Fake-Shops Abzocke mit Ferienhäusern und Hausbooten

In Zeiten von Corona möchten immer mehr Menschen individuell Urlaub machen. Vermieter von Hausbooten und Ferienhäusern erleben einen Ansturm. Betrüger wollen mit Fake-Shops Reisewilligen das Geld aus der Tasche ziehen. Wir erklären, woran Sie betrügerische Internet-Angebote erkennen.

Deutschland boomt als Urlaubsland, zumindest war es während der letzten beiden Jahre so. Wegen der Pandemie gingen weniger Menschen das Risiko ein, einen Urlaub im Ausland zu planen. Sobald es die Corona-Verordnungen erlaubten, buchte man in heimischen Gefilden seine Ferienwohnung oder sein Ferienhaus. Immer mehr Reisewillige nutzen Internet-Portale, um sich ihren Traumurlaub zu gestalten.

Betrügerische Internetseiten erscheinen professionell

Doch einige dieser Internetseiten sind schlicht und einfach Betrug. Oft wirken sie seriös und modern. Es gibt kaum Anhaltspunkte, die verdächtig erscheinen. Es gibt ein Impressum, sogar ein Corona-Reiseschutz wird angeboten. Eine Buchungsbestätigung mit einem gefälschten Sicherungsschein und einem Mietvertrag wiegen den Kunden in falscher Sicherheit. Dass das überwiesene Geld weg ist, merkt man oft erst, wenn man den Anbieter telefonisch nicht mehr erreicht, weil er abgetaucht ist.

Reale Ferienhäuser auf Fake-Portalen

Die Ferienhäuser gibt es zwar wirklich, der richtige Anbieter ist allerdings jemand ganz anderes. Und wenn eine Homepage der Betrüger aufgeflogen ist, können sie relativ einfach eine neue Domain mit einem veränderten Namen aufmachen. Denn das Prinzip, wie die Seite gebaut wird, ist immer das gleiche – und oft auch das zugrunde liegende Material.

Solange die Seiten gleich aussehen sollen im Web, ist es natürlich für den Designer relativ einfach, den Quellcode zu kopieren. Auch das Bildmaterial mitzunehmen und unter einem neuen Domainnamen das Haus wieder erscheinen zu lassen.

Holger Vier Bundesfachverband der IT-Sachverständigen

Betrüger mit IT-Grundkenntnissen können sich Software-Bausätze für Ferienwohnungsvermietungen sogar im Darknet kaufen.

Der Ferienhausverband VDFA kennt die Masche. Über 100 Betrugsfälle hat der Verband bislang registriert. Der Gesamtschaden könnte bis zu einer Million Euro betragen.

Verbraucherschützer raten deshalb:

  • Möglichst bei bekannten Portalen buchen.
  • Bei unbekannten Anbietern das Impressum genau überprüfen.
  • Im Netz nach Erfahrungsberichten suchen.
  • Und sich auch telefonisch informieren, zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale.

Fake-Portale auch bei Hausbootvermietung

Auch Ferien mit dem Hausboot liegen voll im Trend. Immer mehr Menschen entdecken, wie schön es ist, die Natur vom Wasser aus zu genießen. Wer in einer schönen Umgebung 2021 ein Hausboot buchen will, muss schnell sein.

Niedrige Preise sollen locken

Die Hohe Nachfrage ruft Betrüger auf den Plan. Etwa auf "dein-hausbooturlaub.de" wurden rund ein Dutzend Hausboote an der Mecklenburgischen Seenplatte und anderen Wassersportrevieren zu sehr günstigen Preisen ab 119 Euro pro Nacht angeboten, in für die Branche aber unüblicher Vorkasse.

Zu einer Hochsaisonzeit, kurz nach einer Pandemiezeit, so einen Preis zu bekommen und überhaupt noch ein Hausboot zu bekommen, das sollte schon skeptisch machen. Und hinzu kommen natürlich die Kautionszahlungen. In der Branche ist es in der Regel nicht üblich, vorab zu zahlen und schon gar nicht nur um die 300 - 400 Euro für ein Hausboot.

Susann Ossenschmidt Polizei Neubrandenburg

Die Homepage war täuschend echt gestaltet, die dort abgebildeten Boote existieren alle tatsächlich. Doch keines der verlockenden Angebote war real. Wer hier bucht und vorab anzahlt, ist sein Geld los – aber erhält nichts.

Polizei ermittelt

Allein bei der Polizei in Neubrandenburg werden derzeit 16 Strafanzeigen wegen des Betruges mit Hausbooten bearbeitet. Den Ermittlern ist es zwischenzeitlich gelungen, die Fake-Seite vom Netz zu nehmen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 17. August 2021 | 20:15 Uhr

Mehr Lifestyle

Weitere Ratgeber-Themen