Symptome und Therapie Schmerzen in der Schulter: Woran kann es liegen?

Frozen Shoulder, Arthrose, Riss in der Rotatorenmanschette: Das sind nur drei von häufigen Auslösern für Schmerzen in der Schulter. Wann helfen Salben oder Gymnastik? Wann ist eine OP nötig?

3D-Illustration von Schmerzen in der Schulter
Schmerzen in der Schulter führen meist auch zu Bewegungseinschränkunegn. Das kann bei ganz alltäglichen Dingen, wie Kämmen und Schnürsenkel zubinden, zum großen Problem werden. Bildrechte: Colourbox.de

Riss in der Rotatorenmanschette

Ein Riss der Rotatorenmanschette ist einer der häufigsten Gründe für den Besuch einer Schultersprechstunde, besonders bei Älteren. Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln und vier Sehnen, die die Schulter umhüllen und stützen. Sie verbinden den Oberarmknochen mit dem Schulterblatt und sorgen dafür, dass wir den Arm seitlich anheben und ihn drehen können. Bei einer Ruptur (einem Riss) lässt sich eine Operation kaum vermeiden. Mit einem Anker und Spezialfaden wird die abgerissene Sehne so wieder angenäht, dass sie in den Knochen einheilen kann. Das braucht seine Zeit, aber in der Regel kann die schmerzfreie Beweglichkeit wiederhergestellt werden.

Arthrose in der Schulter

Bei einer Arthrose im Schultergelenk ist die schützende Knorpelschicht zwischen den Knochen beschädigt. In der Folge reiben die Knochen aneinander und schleifen sich ab. Eine Arthrose erkennt man gut auf einem Röntgenbild. Ursache ist meist eine starke Beanspruchung des Gelenks, im Beruf oder beim Sport. Die Folgen werden aber oft erst im höheren Alter spürbar. Bei den über 60-Jährigen ist in 20 Prozent der Fälle eine Arthrose die Ursache für die Schulterbeschwerden. Früher galt der Einsatz von Endoprothesen, also künstlichen Schultergelenken, als sehr kompliziert und aufgrund der besonderen Anatomie der Schulter als anfällig für Komplikationen. Doch in den vergangenen Jahren haben sich Implantate und OP-Verfahren deutlich verbessert.

Kalkschulter schmerzt durch Verengungen

Bei einer Kalkschalter sind plötzlich einschießende Schulterschmerzen typisch, die sich vor allem bei Drehbewegungen und beim Heben des Armes über Kopf bemerkbar machen. Bei einer Kalkschulter bilden sich zwischen den Sehnen des Schultergelenks Ablagerungen. Häufig betroffen ist die Rotatorenmanschette. Die Kalkdepots können die Sehnen reizen, wodurch diese sich verdicken. Dadurch kommt es zu Verengungen, das verursacht die Schmerzen, auch nachts. Die Behandlung erfolgt in der Regel ohne OP. Meist helfen Bewegungstherapie und Schmerzmittel.

Frozen Shoulder: Entzündung der Schultergelenkkapsel

Schultersteife, auch "Frozen Shoulder" genannt, ist die Folge einer schmerzhaften Entzündung der Schultergelenkkapsel. "Frozen" bedeutet "eingefroren". Die entzündete Gelenkkapsel vernarbt und verklebt. Nach einiger Zeit lassen zwar die Schmerzen nach, dafür wird das Gelenk immer steifer. So fällt besonders das Heben des Armes schwer. Frauen sind häufiger von einer versteiften Schulter betroffen als Männer. Das typische Patientenalter liegt zwischen 40 und 60 Jahren. Schmerzmittel lindern den Schmerz, durchblutungsfördernde Maßnahmen wie Eisbehandlung, warme Auflagen oder Bewegungsbäder helfen, die Beweglichkeit wieder zu erhöhen. Die Behandlung ist sehr langwierig, man braucht viel Geduld.

Bewegungseinschränkungen durch Zysten

Zysten kennt man von inneren Organen. Doch Zysten können auch im Schultergelenk auftreten. Sie sind eine eher seltene Ursache für Schmerzen, können aber erhebliche Bewegungseinschränkungen verursachen. Knochenzysten entwickeln sich meist durch eine Instabilität im Schultergelenk und eine gewisse Belastung, verbunden mit einem Knochenabrieb. Unter dem Knorpel bilden sich Hohlräume mit der Einlagerung von gallertartiger Flüssigkeit. Liegt zusätzlich noch ein Knorpelschaden vor, kann das erhebliche Schmerzen machen. Häufig hilft dann nur ein minimalinvasiver Eingriff. Dabei werden die Zysten eröffnet, damit wieder Knochengewebe einwachsen kann.

Wann helfen Schmerzsalben?

Es gibt viele freiverkäufliche Schmerzgels und -salben auf dem Markt. Doch wann helfen sie? Bei leichten Schmerzen sind Schmerzsalben sicherlich einen Versuch wert. Halten die Schmerzen jedoch länger an, sollte man sich gründlich untersuchen und behandeln lassen.

Salben mit NSAR-Wirkstoffen

Die Abkürzung NSAR steht für nicht-steroidale Antirheumatika, also Präparate wie Diclofenac oder Ibuprofen. Sie können Schmerzen reduzieren, aber nicht bei jedem. Bei einer aktivierten Arthrose und damit einhergehenden Entzündung erreicht Studien zufolge etwa jeder Dritte eine Schmerzreduzierung. Zudem wirken die Salben besser bei kleineren und oberflächennahen Gelenken als bei tiefer gelegenen Gelenken. Bei Dauergebrauch können sie ähnliche Nebenwirkungen haben wie Tabletten.

Pflanzliche Salben bei Prellungen

Gels mit Beinwell oder Arnika sind die nebenwirkungsärmere Variante. Sie haben einen kühlenden Effekt, vor allem bei Zerrungen und Prellungen. Die meisten Studien, die die Wirkung belegen sollen, genügen aber nur bedingt wissenschaftlichen Kriterien.

Wärmecremes gegen Muskelverspannungen

Wärmecremes beinhalten zum Beispiel den Wirkstoff Capsaicin. Sie fördern die Durchblutung, es entsteht ein wärmendes Gefühl. Diese Salben helfen bei Muskelverspannungen und teilweise bei Rheumaschmerzen. Sie sind allerdings nicht für Menschen mit empfindlicher Haut geeignet.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 17. November 2022 | 21:00 Uhr

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