Lichttherapie Wann sind UV-Strahlen gesund?

Endlich locken die ersten warmen Sonnenstrahlen ins Freie. Die UV-Strahlen der Sonne sind für uns überlebenswichtig, sie stärken die Knochen und können Hautprobleme lindern. Doch sie sorgen gleichzeitig auch für Sonnenbrand, lassen die Haut altern und schaden den Augen. Wie viel Strahlung ist nützlich, wie viel gefährlich?

Eine Frau sitzt vor einer Tageslichtlampe.
Eine Lichttherapie kann helfen, etwa einen Winterblues zu vertreiben. Bildrechte: IMAGO images / Science Photo Library

Ultraviolette Strahlen gehören zum nicht sichtbaren Anteil des Sonnenlichtes. Dass man der Strahlung zu lange ausgesetzt war, bemerkt man meistens erst, wenn es bereits zu spät ist. Die Haut reagiert dann mit einer Sonnenallergie oder einer Entzündungsreaktion, einem Sonnenbrand.

Nicht so bekannt ist, dass auch die Augen darunter leiden können: UV-Licht gilt als Hauptursache für einen Grauen Star und kann Binde- oder Hornhautentzündungen begünstigen. Deshalb sollten Sonnenbrillen immer einen UV-Filter haben. Am intensivsten sind die Strahlen bei uns in Deutschland in den Monaten Mai bis August in der Mittagszeit zwischen 11 und 13 Uhr. In den Bergen oder in südlichen Ländern ist die UV-Belastung das ganze Jahr über generell stärker.

Doch UV-Strahlen sind nicht nur schädlich für uns. Mit ihrer Hilfe produziert unser Körper auch Vitamin D, was wir über die Nahrung nicht in ausreichender Menge aufnehmen können. Das ist wichtig, um Kalzium in den Knochen einzulagern und so Brüchen vorzubeugen. Auch unser Immunsystem ist auf das Vitamin D angewiesen. Selbst für unsere seelische Gesundheit ist die Sonne wichtig. Eine Lichttherapie kann gegen Depressionen helfen und vertreibt besonders im Winter trübe Stimmung und Winterblues.

UVA, UVB, UVC – was ist der Unterschied?

Es gibt drei verschiedene Arten von ultravioletten Strahlen: UVA, UVB und UVC. Sie unterscheiden sich in ihrer Wellenlänge. Mit etwa 95 Prozent machen UVA-Strahlen den Hauptteil der Strahlen aus, die die Erdoberfläche erreichen. Die Strahlen dringen tief in die Haut ein und sind verantwortlich für Sonnenallergien und Hautalterung. Die Haut schützt sich davor, indem sie Pigmente bildet, die die Haut bräunen. UVA-Strahlen sorgen für eine schnelle, aber nur kurz anhaltende Bräunung. Sie können übrigens auch Fenstergläser ohne speziellen UV-Schutz durchdringen. Deshalb ist es besonders bei einer Sonnenallergie wichtig, sich zum Beispiel auch im Auto ausreichend zu schützen.

UVB-Strahlen schaffen es wesentlich seltener bis an die Erdoberfläche und dringen nur oberflächlich in die Haut ein. Sie bräunen die Haut langsamer, dafür aber länger anhaltend. Trotzdem sind sie die Hauptursache für einen Sonnenbrand. Sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen können die Hautalterung beschleunigen und Hautkrebs verursachen. UVC-Strahlen dringen nicht bis an die Erdoberfläche vor, weil sie von der Atmosphäre "geschluckt" werden.

Stichwort: Sonnenschutz Wie stark die UV-Strahlen auf unsere Haut wirken, ist vom Hauttyp abhängig. Generell sollte man im Sommer nicht ungeschützt in die Sonne gehen. Wichtig ist dabei, dass Sonnenmilch, Cremes oder Spray vor UVA- und UVB-Strahlen schützen. Auch Sonnenbrillen sollten UV-Filter haben.

PUVA-Therapie gegen Schuppenflechte

Schon in den 1980er-Jahren wussten Mediziner, dass die Schuppenflechte (med.: Psoriasis) eine Autoimmunkrankheit ist, bei der die Neubildung der Haut gestört ist. Hautzellen teilen sich zu schnell und es bilden sich Schuppen, die abgestoßen werden. Die Haut kann sich entzünden. Damals wurden Patienten mit Schuppenflechte häufig mit Salbe behandelt und mussten teilweise wochenlang im Krankenhaus bleiben. Doch dann erkannten Mediziner, dass ultraviolettes Licht hilft, die Zellteilung zu normalisieren. Die sogenannte PUVA-Therapie entstand.

Das "P" steht für "Psoralen", einen Badezusatz, der die Haut lichtempfindlicher macht für die anschließende Bestrahlung mit UVA-Licht. Diese Psoralene sind ein natürlicher Wirkstoff, sie kommen in ätherischen Ölen verschiedener Pflanzen vor. Die Therapie wirkt gegen die Entzündung, Juckreiz und Schmerz klingen ab. Und auch heute noch – mehr als 30 Jahre später – setzen Dermatologen auf die PUVA-Therapie.

Und so funktioniert sie: Die Patienten gehen zunächst für 15 Minuten ins warme Badewasser mit einem speziellen Badezusatz. Das ist besonders wichtig bei Patienten, bei denen die Haut großflächig in Mitleidenschaft gezogen ist. Anschließend wird für wenige Minuten mit UVA bestrahlt, dem energiearmen Anteil des ultravioletten Lichts. Durch den speziellen Badezusatz vorab ist inzwischen in der Therapie weniger UV-Licht notwendig als früher.

Bis heute kommt die Behandlung bei mittelschwerer oder schwerer Schuppenflechte zum Einsatz. Meist reichen zwei bis vier Anwendungen pro Woche über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen. Der Arzt wählt die Strahlendosis abhängig vom Hauttyp des Patienten. Da die Haut durch die Behandlung lichtempfindlicher wird, sollten die Patienten während der Therapie die Sonne stark meiden. Bei drei Viertel aller Psoriasis-Patienten bessern sich die Beschwerden deutlich. Die Kosten dafür werden von der Krankenkasse übernommen.

Mit Salzbad und UVB-Strahlen gegen Neurodermitis

Reichen entzündungshemmende Cremes und Salben allein nicht aus, kann auch bei Neurodermitis eine Licht-Bade-Therapie helfen. Hierfür wird meist UVB-Strahlung eingesetzt, sie hat ein geringeres Risiko für Nebenwirkungen. Beim Bad wird nicht mit Psoralen vorbehandelt, sondern mit einer Photosole, einem kochsalzhaltigen Wannenbad.

Studien konnten belegen, dass Entzündungen und Juckreiz auch bei schwerer Neurodermitis durch die sogenannte Balneophototherapie, also die Kombination aus Bad und Licht, deutlich gelindert werden können. Auch für diese Therapie werden die Kosten inzwischen von den Krankenkassen übernommen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 20. Mai 2021 | 21:00 Uhr

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