Klimawandel Nachhaltigkeit: Tipps für den Alltag

Einkaufen, zur Arbeit fahren, Familienleben organisieren – all das ist im Alltag oft schon stressig genug. Kann man sich dann auch noch mit Nachhaltigkeit beschäftigen? Und wie! Bloggerin und Nachhaltigkeits-Influencerin Marisa Becker verrät, worauf Sie achten können, um ihren Alltag im Handumdrehen klimafreundlicher zu gestalten.

Alltag nachhaltig?

In immer mehr Haushalten wird darauf geachtet, woher Produkte kommen, warum nicht mehr alles neu gekauft werden muss, und was repariert werden kann. Marisa Becker vermittelt dazu Wissen und Tipps in Ihrem Blog und in den sozialen Netzwerken. Ganz praktisch erklärt sie, was auch mit kleinem Budget möglich ist und worauf man nicht hereinfallen sollte, wenn im Super- oder Drogeriemarkt für nachhaltige Produkte geworben wird.

MDR: Was ist für Sie Nachhaltigkeit?

Marisa vom Ekologiska Mag
Marisa Becker Bildrechte: Joanna Hoerig

Marisa Becker: Nachhaltigkeit bedeutet, dass man sich bei jedem Schritt oder bei zum Beispiel alltäglichen Handlungen fragt: Was verursache ich damit für die Umwelt, nachfolgende Generationen, welche Auswirkungen hat es und: wie kann ich diese Auswirkungen sehr gering halten oder sogar vermeiden?

Wie fängt man an und bekommt schnell Ergebnisse?

Man kann zum Beispiel bei der Energieversorgung mit Strom (Licht und Technik) und Gas (Warmwasser und Heizung) beginnen und auf einen Ökotarif umsteigen. Jeder könnte sich auch eine Bank aussuchen, die nach ökologischen und nachhaltigen Kriterien wirtschaftet. Und sofort funktioniert auch ein Konsum-Stop.

Wie kann man die Familie, Partnerinnen und Partner motivieren, auch aktiv zu werden?

Mit Druck geht schon mal gar nichts. Aber ein Vorleben funktioniert, weil die anderen sehen, was funktioniert, was Mühe macht aber auch was schnell und ohne viel Aufwand möglich ist.

Was kostet ein nachhaltiges Leben?

Ich glaube, es kostet genauso viel wie ein anderes Leben. Bio-Lebensmittel sind zum Beispiel teurer, aber wenn man bewusst einkauft, das meiste gut verbraucht und vielleicht auch weniger wegwirft, dann spart man am Ende doch.

Können wir mit diesen, doch relativ kleinen, Änderungen die Welt retten?

Die Verantwortung kann nicht jeder allein tragen. Aber mit Änderungen im eigenen Leben, am Lebensstil können wir Impulse für die Politikerinnen und Politiker geben, die an den entscheidenden Stellen sitzen und Entscheidungen für mehr Nachhaltigkeit treffen können.

Checkliste für mehr Nachhaltigkeit im Alltag:

Nachhaltigkeit ist ein sehr umfangreiches Thema, das das persönliche Leben in vielen Bereichen betrifft. Für einen besseren Überblick, was man ändern könnte, haben wir eine Checkliste zusammengestellt.

Checkliste Nachhaltigkeit Was ist eigentlich Nachhaltigkeit? Kurz zusammengefasst bedeutet Nachhaltigkeit, dass man im privaten und beruflichen Leben so wenig wie möglich natürliche Ressourcen verbraucht und das so, dass sich die Ressourcen wieder regenerieren können.

1. Nachhaltigkeit beginnt im Kopf

Nachhaltigkeit fängt mit Nachdenken über die eigene Lebenssituation an. Wie kaufe ich ein, wohin reise ich zum Beispiel in den Urlaub und wie komme ich dahin. Umweltorganisationen wie WWF, der BUND oder Greenpeace haben dazu umfangreiches Material bereitgestellt.

2. Entscheiden

Nachhaltige Entwicklung wird in unserer Gesellschaft von Ökologie, Sozialem und Ökonomie bestimmt. Diese Begriffe wurden 1992 auf der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro geprägt. Grundidee ist, dass Leben und Arbeiten nicht ohne Verbrauch von Ressourcen funktioniert. Diese Ressourcen sind jedoch endlich und sollen so verwendet werden, dass sie nicht auf Kosten anderer und der Umwelt eingesetzt werden.

3. Nachhaltigkeit – hier können Sie handeln:

Wohnen

  • energetische Sanierung von Häusern und Wohnungen
  • CO2-neutral oder -sparend heizen
  • Wassersparende Duschköpfe und Wasserhähne einsetzen

Energie

  • Energiesparende Geräte und Lampen einsetzen
  • auf zertifizierte Ökostromtarife umstellen
  • Standby-Betrieb von Elektrogeräten vermeiden bzw. reduzieren

Büro

  • Papierverbrauch reduzieren
  • klimakompensierende Suchmaschinen im Netz verwenden, z.B. www.ecosia.de
  • Monitore bei Arbeitspausen & Sitzungen ausschalten
  • runderneuerte Gebraucht-, statt Neugeräte anschaffen

Mobilität

  • Carsharing Angebote nutzen
  • ÖPNV & Fahrrad nutzen
  • Möglichst nicht oder wenig Fliegen

Konsum

  • regional und saisonal einkaufen
  • Bio-Angebote nutzen
  • Fleischkonsum reduzieren
  • Fairtrade Produkte wählen, z.B. bei Kaffee
  • Verpackung und Müll reduzieren
  • langlebige Produkte kaufen, die sich auch reparieren lassen
  • auf Gütesiegel achten: Der Nachhaltige Warenkorb liefert einen guten Überblick.

Finanzen nachhaltig gestalten – so einfach geht's:

Es gibt einige Geldinstitute, die nach nachhaltigen Kriterien arbeiten und auch Girokonten anbieten. Sie investieren Geld zum Beispiel nicht in Unternehmen der Rüstungsindustrie oder der Förderung und Verarbeitung fossiler Energien.

CO2-Fußabdruck: Die Kompensation zählt

Fast jeder Mensch hinterlässt einen CO2-Fußabdruck. Der lässt sich durch eine Ausgleichszahlung an Projekte, die sich beispielsweise mit erneuerbaren Energien oder der CO2 Reduzierung in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigen, reduzieren.

Engagement: Je mehr, desto besser!

Je mehr mitmachen, umso schneller und größer ist die Wirkung.

Vorleben ist besser als belehren, denn es zeigt, ob und wie es funktioniert.

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 12. Oktober 2021 | 17:00 Uhr

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