Reisen in Corona-Zeiten Buchen oder abwarten: Was wird aus dem Winterurlaub? 

Gesine Jüttner
Bildrechte: Axel Berger/MDR

So groß die Lust auf einen Winterurlaub auch sein mag: Steigende Infektionszahlen und strengere Coronaregeln trüben die Vorfreude. Reiseexpertin Gesine Jüttner klärt auf, was diesen Winter möglich ist – und was nicht.

Und wieder müssen wir uns die Frage stellen: Wohin kann die Reise im Winter gehen? Vor einem Jahr war an Winterurlaub kaum zu denken. Umso größer war die Vorfreude in diesem Jahr. Egal ob Skifahren oder eine Fernreise in den Süden – Hauptsache Erholung. Doch auch in diesem Winter könnte die Corona-Pandemie vielen einen Strich durch ihre Reisepläne machen. Steigende Infektionszahlen und strengere Coronaregeln trüben die Vorfreude.

Welche Regeln gelten jetzt?

Österreich

Der Skiurlaub in Österreich ist bis mindestens 12. Dezember nicht möglich. Hotels und Skilifte bleiben geschlossen. Deshalb ist, laut ADAC, eine kostenlose Stornierng der Unterkunft bzw. der Reise möglich.

Anfang Dezember möchte die österreichische Regierung die Lage evaluieren und entscheiden, ob der Lockdown auch für geimpfte und Genesene über Mitte Dezember hinaus erhalten bleiben muss. Falls nicht, dann ist Urlaub in 2G wieder möglich.

Hochrisikogebiet steht auf einem Schild vor der Flagge Österreichs.
Österreich gilt wieder als Hochrisikogebiet. Bildrechte: imago images/U. J. Alexander

Ungeimpfte dürften in diesem Winter wohl keinen Urlaub in Österreich verbringen. Sollte der Lockdown aufgehoben werden, gelten in allen Beherbergungsbetrieben, Hotels, Restaurants, in Skihütten und Seilbahnen die 2G-Regeln. Kinder unter 12 Jahren sind davon ausgenommen. Für ausländische Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren gibt es noch keine abschließende Regelung. Hier sollte man sich vor der Reise vor Ort auf jeden Fall noch einmal informieren.

Außerdem verfällt das Impfzertifikat früher als in Deutschland, eine Auffrischungsimpfung ist also ratsam. Andere Länder könnten folgen.

Schweiz und Frankreich

In Frankreich und in der Schweiz gelten momentan noch weniger strenge Regeln. Jedenfalls zum Liftfahren reicht vielerorts Maske und Abstand. Für Übernachtungen gelten die 3G-Regeln. Aber das kann sich, je nach Lage vor Ort, noch täglich ändern.  

Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 wird in Frankreich voraussichtlich die 3G-Regel in den Skigebieten gelten. Es ist daher generell wichtig, vor jeder Reise kurz nachzuschauen, was am jeweiligen Zielort gilt. Denn die Regelungen vor Ort und sogar von Hotel zu Hotel können sich schnell ändern.

Italien/Südtirol

Auch in Italien haben sich die Behörden für die Anwendung der 3G-Regel entschieden. Alle Wintersporttreibenden über 12 Jahre müssen eine Impfung, Genesung oder einen negativen Test in Form eines digitalen Covid-Zertifikats der EU nachweisen.

Geschlossene Kabinenbahnen und Sessellifte mit geschlossener Haube dürfen derzeit mit einer maximalen Auslastung von 80 Prozent fahren, offene Sessellifte und Kabinenbahnen können zu 100 Prozent genutzt werden. Fahrgäste müssen einen Sicherheitsabstand einhalten und ab einem Alter von sechs Jahren eine Maske tragen. Um in den Skigebieten einen Abstand der Menschen zueinander von mindestens einem Meter zu gewährleisten, sollen spezielle Wege angelegt werden. Skipässe sollen vorrangig online verkauft werden. Die meisten italienischen Skigebiete werden Ende November bis Anfang Dezember den Betrieb aufnehmen. Aber auch hier kann sich die Lage schnell ändern.

