Reisen ohne Stress Tipps für den Urlaub mit Hund

Millionen Familien in Deutschland haben Haustiere. Rund 60 Prozent der Halter planen nach einer Umfrage in diesem Jahr eine Urlaubsreise. Natürlich nicht ohne den tierischen Hausgenossen – meist ist es ein Hund. Und egal, ob die Reise an einen Urlaubsort in Deutschland geht oder in ein anderes EU-Land: In jedem Fall sollte sie gut vorbereitet werden. Das beginnt etwa mit der Autofahrt.

Besucher in einem Lavendelfeld bei Turgenevka
Ein Urlaub mit Haustier erfordert einige Vorbereitungen. Bildrechte: dpa

Ins Reisegepäck gehört in jedem Fall der EU-Heimtierausweis, in dem alle Impfungen verzeichnet sind. Vor allem bei Reisen ins Ausland sollte man rechtzeitig prüfen, wann der Hund die letzte Tollwutimpfung hatte, sagt Christoph May von der Welttierschutzgesellschaft in Berlin.

Und da gilt es zu beachten, dass eine Tollwutimpfung beim Hund erst 21 Tage nach der Verabreichung gültig ist, weil erst dann der wirkliche Impfschutz besteht.

Christoph May, Welttierschutzgesellschaft

Dem Hund die Reise erleichtern

Aber für einen Hund gehört neben dem EU-Heimtierausweis noch einiges mehr ins Reisegepäck, erläutert Hester Pommerening vom Deutschen Tierschutzbund.  So sollte man zum Beispiel das gewohnte Futter mitnehmen und auch das Hundekörbchen oder die Lieblingsdecke, die das Tier von zu Hause kennt, damit es sich dann auch im Urlaub wohlfühlen kann. Nicht zu vergessen: ein Anhänger für das Halsband mit Namen und Telefonnummer, falls der Hund einmal ausbüxen sollte.

Eine kleine Reiseapotheke sollte nicht fehlen. Da gehört dann zum Beispiel eine Zeckenzange mit rein, die Medikamente, die das Tier vielleicht braucht.

Hester Pommerening, Tierschutzbund

Autofahrt kann Hunde stressen

Im Auto, betont Hester Pommerening, sollte der Hund grundsätzlich hinten Platz finden. Dazu eigne sich der Kofferraum – entweder mit einer stabilen Transportbox oder gut gesichert durch ein Trenngitter bei einem Kombi. Alternativ könne der Hund auf dem Rücksitz durch einen speziellen Hundeanschnallgurt gesichert werden.

Ein Hund guckt bei heruntergelassenen Scheiben aus einem Autofenster.
Für Hunde auf dem Rücksitz gibt es spezielle Anschnallgurte. Bildrechte: dpa

Nicht jeder Hund verträgt eine Autofahrt problemlos. Damit dem Vierbeiner nicht übel wird, sollte man ihm das letzte Futter möglichst früh vor der Abfahrt geben, so dass noch genügend Zeit für die Verdauung besteht. Selbstverständlich müssen auf längeren Fahrten Pausen eingelegt werden. Wie oft man Rast macht, hängt vom eigenen Hund ab. Welpen beispielsweise müssen häufiger das Bein heben als erwachsene Hunde.

Deshalb sollte man bei Junghunden schon alle zwei Stunden eine kurze Pause einlegen. Manche Hunde nutzen aber auch gern die Autofahrt zum Schlafen, wollen gar nicht so häufig raus. Also da muss man einfach ein bisschen auf das individuelle Tier schauen.

Hester Pommerening, Tierschutzbund

Tiergerechte Quartiere finden

Tiergerechte Urlaubsquartiere können Tierhalter bei einer Reihe von Anbietern im Internet finden. Aber auch die gängigen Reiseportale bieten entsprechende Filteroptionen für einen Urlaub mit Hund.

Bei der Buchung sollte man auf die Ausstattung der Unterkunft achten, rät Christoph May. Das Gelände sollte eingezäunt sein, weil die Gefahr bestehe, dass der Hund entlaufen könnte. Wenn man schon einen älteren Hund habe, müsse man steile Treppen vermeiden, da ältere Tiere die Treppen nicht mehr gut hochkämen.

Fitnesstrainerin Monique Hunger und Mitglieder vom "Team Fit-Mensch und Hund" Leipzig beim Stand Up Paddeling mit Hunden auf dem Moritzsee bei Leipzig.
Auch aufs SUP-Board kann man seinen Hund mitnehmen. Bildrechte: dpa

Eventualitäten einplanen

Zugang zur Ferienunterkunft sollten keine Dritten haben. Vor allem nicht, wenn der Hund auch mal allein bleibe, warnt Christoph May.

Wenn etwa das Reinigungspersonal zum Beispiel etwas unachtsam die Tür offenlässt, dann kann der Hund ausbüxen. In dem Fall wäre es schnell vorbei mit der gewünschten Erholung.

Christoph May, Welttierschutzgesellschaft

Ratsam sei es außerdem, sich vorab darüber zu informieren, wo man am Urlaubsziel einen Tierarzt findet, falls es doch einmal brenzlig werden sollte.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Juli 2021 | 06:25 Uhr

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