Internetsicherheit Gefahrenquellen im Internet

Menschen sind immer häufiger online. Um sich zu informieren, Termine über Kalender zu organisieren, Nachrichten über Messengerdienste zu versenden. Auch Hacker versuchen in die Systeme einzudringen, um Daten abzufischen! Wir haben zusammengefasst, wo die größten Gefahren lauern.

Sichere Passwörter wählen

E-Mail-Accounts, Online-Banking, Online-Shopping oder Soziale Netzwerke: Wer das Internet aktiv nutzt, kommt ohne Passwörter nicht aus. Sie sollen der Sicherheit dienen und sich möglichst nicht knacken lassen.

Passwort
Das Passwort "123456" ist das beliebteste Passwort - und so fast eine Einladung zum Knacken für Hacker. Bildrechte: Colourbox

  • Wählen Sie eine zufällige Zeichenfolge, die in keinem Wörterbuch zu finden ist.
  • Verwenden Sie auch Sonderzeichen und Ziffern.
  • Das Passwort sollte mindestens zehn Zeichen enthalten.
  • Wählen Sie keine Kombinationen, die mit Privatwissen auf Sie schließen lassen; wie Ihr Name plus Geburtsdatum.
  • Verwenden Sie für jeden Dienst und jeden Zugang ein eigenes Kennwort.


Späht ein Trojaner oder ein Virus die Passwörter beim Eintippen auf dem Gerät aus, so ist jedes Passwort unsicher. Denn der Hacker kann es einfach mitlesen und dann natürlich auch nutzen. Dasselbe ist beim Phishing der Fall. Das beste Passwort ist also nur dann sicher, wenn auch der Rechner an sich sicher ist.

Antivirenschutzprogramm installieren

Eine Hand auf einer Maus vor einem Computermonitor, auf dem eine Virenwarnung angezeigt wird
Antivirenprogramme melden, wenn sie Schadprogramme entdecken. Bildrechte: colourbox.com

Antivirenschutzprogramme mit Virenscanner und Firewall sind heutzutage unerlässlich. Sie erkennen Schadsoftware, verhindern deren Eintritt ins System und melden jeden erkannten Vorfall. Die Schutzprogramme durchlaufen regelmäßig automatische Updates, um auf dem neuesten Stand zu bleiben. Die auf dem Rechner installierten Programme sollten auch immer aktualisiert werden. Kriminelle programmieren ständig neue Viren und Trojaner, die Sicherheitslücken überwinden sollen. Daher ist ein Antivirenprogramm nie ein hundertprozentiger Schutz gegen Schadsoftware. Deswegen sollten Sie von Ihren Daten für den Ernstfall eine Sicherungskopie machen.

Daten verschlüsseln

Immer mehr Daten sammeln sich auf unseren Festplatten - Musikdateien, Filme oder Persönliches wie E-Mails, Fotos und Kontoauszüge. Früher bewahrte man so etwas zuhause im Schrank auf. Heute wird das auf Laptops, Festplatten, USB-Sticks oder Clouds gespeichert. Damit Unbefugte nicht darauf zugreifen können, sollte man diese Daten verschlüsseln. Dazu gibt es viele Programme, auf die man hier zurückgreifen kann.

Anonymes Surfen

Wer anonym im Internet unterwegs sein möchte, sollte seine IP-Adresse verschleiern. Diese wird bei jeder Verbindung mit dem Netz übertragen. Sie ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Verbergen kann man sie, indem man einen sogenannten Proxyserver benutzt. Der schaltet sich zwischen den eigenen PC und den fremden Rechner. Ergebnis: Der Fremde erfährt nur die IP-Adresse des Proxy, aber nicht die des Nutzers. Kostenlose Proxydienste sind z.B. "ultrasurf" und "cyberghost". Noch sicherer sind Proxykaskaden - das sind mehrere Proxyserver hintereinander. Selbst wenn Datenspione den ersten Proxyserver überwinden, erfahren sie anschließend nur die Adresse eines weiteren Proxyservers.

