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Durch das konzentrierte Lesen am Bildschirm blinzeln wir zu wenig. Das führt zu trockenen Augen. Bildrechte: Colourbox.de

Tipps und HilfsmittelWas hilft gegen trockene Augen?

von Jana Olsen

Stand: 22. Juni 2021, 09:32 Uhr

Brennen, Jucken, Schmerzen oder gar das Gefühl von Sandpapier – trockene Augen können vielfältige und teils massive Beschwerden hervorrufen. Hier können unter anderem Therapien mit künstlichen Tränen, Kontaktlinsen oder Medikamenten aus einer Eigenblutspende helfen.

Tränenflüssigkeit ist ein wichtiger Schutzfilm für unser Auge. Wird zu wenig Tränenflüssigkeit produziert oder stimmt die Zusammensetzung nicht, können sich kleine Defekte auf der Augenoberfläche bilden, die Eintrittsstellen für Bakterien sind. Das kann sehr schmerzhaft und belastend werden.

"Es gibt viele Ursachen für trockene Augen, denen man unbedingt auf den Grund gehen sollte", empfiehlt Dr. Nancy Diedenhofen, Augenärztin am Klinikum Chemnitz. Sie reichen von äußeren Einflüssen wie Zugluft oder zu viel Bildschirmarbeit über Medikamente bis hin zu Autoimmunerkrankungen.

Diagnose mit Schirmer-Test

Ein typischer Standardtest, um die Menge der Tränenflüssigkeit im Auge zu messen, ist der sogenannte Schirmer-Test. Dazu wird ein kleiner Streifen Filterpapier ins Unterlid gehängt. Er verbleibt fünf Minuten im Auge. Anhand der Einfärbung des Teststreifens kann die Ärztin oder der Arzt sehr rasch ablesen, wie es um die Tränenbildung bestellt ist und gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchführen.

Beim Schirmer-Test wird ein kleiner Streifen Filterpapier ins Unterlid gehängt und gemessen, ob ausreichend Tränenflüssigkeit im Auge vorhanden ist. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Darum helfen Augentropfen begrenzt

Es gibt heute eine breite Palette von Augentropfen, die in solchen Fällen helfen können. Dabei handelt es sich um künstliche Tränenflüssigkeit. "Es gibt um die 200 verschiedene freiverkäufliche und rezeptpflichtige Präparate. Da das Richtige zu finden, das hilft, ist nicht so einfach", gibt Dr. Diedenhofen zu bedenken.

Denn Tränenflüssigkeit besteht aus weit mehr als nur Salz und Wasser. Sie enthält zahlreiche Proteine, Fette und Schleimsubstanzen, sowie neben Vitamin A und Wachstumsfaktoren unter anderem auch Antikörper (IgA) für die Immunantwort. Diese komplexen Bestandteile können nur bedingt in einem Augentropfen-Präparat nachempfunden werden. Daher helfen künstliche Tränen in schweren Fällen oft nur begrenzt.

Augentropfen sind eine künstliche Tränenflüssigkeit. Bildrechte: imago/Panthermedia

Stöpsel für den Tränenabfluss als Alternative

In solchen Fällen kann der Tränenabfluss mit einem sogenannten "Punctum Plug" verschlossen werden. Dieser winzige Silikon-Stöpsel wird in das Tränenpünktchen gesteckt, das sich am unteren Rand des inneren Lidwinkels befindet. Der Plug verschließt den Tränenabfluss dann wie ein Stöpsel im Waschbecken.

Die körpereigene Tränenflüssigkeit verbleibt so länger im Auge. Das Einsetzen des Verschlusses erfolgt durch die Augenärztin oder den Augenarzt und ist schmerzfrei. Nach dem Einsetzen ist der Plug für den Patienten weder sicht- noch spürbar.

Therapeutische Kontaktlinsen

Auch mit speziellen Kontaktlinsen, sogenannten Sklerallinsen, kann die Augenoberfläche bei extremer Trockenheit geschützt werden. Solche Linsen sind vergleichsweise groß und liegen nicht direkt auf der Hornhaut auf. Der Hohlraum ist mit einer Flüssigkeit befüllt, der das Auge feucht hält. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Kochsalzlösung.

Serum-Augentropfen aus einer Blutspende

Bei schweren Verlaufsformen von trockenen Augen können sogenannte Serum-Augentropfen ein letzter Ausweg sein. Diese werden individuell für den Patienten aus einer Eigenblutspende hergestellt. In der Regel muss der Patient dafür alle drei Monate einen halben Liter Blut spenden.

Das Blut wird im Labor weiter verarbeitet und ein bernsteinfarbenes Serum daraus gewonnen. Darin stecken wundheilungsfördernde Vitamine, Wachstumsfaktoren und Enzyme. Zur Sicherheit verbleibt das Serum eine Woche unter Kontrolle: "Wir wollen sichergehen, dass da keine Bakterien drin sind. Deswegen machen wir eine Sterilitätstestung, die etwa eine Woche dauert", erklärt Dr. Uwe Sievert vom Institut für Transfusionsmedizin Chemnitz, das solche individuellen Tropfen herstellt.

Danach werden die Tropfen tiefgefroren an eine Kooperationsapotheke geliefert, wo die Betroffenen sie sich abholen können. Das Serum ist gerade für Patienten mit Autoimmunerkrankungen gut geeignet, erklärt Dr. Nancy Diedenhofen. "Es kommt dem eigenen Tränenfilm sehr nahe und verursacht in der Regel auch keine Unverträglichkeiten."

Alltagstipps gegen trockene Augen

Blinzeln: Damit das Auge ausreichend befeuchtet wird und der Tränenfilm nicht aufreißt, sollte jeder Mensch etwas zehn bis 15 Mal pro Minute blinzeln. Wer viel vor einem Bildschirm sitzt, schafft das oft nicht. Also: immer mal die Augen aktiv schließen und blinzeln!

Sonnenbrille: UV-Licht trocknet die Augen zwar nicht aus, schadet ihnen aber auf Dauer. Eine Sonnenbrille mit UV-Filter schützt die Augen. Modelle mit einem hohen UV-Schutz sind an dem Hinweis "UV400" oder "100 Prozent UV-Schutz" zu erkennen.

Lidrand-Hygiene:Die kleinen Meibom-Drüsen am Lidrand sind wichtig für die Stabilität des Tränenfilms. Bei manchen Patienten sind sie verklebt, was zum Beispiel auch durch Schminke passieren kann. In diesem Fall hilft eine sorgsame Lidrand-Hygiene.

Mit speziellen Augenpads wird der Lidrand zunächst erwärmt. Dann wird sanft in Richtung zu den Wimpern massiert. Hierbei entleert sich das zähe, Zahnpasta-ähnliche Sekret der Meibom-Drüsen. Die Lidkanten sollten anschließend mit einem sauberen Wattepad gereinigt werden.

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Hauptsache gesund | 24. Juni 2021 | 21:00 Uhr