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Wer unter vermehrter Schweißbildung leidet, hat dabei oft auch mit den dadurch entstehenden unangenehmen Gerüchen zu kämpfen. Bildrechte: imago/Steinach

Kampf gegen unangenehme GerücheNeues Medikament hilft gegen Achselschweiß

von Claudia Hempel, Hauptsache Gesund

Stand: 05. Oktober 2022, 05:00 Uhr

Gegen Achselschweiß soll nun das neue Medikament Axhidrox helfen. Welche Therapien es außerdem gibt und was eine Umstellung der Ernährung bewirken kann, erklären wir hier. Übrigens: Aluminium im Deo gilt nicht mehr als schädlich.

Axhidrox – neues Medikament gegen Achselschweiß

Seit dem 1. August 2022 kann das Medikament Axhidrox gegen Achselschweiß von Dermatologen verschrieben werden. Die Creme wurde in einer mehrmonatigen Studie getestet und die übergroße Mehrheit der beteiligten Studienteilnehmer*innen konnte eine deutliche Besserung der Schweißbildung feststellen.

Die Wirkweise der Creme: Sie verdrängt den Botenstoff Acetylcholin, der im vegetativen Nervensystem das Schwitzen anregt, vom dortigen Rezeptor. Das heißt, die Schweißdrüse wird weniger angeregt, Schweiß zu produzieren. Die Therapie beginnt in den ersten vier Wochen mit ein bis zwei Hüben Creme, die direkt auf die Achsel aufgetragen werden. Danach folgt eine sogenannte Erhaltungstherapie – ein bis zweimal pro Woche zwei Hübe pro Achsel.

Hyperhidrose – wie therapiert man krankhaftes Schwitzen?Menschen, die besonders viel schwitzen, sollten einen Dermatologen konsultieren, denn es gibt Medikamente und Therapien, welche nur in einer Praxis durchgeführt werden können oder rezeptpflichtig sind.

Dazu zählen bestimmte Salben oder Cremes, Tabletten, Salbeikapseln, Botoxspritzen, eine Strombehandlung, Iontophorese genannt, oder als letzter Ausweg eine Operation. Welche Therapie für wen in Frage kommt, ist sehr individuell und muss genau auf das Krankheitsbild des Patienten abgestimmt werden.

Mit Ernährung gegen Schwitzen

Der eine schwitzt mehr, die andere weniger. Auch wenn die Veranlagung zum Schwitzen individuell und manchmal genetisch vererbt ist, kann man bestimmte Dinge selbst tun, um weniger zu schwitzen. Denn auch unsere Lebensweise führt zu Schweißbildung. Die wichtigsten Schweißtreiber dabei sind Kaffee und Nikotin. Wer also weniger schwitzen will, sollte auf Kaffee verzichten und mit dem Rauchen aufhören. Auch bestimmte Gewürze fördern die Schweißbildung – vor allem Capsaicin, ein Alkaloid, welches in Paprika und Chili vorkommt. Wer empfindlich ist, sollte Paprika und Chili also vorsichtig dosieren.

Warnung vor Aluminium im Deo aufgehoben

Der Duft ist für die meisten Menschen das wichtigste Merkmal beim Kauf eines Deos, gefolgt von der Art des Auftragens – also Roll-On oder Spray – sowie dem Preis. Erst an vierter Stelle folgen die Inhaltsstoffe. Jahrelang galt dabei Aluminium als besonders gefährlich. Es hieß, Aluminium könne sich im Körper anreichern und unter anderem Schäden an Nerven, Nieren, Leber und Knochen verursachen. Auch warnte das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), es gebe Anzeichen, dass Aluminium ein Auslöser für Alzheimer oder Brustkrebs sein könnte. Daher entschieden sich viele Menschen für aluminiumfreie Deos.

Die jahrelang verbreitete Hysterie gegen aluminiumhaltige Sprays und Roll-ons scheint jedoch unbegründet. Nach der Warnung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatten sich die Experten der Europäischen Behörde für Verbrauchersicherheit die Studienlage noch einmal genauer angeschaut. Kurz darauf kam eine umfangreiche Stellungnahme des SCCS (Scientific Comitee on Consumer Safety) heraus. Die europäischen Wissenschaftler konnten keinen Zusammenhang zwischen der Art des Deos und der Höhe des Aluminiumgehalts feststellen. Das meiste Aluminium nähmen wir Menschen durch die Nahrung oder sogar in der Luft auf. Daraufhin nahm das Bundesinstitut für Risikobewertung seine Warnung zurück. Die Aufnahme über die Haut sei wesentlich geringer als ursprünglich vermutet, so die neue Begründung.

Deo oder Antitranspirant?

Genau genommen ist ein Mittel, welches gegen Schwitzen hilft und Aluminium enthält, gar kein Deo, sondern ein sogenanntes Antitranspirant. Es verhindert Schwitzen – im Gegensatz zum Deo. Dieses vermischt lediglich den Schweiß mit Duftstoffen, das heißt: Wir schwitzen nicht weniger, sondern wir riechen nur nicht so stark nach Schweiß.

Ein Antitranspirant dagegen führt tatsächlich dazu, dass wir weniger Schwitzen. Das Wirkprinzip ist einfach. Aluminiumsalze verkleben die Schweißdrüsenausgänge, das führt zu einer Verminderung des Schweißflusses. Allerdings macht ein Aluminiumtranspirant die Haut sehr trocken. Enthält es dazu noch Alkohol, reagieren manche Menschen mit geröteter oder juckender Haut. Daher empfehlen viele Hautärzte ein aluminiumhaltiges, aber alkoholfreies Antitranspirant zu benutzen.

Tipps zur Verringerung von Aluminium im Körper

Es klingt erst einmal verwunderlich, aber das Leichtmetall Aluminium ist ein Naturprodukt. Es kommt in der Luft vor, in der Nahrung und in der Erde. Und obwohl es bislang keine Studien gibt, die einen Nachweis zwischen der Aufnahme von Aluminium im Körper und bestimmten Krankheiten festgestellt hat, kann man schon mit kleinen Verhaltensänderungen die Anreicherung im Körper vermeiden.

  1. Wickeln Sie keine sauren oder salzigen Lebensmittel in Alufolie ein, das Aluminium könnte sich lösen.
  2. Beim Grillen sollte das Grillgut erst in Backpapier und anschließend in Alufolie gelegt werden, damit es keinen direkten Kontakt zur Alufolie hat.
  3. Auch Lippenstift, Sonnencreme oder Zahnpasta können Aluminium enthalten. Mit Hilfe der App "Codecheck" können Sie sich bedenkliche Inhaltsstoffe in Kosmetik anzeigen lassen.

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 06. Oktober 2022 | 21:00 Uhr