Der Umgang mit Cookies

Wichtig ist auch, mit Cookies vorsichtig umzugehen. Cookies sind kleine Dateien, die von Webseiten auf dem Rechner des Benutzers gespeichert werden. An Cookies können Datensammler erkennen, welche Seiten man wann besucht hat. Man sollte im Browser deshalb den Menüpunkt: "Keine Cookies von Drittanbietern akzeptieren" anklicken. Außerdem sollten Cookies beim Schließen des Browsers gelöscht werden. Sinnvoll ist eine Cookieverwaltung. Damit man Cookies, die wichtig sind, weil sie Einstellungen von regelmäßig genutzten Diensten enthalten, auf dem Rechner belässt; aber andere Cookies nach jeder Session, wenn der Browser geschlossen wird, löscht.

eine Zeichentrickfigur sitzt im Wohnzimmer vor dem Rechner. 5 min
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Vorsicht vor zweifelhaften Mailanhängen

Immer wieder landen E-Mails von unbekannten Absendern mit gefährlichem Anhang in den Postfächern. Doch wer die vermeintlichen Dokumente - wie Office- oder PDF-Dokumente und ZIP-Dateien - öffnet, kann sich einen gefährlichen Trojaner auf den Computer holen und so ausspioniert werden. Einen Basisschutz gegen derartige Angriffe gewährt ein aktuelles Antivirenprogramm - für alle Trojaner und Viren, die es bereits kennt.

Linkfallen und Phishing-Attacken

Millionen Menschen folgen täglich auf Facebook den Link-Empfehlungen von Freunden. Das ist nützlich, denn auf diese Weise tauschen die Nutzer Informatives oder Unterhaltsames miteinander aus. Manche Links führen auch zu verseuchten Werbeseiten, einige in Abofallen oder zu Trojanern. Sie sollten zuvor immer prüfen, welchen Links Sie vertrauen, bevor Sie sie anklicken. Oft gibt der Linktext auch einen anderen Seitennamen an, als die tatsächlich verlinkte Homepage. Gehen Sie einfach vor dem Anklicken mit dem Cursor auf den Link. Dieser wird dann angezeigt. Notfalls klicken Sie auf die rechte Maustaste, um Details zur Datei anzusehen.

Internet-Betrüger verschicken oft auch per Mail Links, die auf Seiten führen, die aussehen wie die großer Unternehmen, die viele Kunden haben. Auf den Fake-Seiten werden empfindliche Daten von Verbrauchern abgefragt - etwa unter dem Deckmantel, die Daten noch einmal prüfen zu müssen. Hier spricht man von "Phishing". Doch wer darauf hereinfällt und beispielsweise seine Bankdaten preisgibt, haftet für entstandenen Schaden.

Webcams: Schaut jemand mit?

Webcam
Webcams gibt es einzeln und integriert in Laptop und Co. Zettel vor die Linse, ist der einfachste Schutz vor ungewollten Blicken. Bildrechte: colourbox

Für Hacker ist es einfach, die Kontrolle über eine fremde Webcam zu übernehmen. Dazu müssen sie auf dem fremden Rechner nur einen Trojaner schmuggeln. Dieser wird von Kriminellen oftmals wiederum per E-Mail-Anhang oder Links, die auf verseuchte Internetseiten führen, eingeschleust - wenn sie denn geöffnet werden. Kann sich so dann die Schadsoftware ausbreiten, können Kriminelle die Kamera aus der Ferne steuern. Achten Sie auf einen aktuellen Antivirenschutz. Simpel und effektiv ist auch der Schutz vor fremden Blicken durch das Abkleben der Kamera mit einem Zettel.

