Auto-Auktionen Schnäppchen auf vier Rädern

Andreas Keßler
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auto-Auktionen wirken riskant. Es ist keine Probefahrt möglich und ausführlich Begutachten geht auch oft nicht. Doch mit etwas Glück gibt es das Wunschfahrzeug hier zum Schnäppchenpreis. Autoexperte Andreas Keßler weiß, worauf man achten muss.

Bei einer Versteigerung stehen mehrere Menschen vor einem Auto.
Bei einer Versteigerung in Eisenach sind mehrere Interessenten vor Ort. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

... und zum Dritten!

Der Hauptvorteil der Auto-Auktion ist das Tempo. Noch schneller wechseln Ware und Geld auf keinem anderen Vertriebsweg den Eigentümer. Nach dem Zuschlag ist man Eigentümer, mit allen Rechten und Pflichten. Das kann ein Schnäppchen bedeuten oder ein Verlustgeschäft. Gerade Neulinge zahlen in der Regel zu viel oder geben ihre Ware zu schnell zu billig ab. Versteigerungen und Auktionen sind Vertriebskanäle für Experten und Spezialisten der jeweiligen Branche.

Achtung: Fabelpreise! Auf den großen Oldtimer-Versteigerungen in den USA werden oft Fabelpreise erzielt. Europäische Auktionen bieten bessere Chancen für Schnäppchen.

Oldtema - Oldtimer Messe in Erfurt 2020
Oldtimer, wie dieser, können bei Auktionen hohe Preise erzielen. Bildrechte: MDR/Antje Kirsten

Darüber hinaus sind gerade Online-Käufe nicht ohne Tücken. Der Anbieter kann das Blaue vom Himmel in seiner Beschreibung versprechen und ist danach trotzdem für (fast) nichts haftbar. Verbraucherschutz-Vorschriften gelten nicht für öffentliche Versteigerungen von gebrauchten Sachen.

Wer nach dem Autokauf bei einer Versteigerung nicht ewig prozessieren möchte, sollte sich also entweder vorher das gewünschte Auto ansehen oder einen Totalverlust in Kauf nehmen. Wer das berücksichtigt, kann immer noch überraschend billig zu guten Autos kommen.

Wie läuft eine Auto-Auktion?

Bei einer Auktion werden Autos präsentiert und die Teilnehmer geben dafür verbindliche Gebote ab. Sie überbieten sich so lange per Handzeichen gegenseitig, bis ein Höchstgebot erreicht wurde, über das niemand hinaus noch bieten will. Auktionen gibt es sowohl vor Ort, bei der die Anwesenheit des Bieters notwendig ist, als auch online. Da reicht ein Internetanschluss zum Mitmachen.

Im Voraus der Versteigerung müssen Sie sich beim Auktionshaus oder der Plattform registrieren lassen. Meist benötigen Sie dafür einen gültigen Personalausweis.

Gewerblich unterwegs? Sie wolle Fahrzeuge für eine Firma ersteigern? Dann müssen Sie eine Gewerbeanmeldung oder den Handelsregisterauszug vorlegen.

Wer versteigert Autos?

Ministerien, Behörden und Verwaltungen haben große Fuhrparks, die ständig modernisiert werden. Und damit gibt es jede Menge Fahrzeuge, die ausgemustert und versteigert werden. Der Zoll bietet auf Auktionen zudem beschlagnahmte Fahrzeuge an.

Für diese Autoauktionen sind gewerbliche Händler wie Privatpersonen zugelassen. Seit 2009 sind die Finanzämter der Länder gesetzlich dazu verpflichtet, Pfändungsgegenstände auf der zentralen Internetplattform des Zolls zu versteigern.

Dienstwagen der Thüringer Polizei
Ausgemusterte Polizeiwagen werden versteigert. Bildrechte: imago/Bild13

Auch die Polizei bietet hier gepfändete oder beschlagnahmte Waren und Fundstücke an. Das Fahrzeugangebot ist also breit. Gerade für Handwerksbetriebe lohnt sich das oft, da hier eine große Anzahl an Lastfahrzeugen oder Transportern angeboten werden.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Online-Plattformen, die Auto-Auktionen anbieten, eBay zählt genauso dazu wie hood.de oder autorola.de. Wichtig ist darauf zu achten, ob die jeweilige Auktion nur gewerbliche Händler oder auch Privatpersonen zulässt.

Checkliste für die Auto-Auktion

Informieren Sie sich über das Auktionshaus/die Plattform
Bei manchen Anbietern sind nur gewerbliche Käufer zugelassen. Prüfen Sie, welche Gebühren anfallen und wie schnell und womit gezahlt werden muss (häufig geht nur Bargeld oder mit Girocard).

Eine Frau sucht auf einem Online-Portal für Gebrauchtwagen
Auf diversen Onlineportalen lassen sich Gebrauchtwagenpreise recherchieren. Bildrechte: imago images/Jochen Tack

Informieren Sie sich über die angebotenen Autos
Beschränken Sie sich auf ein Auto oder zumindest wenige infrage kommende Fahrzeuge. Vergleichen Sie daraufhin Preise ähnlicher Autos.

Legen Sie ein persönliches Höchstgebot fest
Bewahren Sie Ruhe und bieten Sie nicht zu früh und zu eilig – sonst ist ihr Limit schnell erreicht.

Bedenken Sie die Gewährleistung
Sie können eine Gewährleistung erwarten, wenn Sie bei einem gewerblichen Anbieter ersteigern. Grundsätzlich beträgt der Gewährleistungszeitraum zwei Jahre. Bei gebrauchten Fahrzeugen kann sie auf ein Jahr begrenzt werden.

Verkaufen Privatpersonen ein Fahrzeug, können diese in Deutschland die Gewährleistung ausschließen. Allerdings dürfen bestehende Mängel nicht arglistig verschwiegen werden. Kann dies nachgewiesen werden, so steht auch der private Verkäufer in der Pflicht und muss die Mängel auf eigene Kosten beseitigen.

Auto versteigern lassen Sollten Sie selbst ein Kfz verkaufen wollen, möchten jedoch einen Privatverkauf umgehen, können Sie sich an ein Auktionshaus richten und Ihr Fahrzeug versteigern lassen. Für diesen Service müssen Sie jedoch eine sogenannte Einlieferungsgebühr entrichten, die je nach Anbieter einer Autoversteigerung unterschiedlich hoch ausfällt.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 06. Januar 2021 | 17:10 Uhr

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