Tipps und Hilfsmittel So stärken Sie die Sehkraft im Alter

Altersweitsichtigkeit, Grauer Star und Trockenheit der Augen begleiten viele im zunehmenden Alter. Wir erklären, wie Betroffene gegensteuern können, welche Hilfsmittel es gibt und wann die Medizin hilft.

Bluthochdruck, Diabetes oder Gefäßerkrankungen können die Augen schädigen. Mit Bewegung und Entspannung kann man den Druck im Auge senken, auch ausreichender Schlaf entspannt die Muskultur und sorgt für wichtige Ruhepausen. Eine ausgewogene Ernährung ist insgesamt für den gesamten Organismus, aber auch speziell für das Auge notwendig.

"Dies ist aber weniger für die Verhinderung der Alterssichtigkeit von Bedeutung, als vielmehr zur Verhinderung der altersbedingten Makuladegeneration, der gefürchteten Erkrankung an der Stelle des schärfsten Sehens. Viel Gemüse, insbesondere grünes, Obst, Nüsse, Vollkornprodukte, Eier, Milch, etwas Fisch, natürlich nicht rauchen und der Schutz vor energiereichem UV-Licht mit einer Sonnenbrille seien hier genannt", rät Augenexperte Dr. Frank Rohrwacher.   

Altersweitsichtigkeit trifft jeden

Altersweitsichtigkeit oder auch Alterssichtigkeit wird von Ärzten auch Presbyopie genannt und ist eine ganz natürliche Veränderung, die früher oder später jeden trifft. Die Linse im Auge wird etwa ab dem 50. Lebensjahr immer starrer und damit nicht mehr so leicht verformbar. Auch die Elastizität der Augenmuskulatur lässt nach. Das beides führt dazu, dass es immer anstrengender wird, Dinge in der Nähe scharf zu sehen. Viele kennen das, wenn zum Beispiel der Arm beim Lesen nicht mehr lang genug ist.

Doch was hilft? "Die klassische Form ist die Brillenkorrektur. Dies kann mit einer isolierten Lesebrille oder aber, und dies hat viele Vorteile, mit einer so genannten Gleitsichtbrille erfolgen. Hierbei handelt es sich um Gläser, bei denen ein fließender Übergang vom Sehen in der Ferne bis zur unmittelbaren Nähe möglich ist. Auch möglich, aber nicht ganz so verbreitet, ist die Korrektur über spezielle Kontaktlinsen“, erklärt Augenarzt Dr. Frank Rohrwacher aus Leipzig.

Wer braucht eine Gleitsichtbrille?

Wer neben der Altersweitsicht auch noch kurzsichtig ist, also Dinge in der Entfernung nicht gut erkennen kann, braucht häufig eine Gleitsichtbrille. "Es gibt eigentlich kaum jemanden, für den diese Korrektur nicht geeignet wäre. Zum Beispiel bei der Arbeit im Büro kann man im oberen Glasbereich in der Ferne scharf sehen, wer z.B. zur Tür hereinkommt oder auch wer vor dem Haus über die Straße geht, im mittleren Bereich sehr gut am Computer arbeiten und im unteren Anteil des Glases scharf lesen. Damit erübrigt sich der ständige Wechsel zwischen einer Fern- und einer Nahbrille", so Dr. Frank Rohrwacher.

Ist das Sehen im Computerbereich eingeschränkt, dann helfen spezielle Bildschirm-Arbeitsplatzbrillen. Sie korrigieren den gesamten oberen Bereich der Brille für die Entfernung zum Monitor und im unteren Bereich für die Nähe. Das häufig bestehende Vorurteil, dass man sich an Gleitsichtbrillen schlecht gewöhnt, trifft schon seit langem nicht mehr zu. Am Anfang braucht man ein paar Tage, manchmal auch bis zu zwei Wochen, bis man damit zurechtkommt und die Gläser gar nicht mehr richtig wahrnimmt. Aber der Vorteil überwiegt die Anstrengungen um ein Vielfaches.

Grauer Star – Eintrübung der Linsen

Beim Grauen Star, medizinisch auch Katarakt, trüben die Linsen ein. Fast jeder Zweite über 60-Jährige leidet darunter. Die Eintrübung kommt schleichend, oft bemerken es die Patienten erst, wenn sie nur noch verschwommene oder unscharfe Bilder sehen. Der Kontrast beim Sehen geht verloren und die Augen werden immer lichtempfindlicher. Dagegen kann eine Operation helfen. Wann sie nötig wird, legt der Augenarzt fest.

"In den meisten Fällen kommen die Patienten zum Augenarzt, weil sie bemerken, dass das Sehvermögen immer weiter abnimmt. Mitunter geht aber die Linsentrübung auch so schleichend vonstatten, dass die Patienten gar nicht so recht bemerken, wie schlecht sie inzwischen eigentlich sehen, und eventuell gar nicht mehr zum Führen eines Autos in der Lage sind. Da muss man mitunter schon einmal etwas deutlicher auf die nunmehr notwendige Operation hinweisen", sagt Dr. Frank Rohrwacher.

Der Eingriff wird mit einer örtlichen Betäubung ambulant durchgeführt und dauert meist nicht länger als zehn Minuten. Die trübe Linse wird dabei entfernt und durch eine Kunststofflinse ersetzt. Die Operation des Grauen Stars zählt weltweit zu den häufigsten Eingriffen und gilt mit über 98 Prozent Erfolgsrate außerdem als eine der sichersten. Wichtig sind die Nachkontrollen am folgenden Tag, in der folgenden Woche und die Endkorrektur nach vier Wochen. Risikofaktoren für Grauen Star können zu viel Alkohol, Nikotin, Sonneneinwirkungen auf der Netzhaut, Diabetes oder familiäre Vorbelastung sein.

Ein Aschenbecher vor einem Laptop an dem jemand sitzt und raucht
Rauchen kann die Entwicklung eines Grauen Stars begünstigen. Bildrechte: Colourbox.de

Trockene Augen

Auch trockene Augen werden mit dem Alter immer häufiger. Die Symptome wie ein Fremdkörpergefühl, Brennen oder Jucken sind meist harmlos, werden aber oft als sehr unangenehm und belastend empfunden. Schuld ist meist eine falsche Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit, wodurch der schützende Tränenfilm schneller verdunstet.

Die Beschwerden lassen sich durch spezielle rezeptfreie Augentropfen, -gels oder -sprays aus der Apotheke lindern. In manchen Fällen steckt auch eine Entzündung der Drüsen an den Lidrändern dahinter, die mit Antibiotika behandelt werden muss. Ist das Auge gerötet oder schmerzt, sollte man das zur Sicherheit vom Augenarzt kontrollieren lassen.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 25. Februar 2021 | 21:00 Uhr

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