Fernreisen Vorsicht vor Seuchen und Krankheiten im Urlaub

Wenn Sie eine Reise in die Ferne planen, dann sollten Sie sich gut informieren, welche Gesundheitsgefahren in einigen Urlaubsländern auf Sie lauern können. Denn Corona ist nicht die einzige Gefahr, auch wenn man den Eindruck in letzter Zeit gewinnen konnte. MDR SACHSEN-Reporterin Karin Engler fasst zusammen.

An erster Stelle steht das Dengue-Fieber, das seit vielen Jahren von Industrieländern ignoriert wird, sich jedoch zu einer Pandemie entwickelt hat.

Das Virus ist vor allem in den Tropen und Subtropen relevant. Aktuell wurden aber auch Ausbrüche in Lateinamerika und Asien gemeldet, erklärt Prof. Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg: "Das Dengue-Virus wird von Stechmücken übertragen. Wenn man sich damit infiziert, merkt man das im Regelfall gar nicht. Einige, man sagt so 20 bis 30 Prozent, bekommen dann das Dengue-Fieber. Sehr wenige können an einem so genannten hämorrhagischen Fieber auch schwer erkranken, das mit Blutungen einhergeht. An dieser Form der Erkrankung kann man auch sterben."

Es gibt zwar inzwischen auch einen Impfstoff gegen das Dengue-Fieber, doch der ist den Menschen vorbehalten, die in den Endemiegebieten leben.

Das Dengue-Virus wird von Stechmücken übertragen.

Prof. Jonas Schmidt-Chanasit | Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg

In Europa angekommen: Chikungunya-Virus

Das Chikungunya-Virus ist mittlerweile in Europa angekommen, aber es ist keine Impfung möglich, erklärt Prof. Jonas Schmidt-Chanasit: "In Italien gab es größere Ausbrüche. Es wird über die Tigermücke übertragen, die auch bei uns in Deutschland vorkommt. Es ist nicht so lebensbedrohlich wie das Dengue-Virus, aber es kann zu langanhaltenden Gelenkbeschwerden führen. Man kann nicht richtig laufen, kann sich nicht bewegen. Und das ist sehr einschränkend."

In Italien gab es größere Ausbrüche mit dem Chikungunya-Virus.

Prof. Jonas Schmidt-Chanasit | Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg

Mückensprays und helle, lange Kleidung

Zum Schutz gegen die Tigermücke sollte man helle, lange Kleidung tragen, Gazegitter vor den Fenstern anbringen und vom Deutschen Tropeninstitut empfohlene Mückensprays nutzen. Diese Präventivhandlungen sollte man auch hierzulande planen, weil Chikungunya-Fieber in Deutschland künftig nicht auszuschließen sei.

Das Chikungunya-Fieber ist in Deutschland künftig nicht auszuschließen.

Recherche von Karin Engler | MDR-Reporterin

Gegen Polio hilft nur Impfen

Gegen die Krankheit Polio, die in Deutschland schon seit Jahren ausgerottet ist, hilft, laut Prof. Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin, nur die Impfung: "Wir haben zahlreiche Polio-Fälle, vor allen Dingen in afrikanischen Ländern, unter anderem in Malawi. Wir haben aber zum Beispiel auch Polio-Nachweise und Erkrankte in Israel und auch im Abwasser in Ägypten Erreger nachgewiesen. Es wird zum Teil auch kontrolliert, dass Einreisende die Polio-Impfung haben."

Ein Kind erhält eine Impfung
Gegen Polio (Kinderlähmung) hilft aktuell nur eine Impfung. Bildrechte: imago images/Xinhua

Multiresistenz gegen Antibiotika

Bereits als kommende Pandemie wird die Multiresistenz gegen wichtige Antibiotika bezeichnet, die sich weltweit ausbreitet. "Da ist ein gutes Beispiel Salmonella Typhi, die den Typhus verursacht, was eine schwere, lebensgefährliche Infektion ist.", sagt Prof. Tomas Jelinek. "Hier breiten sich multiresistente Stämme aus Südasien aus, die auch die USA und Mexiko erreicht haben. Aktuell gibt es auch einen Ausbruch in Namibia. Es gibt zahlreiche Länder, die betroffen sind und wo man im Einzelfall auch schaut, dass möglichst eine Impfung vorliegt, die wir zum Glück gegen diese Krankheit haben."

mehrere Packungen Antibiotika.
Wird bereits als kommende Pandemie bezeichnet: Die Multiresistenz gegen wichtige Antibiotika. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Aufgrund von Corona sind bei vielen Reisenden Impflücken entstanden. Doch die kann man schließlich auch jetzt, zwei Jahre später, schließen.

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MDR (ke/in)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | 27. April 2022 | 10:17 Uhr

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