nerven, Hopfen entspannt und hilft beim Einschlafen.

Rezept Wohlfühltee – für mehr Entspannung

Zutaten:
Auf einen Liter Wasser kommen:

  • 1 Teelöffel Königskerze
  • 1 Teelöffel Lavendel
  • 1 Teelöffel Passionsblume
  • 1 Teelöffel Hopfen'
  • 1 Teelöffel Hibiskus
  • 1 Teelöffel Hagebutte
  • 1 Teelöffel Apfelschalen

Zubereitung:
Den Tee immer frisch zubereiten. Dazu alle getrockneten Zutaten mit kochendem Wasser aufbrühen und einige Minuten ziehen lassen.

Je länger der Aufguss zieht, umso kräftiger wird er im Geschmack.

Bei Husten und Schnupfen: Natürliche Stärkung

Beim kleinsten Anzeichen von Husten oder Schnupfen kann die Katzenkralle helfen, genauer gesagt: ihre Rinde. Die Pflanze stammt aus Mittelamerika und wird schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze verwendet. Seit 1990 ist sie von der WHO als Heilmittel anerkannt. Sie soll das Immunsystem stärken und wirkt entzündungshemmend. Deshalb wird sie auch zur unterstützenden Behandlung bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Die enthaltenen Bitterstoffe wirken schleimlösend.

Rezept Erkältungstee – Linderung durch die Katzenkralle

Zutaten:
Auf einen Liter Wasser kommen zwei Esslöffel getrocknetes Katzenkrallepulver.

Zubereitung:
Den Sud für 20 bis 30 Minuten im Topf köcheln lassen. Wem der Geschmack zu bitter ist, der kann etwas Honig hinzufügen.

Man sollte davon höchstens eine Tasse pro Tag trinken.

Wichtig: Der Tee ist für Schwangere und Stillende nicht geeignet.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 11. Februar 2021 | 21:00 Uhr

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