Servicezeit | 14.06.2021 Blutspendedienste in Thüringen hoffen auf mehr Freiwillige

In Deutschland dürfen Menschen ab dem 18. Lebensjahr Blut spenden, doch zu wenige tun es. Jetzt, wo Corona-Lockerungen mehr gesellschaftliches Leben zulassen, sollte auch die Bereitschaft zur Blutspende wieder steigen. So hoffen die Blutspendedienste in Thüringen.

Blutkonserven in einem Tragekorb aus Plastik
Blutkonserven werden unter anderem bei der Therapie von Krebspatienten, bei der Behandlung von Verletzungen und bei Komplikationen bei Geburten benötigt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Corona-Pandemie klingt derzeit ab - und Blutspendedienste werben verstärkt um Spendenbereitschaft. Die Hoffnung: Jetzt, wo Lockerungen wieder mehr gesellschaftliches Leben zulassen, sollte auch die Bereitschaft zur regelmäßigen Blutspende wieder steigen.

In der Hörfunk-Servicestunde bei MDR THÜRINGEN beantwortet Nico Feldmann vom DRK Blutspendedienst Thüringen am Montag, 14. Juni, Fragen von Hörerinnen und Hörern. Wer darf, was ist mit Menschen, die Corona hinter sich haben? Die Servicestunde ist ab 11 Uhr erreichbar unter (0800) 218 1616.

Im Institut für Transfusionsmedizin der Universitätsmedizin findet eine Blutspende statt 21 min
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MDR THÜRINGEN - Das Radio Mo 14.06.2021 11:50Uhr 20:35 min

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Wer darf in Deutschland spenden?

In Deutschland dürfen Menschen ab dem 18. Lebensjahr Blut spenden, vorausgesetzt, es gibt keine gesundheitlichen Bedenken. Das Mindestkörpergewicht liegt bei 50 Kilogramm. Der Hämoglobingrenzwert liegt bei den Männern bei 13,5 und bei den Frauen bei 12,5 - damit der Körper nach der Spende den Blutverlust ausgleichen kann.

Eine Altersbegrenzung bei Wiederholungsspendern gibt es in Deutschland nicht, Erstspender dürfen aber nicht älter als 68 Jahre sein. Frauen dürfen in Deutschland insgesamt vier Mal im Jahr spenden, Männer sechs Mal - acht Wochen müssen sie aber zwischen den Spenden pausieren. Das Transfusionsgesetz regelt in Deutschland die Blutgewinnung und deren Anwendung bei Bluttransfusionen.

Thüringen droht Blutknappheit

In Thüringen fehlen wegen mangelnder Spendenbereitschaft immer mehr Blutkonserven. So meldet das Institut für Transfusionsmedizin in Suhl Anfang Juni 2021 nur etwa ein Drittel der sonst vorhandenen Konserven. Geschäftsführer Wolfgang Wehner sagte MDR THÜRINGEN, bei Deutschlands größtem kommunalen Blutspendedienst lägen derzeit nur noch etwa 1.000 Konserven in den Regalen. Pro Tag würden rund 500 Blutkonserven von den Krankenhäusern angefordert.

Schon 2020 ist der Vorrat an Blutkonserven in Thüringen stark geschrumpft. Das DRK sieht den Blutkonservenmangel vor allem darin begründet, dass durch die Tätigkeit im Homeoffice viele Firmentermine abgesagt werden mussten. Hinzu kam, dass viele Räumlichkeiten für Spendenaktionen wie Schulen, Altenheime und Kitas weggefallen sind. 

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 11. Juni 2021 | 11:00 Uhr

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