Servicestunde | 01.06.2021 Haare sicher und einfach entfernen - diese Methoden gibt es

Haarentfernung ist längst nicht mehr nur Frauenangelegenheit. Und sie bringt durchaus Vor- und Nachteile mit sich. Welche Methode gut verträglich ist, welche Geräte aus Sicht von Stiftung Warentest empfehlenswert sind, erfragt Moderator Matthias Haase bei Swantje Waterstraat von Stiftung Warentest. Ab 11 Uhr in der MDR THÜRINGEN-Servicestunde.

Einem Mann wird warmer Wachs auf die Achseln aufgetragen
Haarentfernung ist schon lange keine reine Frauenangelegenheit mehr. Bildrechte: IMAGO

Zahlreiche Methoden machen die Haarentfernung beinahe zu einer Wissenschaft. Stiftung Warentest hat die Vor- und Nachteile zusammengefasst:

Rasieren

Ob trocken oder nass - die klassische Rasur ist die am häufigsten angewendete Methode zur Haarentfernung. Dabei wird das Haar an der Hautoberfläche gekappt.

enthaaren Damenbart heißwachsen 8 min
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Wie lassen sich Haare möglichst schmerzfrei und langanhaltend? Welche Geräte sind empfehlenswert? Wir haben mit Swantje Waterstraat von Stiftung Warentest gesprochen.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Di 01.06.2021 11:05Uhr 08:25 min

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Entgegen des verbreiteten Gerüchts wächst das Haar nach der Rasur nicht dichter und dunkler nach. Dabei handelt es sich lediglich um eine optische Täuschung, da das Haar an der dicksten Stelle abgeschnitten wird.
Für eine Nassrasur eignen sich am besten Einweg- oder Systemrasierer. Hierbei sollte immer Rasierschaum verwendet werden. Wer eine Trockenrasur bevorzugt, sollte zu einem Elektrorasierer greifen. Eine weitere Methode ist das Trimmen. Überwiegend Männer nutzen diese zum Kürzen der Brust- oder Beinhaare.

Das sollte bei der Rasur beachtet werden:

Damit nach der Rasur keine Haarverwachsungen entstehen, bietet es sich an, die Haut auf die Rasur vorzubereiten. Dazu zunächst mit der Wuchsrichtung und erst anschließend dagegen rasieren. Dies gilt vor allem für den Intimbereich.

Achselhaare wachsen zum Beispiel in Wirbeln. Hier sollte in jede Richtung rasiert werden.

Um Rasurpickel, Verletzungen oder Hautrötungen zu vermeiden, sollte die Klinge regelmäßig gewechselt werden. Außerdem hilft es, die Klinge auch während der Anwendung gründlich auszuspülen. Verunreinigte Klingen sind ebenfalls ein Risiko. Außerdem hilft es, die Klinge nur gleiten zu lassen und nicht zu sehr aufzudrücken.

Eine desinfizierende Creme hilft nach der Rasur zusätzlich, Entzündungen vorzubeugen. Von besonders fettreichen Cremes rät die Stiftung Warentest allerdings ab, da sie die bakterielle Besiedlung der Haut verschlechtern.

Rasierklingen 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Fr 19.03.2021 19:00Uhr 02:02 min

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Epilieren

Epilieren beschreibt die Entfernung des gesamten Haars bis an die Wurzel. Dadurch ist diese Methode nur für Menschen zu empfehlen, die keine schmerzempfindliche Haut haben. Die Haut kann sich allerdings auch bei regelmäßiger Anwendung an den Schmerz gewöhnen. Auf dem Markt gibt es zahlreiche elektrische Epilierer. Aber auch die Faden-Methode zählt zur Epilation. Mit bis zu vier Wochen glatter Haut, zählt die Methode zu den lang anhaltendsten.

Das sollte beim Epilieren beachtet werden:

Um das Epilieren schmerzfreier zu gestalten, sollte die Haut mit einer Hand gespannt und der Epilierer senkrecht aufgesetzt werden. Die optimale Haarlänge zum Epilieren ist zwei bis fünf Millimeter. Je länger die Haare sind, desto schmerzhafter ist die Anwendung.

Epilierer für die Dusche sind laut Stiftung Warentest nicht zu empfehlen. Die laut Hersteller wasserfesten Geräte, die getestet wurden, erwiesen sich als undicht. In beiden wurden Wassertropfen gefunden.


Wachs

Auch Wachs gehört zu den Methoden, denen ein schmerzhafter Ruf vorauseilt. Auch hier werden die Haare an der Wurzel gezogen. Allerdings nicht so langsam wie mit einem Epilierer. Auch an diese Methode kann sich die Haut mit der Zeit gewöhnen.

Das sollte beim Wachsen beachtet werden:

Ob Kalt- oder Warmwachs ist der persönlichen Präferenz überlassen. Kaltwachs ist in seiner Anwendung etwas leichter, da das Wachs bereits auf Streifen aufgetragen wurde und lediglich in den Händen erwärmt werden muss. Warmwachs lässt sich entweder im Stück abziehen oder mit einem Stoffstreifen.

