Gebärmutterhalskrebs WHO aktualisiert HPV-Impfempfehlung

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Mädchen und jungen Frauen bis zum Alter von 21 Jahren nur noch eine HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Sie seien damit ausreichend geschützt, teilte die WHO nach Sichtung neuer Forschungsergebnisse mit. Zu möglichen Impfungen auch von Jungen äußerte sich die WHO dabei nicht.

Ein junges Mädchen wird geimpft.
Impfungen gegen Infektionen mit humanen Papillomviren sollten bereits im Kindesalter erfolgen. Bildrechte: Colourbox.de

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihre Impfempfehlung zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs aktualisiert. Neue Studien-Daten zeigten, dass Mädchen und Frauen unter 21 Jahren mit einer Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) gut geschützt seien, erklärte der zuständige WHO-Expertenausschuss. Bisher hatte er zwei Spritzen empfohlen.

Impfung möglichst im Kindesalter

Die neue Empfehlung solle dazu beitragen, dass mehr Mädchen und junge Frauen geimpft werden, während das Schutzniveau erhalten werde, sagte der Ausschuss-Vorsitzende, Alejandro Cravioto. Nationale Programme könnten aber bei zwei Dosen bleiben. Für Frauen über 21 Jahre gelte ohnehin weiter die Empfehlung der zweifachen Impfung im Abstand von sechs Monaten.

Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs sind fast immer auf eine frühere Infektion mit dem sexuell übertragbaren HP-Virus zurückzuführen, weshalb die Impfung auch vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen sollte. Für Mädchen wird das seit 2007 empfohlen, doch laut WHO werden noch immer zu wenige geimpft. Im Jahr 2020 starben demnach weltweit mehr als 340.000 Frauen an der Erkrankung. Es ist die vierthäufigste Krebsart bei Frauen.

Auch Jungen können geimpft werden

Doch auch für Männer empfehlen Mediziner die Impfung. Sie können das Virus verbreiten und selbst an Krebs erkranken, "im Mund-Rachen-Raum, in der Analregion sowie am Penis“, wie Jürgen Riemann, Mitglied im Kuratorium der Deutschen Krebsstiftung in der Apotheken-Umschau erklärte. Das sei zwar selten, eine HPV-Impfung senke das Risiko aber weiter.

Bei Jungen zwischen neun und 14 Jahren übernehmen demnach die gesetzlichen Krankenkassen seit 2018 die Kosten und in der Regel auch die privaten. Bis zum 18. Lebensjahr könne die Impfung erfolgen.

Impfung 5 min
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Quellen: AFP, Apotheken-Umschau, MDR (ksc)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. April 2022 | 06:00 Uhr

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