WLAN-Sicherheit im Heimnetzwerk

Ein W-Lan-Router
Wählen Sie den sichersten Verschlüsselungsmodus Ihres Routers aus. Bildrechte: colourbox

Als sicherste Verbindung aller WLAN-fähigen Geräte zum Router gilt derzeit der WPA2-Verschlüsselungs-Modus. Wählen Sie auch hier ein sicheres Passwort. Wenn Sie längere Zeit das WLAN nicht nutzen, etwa während der Schlafenszeit oder längeren Reisen, können Sie das WLAN auch abschalten. Bei neueren Router-Modellen können Sie hierfür eine automatische Zeitschaltuhr auswählen. Wenn Gäste bei Ihnen über WLAN surfen wollen, sollten sie dies über einen Gastzugang tun. Sonst haben sie auch Zugriff auf Dienste und Geräte, die in Ihrem WLAN-Heimnetzwerk freigeschaltet sind.

Sicher im WLAN-Hotspot

Egal ob öffentliche Hotspots, Gratis-WLAN im Hotel oder ein unverschlüsseltes Funknetz - sie alle bergen Gefahren für Internet-User. Die Daten werden in aller Regel unverschlüsselt übertragen. Wer sich mit dem Smartphone bei einem Hotspot oder in ein anderes freies WLAN einwählt, nutzt oftmals Apps für E-Mail, Shopping oder Social Communities. Bei vielen ist für den Nutzer meist gar nicht erkennbar, ob die übertragenen Daten verschlüsselt sind oder nicht. Bei einigen lässt sich das allerdings einstellen. Experten raten zur Verschlüsselung der Datenübertragung mit einem VPN-Client. Dieser ermöglicht es auch mit verborgener IP-Adresse zu surfen.

Wer sicher gehen möchte, sollte im Hotspot nur HTTPS-Seiten aufrufen oder das Smartphone-Datenvolumen erhöhen und weiter über UMTS surfen.

Internet-Einkäufe mit WAP-Billing

Beim WAP-Billing handelt es sich um ein Bezahlsystem für mobile Endgeräte. Mobilfunk-Kunden können damit auch Inhalte und Applikationen des mobilen Internets nutzen, die durch andere Anbieter bereitgestellt werden. Die Kosten hierfür werden über die Mobilfunkrechnung abgerechnet. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Ganze spart Zeit, und die persönlichen Daten müssen nicht bei jedem Anbieter hinterlegt werden.

Doch genau dieses Verfahren wird oft von dubiosen Geschäftemachern missbraucht. Ein Klick auf eine von Kriminellen präparierte Seite - und schon ist man in eine Abofalle getappt. Die Bestätigung für das neue kostenpflichtige Abo kommt prompt. Dann geht der Ärger los, um sich gegen die Forderungen zu wehren. Und hier müssen Sie tätig werden und in Widerspruch gehen. Millionen Handynutzer wurden bereits Opfer von unerwünschtem WAP-Billing.

Was sollte man als Opfer von Identitätsdiebstahl tun?

Wer merkt, dass jemand illegal seine Daten im Netz benutzt hat, sollte folgendes tun:

  • Sofort alle Passwörter ändern!
  • Gefälschte Online-Profile unverzüglich dem echten Betreiber melden. Bei unberechtigten Forderungen fristgerecht in Widerspruch gehen.
  • Freunde, Kollegen und Bekannte informieren, damit sie in der kommenden Zeit mit Mails von dem geknackten Account vorsichtiger umgehen und sich von missbräuchlichen Anfragen oder auch Beleidigungen nicht beeindrucken lassen.
  • Mit einem Antivirenprogramm muss der eigene Rechner auf mögliche Schadsoftware überprüft werden. Im Zweifel sollte dies ein Fachmann erledigen. Auch alle weiteren Zugangsgeräte sollten mit einbezogen werden - zum Beispiel Smartphones, Tablets, SmartTVs.
  • Regelmäßig sollte man in dieser Zeit auch seine Bankauszüge kontrollieren.

Über dieses Thema berichtete der MDR im Fernsehen: MDR aktuell | 03.05.2017 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juli 2017, 17:35 Uhr