Sollten Haare beim Wachsen stehen bleiben, sollte die Prozedur allerdings erst ein paar Tage später wiederholt werden. So hat die Haut genug Zeit, sich zu erholen.

Sehr beliebt ist auch die Zuckerpaste. Die Methode, die im englischen Sugaring genannt wird, wird mit Zutaten aus dem Haushalt vorbereitet. Die Mischung aus Zucker, Zitronensaft und Wasser wird erwärmt und weich geknetet. Anders als beim Wachsen werden hier nur die Haare und nicht die Hautzellen abgezogen.

enthaaren Damenwachsen
Beim Heißwachsen wird das Wachs am Stück oder mithilfe eines Stoffstreifens abgezogen. Bildrechte: Colourbox.de

Enthaarungscreme

Die schmerzfreieste Methode zur Haarentfernung ist die Anwendung von Enthaarungscreme. Bei Frauen ist diese Methode sehr beliebt - Männer nutzen sie bisher kaum. Bestimmte Inhaltsstoffe der Creme (zum Beispiel Thioglykolsäure) schwächen in der Einwirkzeit das Keratin in den Haaren. Dabei handelt es sich um die Hornsubstanz. So lösen sich die Haare auf und können abgeschabt werden.

Das sollte bei der Nutzung von Enthaarungscreme beachtet werden:

Menschen, die zu Allergien oder sensibler Haut neigen, sollten die Enthaarungscreme zunächst an einer kleinen Stelle testen. Außerdem sollte die Einwirkzeit eingehalten werden. Durch die Inhaltstoffe kann es sonst zu Hautreizungen kommen.

Vor allem im Intimbereich ist bei der Enthaarungscreme Vorsicht geboten. Sie sollte auf keinen Fall mit den Schleimhäuten in Berührung kommen. Auch verletzte oder bereits gereizte Hautstellen gilt es auszusparen.

Haarentfernungs-Methoden auf einen Blick
Methode Haarfreie Zeit Kosten
(Nass-)Rasur Bis zu 3 Tage Ab 25ct/Stück
Epilierer Bis zu 4 Wochen 20 -150 €
Wachs Bis zu 4 Wochen Zuhause: Ab 4€

Im Studio: Je nach Angebot
Enthaarungscreme Bis zu 1 Woche Ab ~1€
Laser und Blitzlampe Bis zu 6 Monate Zuhause: Mehrere hundert Euro

Im Studio: Je nach Angebot

Laser und Blitzlampe

Der absolute Sieger in der dauerhaften Haarentfernung ist die Anwendung von Laser und Blitzlampen. Gezielte Lichtimpulse mit speziellen Wellenlängen gelangen über das Melanin im Haar bis zur Wurzel und greifen diese an. So wird die Haarproduktion für eine lange Zeit unterbrochen.

Das sollte bei der Anwendung von Laser oder Blitzlampe beachtet werden:

Die Anwendung kann zuhause oder in einem professionellen Studio durchgeführt werden. Heimgeräte senden dabei schwächere Lichtimpulse aus. Bis die haarfreie Zeit von sechs Monaten erreicht ist, sind allerdings einige Sitzungen notwendig, damit alle Haare erfasst werden können.

Die Anwendung funktioniert am besten bei sehr heller Haut und sehr dunkeln Haaren. Sehr blonde oder graue Haare können nicht entfernt werden, da ihnen der Farbstoff Melanin fehlt.

Vor der Behandlung muss außerdem eine Rasur vorgenommen werden, damit die Wurzel das Licht aufnehmen kann. Wird dies nicht beachtet, kann diese Behandlung sehr schmerzhaft sein. Außerdem müssen Muttermale, Sommersprossen, Tattoos und Piercings bei der Behandlung ausgespart werden.

Entfernung von Haaren mit einem Laser in einer Hautarztpraxis.
Am sichersten ist die Methode, wenn sie von einem Spezialisten durchgeführt wird. Bildrechte: IMAGO

Diese Methode ist durchaus mit einigen Risiken behaftet. Vor allem bei unsachgemäßer Anwendung der Geräte zuhause drohen Verbrennungen und Hautverfärbungen. Wichtig ist außerdem, dass von einem Facharzt beurteilt wird, welche Leberflecke oder Male ausgespart werden sollten oder sogar ganz gegen eine Behandlung sprechen.


Weitere Tipps und Hinweise zur Haarentfernung

  • Nach der Rasur ist die Haut gereizt. Eine milde, feuchtigkeitsspendende Creme hilft sie zu beruhigen.
  • Salzwasser kann die Haut nach der Rasur reizen.
  • Schwimmbadbesuche sind nach der Rasur unbedenklich.
  • Rasieren hilft gegen Achselgeruch, da der Schweiß schneller abfließen kann.
  • Mit einem Peeling ein bis zwei Tage vor der Haarentfernung kann das Risiko vor eingewachsenen Haare verringert werden.
  • Bei bereits eingewachsenen Haaren hilft es, die betroffene Stelle zu desinfizieren.

Quelle: MDR THÜRINGEN/anz

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 01. Juni 2021 | 11:05 Uhr