Stiftung Warentest Test von 2019: Stilles Mineralwasser oft verkeimt

2019 hat Stiftung Warentest 32 Sorten natürliche Mineralwasser ohne Sprudel getestet, das Ergebnis ist ernüchternd: Nur knapp die Hälfte schaffte die Note "gut". In Bio-Wasser wurden sogar resistente Erreger entdeckt.

Frau trinkt Mineralwasser aus Flasche bei großer Hitze
Bei Hitze sollte man viel trinken. Bildrechte: IMAGO

Stille Mineralwasser sind oft mit Keimen oder kritischen Stoffen belastet oder enthalten Rückstände aus Landwirtschaft und Industrie. In einer Untersuchung von Stiftung Warentest  erhielten nur 15 von 32 natürlichen Sorten Wasser ohne Kohlensäure die Note "gut".

Zwei mit Bio-Label beurteilten die Tester sogar mit "mangelhaft": "BioKristall Still" und die aus Brandenburg stammende "Rheinsberger Preussenquelle Still Bio". Letztgenanntes Wasser war beim Test sehr stark mit Keimen belastet - darunter auch mit solchen, die für Immunschwache gefährlich werden könnten und selbst für gesunde Menschen ein geringes Risiko darstellen.

Günstiges Wasser auch das beste

Wer stilles Mineralwasser kaufen will, kann laut Stiftung Warentest getrost zu den günstigen Marken greifen. Die Produkte mit den vier besten Bewertungen kosteten alle nur 13 Cent pro Liter, sie stammten von Edeka ("Gut & Günstig"), Aldi Nord ("Quellbrunn Naturell"), Rewe ("Ja still") und Kaufland ("K-Classic still"). Auch von ihnen stammt ein Teil aus Brandenburg.

Baby-Wasser sind unnötig

Unter den 32 getesteten stillen Mineralwassern werden drei als Baby-Mineralwasser angeboten, sechs haben ein Bio-Label.

Spezielle Baby-Wasser sind laut Stiftung Warentest unnötig. Die Tester raten, Nahrung für Babys in den ersten Monaten grundsätzlich zur Sicherheit nur mit abgekochtem Wasser aus der Leitung zuzubereiten.

Leitungswasser ist oft sauberer

Auch für alle anderen Menschen empfehlen die Tester das Wasser aus dem Hahn. Es sei genauso gut und deutlich günstiger als stilles Wasser aus der Flasche.

Neben dem Mineralwasser untersuchte Stiftung Warentest auch Leitungswasser von 20 verschiedenen Regionen in Deutschland auf insgesamt 126 Verunreinigungen. In keiner der Proben wurden gesundheitlich bedenkliche Mengen eines Stoffes gefunden, alle Wasser erfüllten die strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Juni 2019 | 10:00 Uhr

Mehr Gesundheit

Weitere Ratgeber-Themen