Tschechien

Grundsätzlich ist Urlaub in Tschechien möglich. Wer einreisen will, braucht einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Zwischen dem fünften und siebten Tag nach Einreise muss eine zweite PCR-Testung vorgenommen werden. Zudem ist eine Online-Einreiseanmeldung nötig. Geimpfte und Genesenen brauchen keinen Test, müssen sich aber auch digital anmelden. Für Kinder unter 12 Jahren entfällt die Pflicht zur Einreiseanmeldung und zum Test. Hotels und Restaurants in Tschechien haben laut Auswärtigem Amt für Geimpfte, Genesene und Getestete geöffnet. Es gelten die 3G-Regeln, auch Ungeimpfte können also derzeit beherbergt werden. Für den Skibetrieb an der Piste gelten die 3G-Regeln genauso wie für die Gastronomie. In den Liften muss eine medizinische Maske getragen werden.

Allgemeine Tipps zur Urlaubsplanung

  • Beliebte Fernreiseziele empfangen wieder Touristen. So kann man auf Hawaii, den Malediven, Seychellen, Mauritius, Kuba, Sri Lanka, Thailand, Florida Südafrika, Namibia, Dominikanische Republik, Mexiko und in New York derzeit wieder Urlaub machen.

  • Unser Extratipp: zur Weltausstellung 2020 nach Dubai. Sie hat noch bis zum 31. März 2022 ihre Tore geöffnet.

Was man noch beachten sollte

  • Frühbucher: Storno-Bedingungen prüfen

Viele Anbieter haben ihre Storno-Bedingungen angepasst, sodass Reisende kostenlos stornieren oder umbuchen können. Das gilt auch für die Frühbucher-Reisen. Allerdings sind manche Stornobedingungen irreführend. Wenn man zum Beispiel nur bis Mitte März kostenlos stornieren kann, bringt das nicht viel, wenn der Urlaub erst im Juli ansteht. Auch die einzelnen Tarifbedingungen sind wichtig, denn sie gelten fast immer nur für bestimmte Angebote. Für Kunden ist das nicht leicht zu durchschauen. Deshalb ist es wichtig, vor jeder Buchung  auf das Kleingedruckte zu achten.

  • Prüfen: Spezielle Corona-Versicherungspakete

Wichtig: Unbedingt darauf achten, dass die Versicherungen keinen Pandemie-Ausschluss haben und auch bei einer Covid-19 Erkrankung einspringen. Bei Reisen, die weit im Voraus gebucht werden, ist eine Reiserücktrittversicherung zu empfehlen. Auch hier sollte in den Vertragsbedingungen Pandemien nicht ausgeschlossen sein. Die Reiserücktrittsversicherung zahlt nur, wenn die Reisende aus bestimmten Gründen nicht angetreten werden kann, z.B. bei plötzlicher Arbeitslosigkeit, dem Tod eines nahen Angehörigen oder einer eigenen Erkrankung. Sie zahlt nicht, wenn man aus reiner Vorsicht oder Angst vor Corona von einer Reise zurücktreten will oder wenn man in Quarantäne muss. Für solche Fälle gibt es aktuell spezielle Corona-Versicherungspakete. Die sind etwas teurer als die normalen Versicherungen, können sich aber in der derzeitigen Lage durchaus lohnen. Unabhängig von Corona ist eine Auslands-Krankenversicherung ratsam. Sie übernimmt verschiedene Behandlungskosten im Ausland und - wenn nötig - auch den Rücktransport.

Reisewarnungen bleiben ein Risiko für die Urlaubsplanung

Reisende können grundsätzlich wegen unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände kostenlos von einer Pauschalreise zurücktreten. Dazu zählen auch aktuelle Reisewarnungen. Wenn aber die Umstände zum Zeitpunkt der Buchung schon außergewöhnlich waren bzw. eine Reisewarnung vorlag, dann könnte der Reiseveranstalter eine kostenlose Stornierung ablehnen, da der Kunde das Risiko zum Zeitpunkt der Buchung kannte und in Kauf genommen hat. Das ist gerade jetzt eine wichtige Einschränkung, da einige Urlaubsländer wieder zu Risikogebieten erklärt worden sind. Es gibt auch Reiseversicherungen, die nicht zahlen, wenn man in ein Land reist, für das eine Reisewarnung vorliegt. Wer jetzt bucht, geht gewisse Risiken ein, darüber sollte sich jeder im Klaren sein.

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 22. November 2021 | 17:00 Uhr

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