Autopflege So halten Sie Ihr Cabrio in Schuss

Andreas Keßler
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Endlich wieder Sommer: Für Cabrio-Besitzer die beste Zeit, um ihre Schmuckstücke wieder aus der Garage zu holen. Auto-Experte Andreas Keßler weiß, welche Pflege Klappdach & Co. benötigen.

Sommerausfahrt mit Beetle Cabrio - Eine Frau schwenkt ihren Hut.
Sommer, Sonne, Cabrio! Endlich ist wieder Zeit, die Liebhaberstücke aus der Garage zu holen. Bildrechte: imago images / MITO

Die Sonne ist wieder da – nicht nur im Fernsehen! Es ist zwar manchmal noch etwas kühl, aber sie kommen: Herrlich sonnige Tage, an denen man ohne weiteres (gegebenenfalls mit Mütze, Schal und dicker Jacke!) "oben ohne" Auto fahren kann.

Moderne Cabrios haben leistungsfähige Heizungen, beheizte Sitze und manchmal sogar "Air-Scarfs" (Warmluftdüsen an den Kopfstützen), die vor steifen Hälsen schützen. Mit einem offenen Auto kehren Emotionen zurück, die man beim Autofahren fast vergessen hat!

Cabrios sind zwar auch nur Autos, aber häufig Liebhaberfahrzeuge, die nur in der warmen Jahreszeit gefahren werden. Gebrauchte Cabrios sind deshalb oft besser erhalten als gleich alte Limousinen, brauchen aber vor allem einen trockenen Abstellplatz. Dauernde Feuchtigkeit nehmen Faltdächer (und der Rest des Cabrios) auch im Sommer übel.

Cabrios brauchen mehr Pflege

Klassiker mit Stoffdach sind empfindlicher als Blech-Klappdach-Versionen, sehen dafür aber besser aus. Sie brauchen aber auch mehr Pflege. Die Textil- und Kunststoffbauteile sind bei geöffnetem Dach der Witterung stärker ausgesetzt als Bauteile "normaler" Autos.

Cabrios altern bei schlechter Pflege im Zeitraffer! Das gilt insbesondere bei sorglosem Winterbetrieb. Und sie haben oft weiche Stellen: Besonders sorgfältig müssen bei Kälte Kunststoffheckscheiben und PVC-Dachhäute behandelt werden. Textile Faltdächer sind deutlich problemloser und Blechklapp-Dächer sind fast so dicht wie Limousinen- oder Coupé-Dächer.

Cabrio auf einer Landstrasse an einem blühenden Rapsfeld
Mit einem offenen Auto kehren Emotionen zurück, die man beim Autofahren fast vergessen hat, sagt Andreas Keßler. Bildrechte: imago images/Jochen Tack

Vorsorge ist besser als teure Reparaturen!

Wer vor der Fahrt in den Sonnenuntergang mit seinem Cabrio mal schnell durch eine Waschanlage fährt, tut seinem Auto keinen Gefallen. Obwohl es spezielle Cabrio-Programme gibt, bei denen die Waschbürsten mit weniger Druck über das Dach rotieren, blasen die Düsen trotzdem Flüssigwachse auf das Auto und damit auch auf das Faltdach (sofern vorhanden).

Die chemischen Bestandteile können die wasserdichte Zwischenlage anlösen, was zur Zerstörung des Faltdaches führen kann. Außerdem ist Flüssigwachs in den Gewebeporen nicht gut für die Optik: "Verwachste" Stoffdächer sehen unansehnlich aus. Cabrios mit alten und schon vorgeschädigten Kunststoff-Heckscheiben nehmen den Kontakt mit verschlissenen Waschbürsten übel und werden blind oder reißen sogar ein.

Dann hilft oft nur ein teurer Austausch der Kunststoffscheibe. Das kann nur ein Sattler mit zugelassenem Folienmaterial – achten Sie auf das Prüfzeichen.

Tipp: Wenn ein Sattler tätig werden muss, unbedingt nach einer Reißverschlussvariante fragen und gleich zwei Scheiben bestellen! Die nächste Heckscheibe kann dann selbst gewechselt werden.

Checkliste für die Stoffdach-Pflege:

  • Kleinen Schmutz mit Bürste und Wasser bearbeiten
  • Dreck wie Baumharz, Vogelkot, Ausscheidungen von Insekten sollten schnell mit feuchten Schwamm entfernt werden
  • Verdecke sind für Waschanlagen nicht gut geeignet
  • Wenn Waschanlage, dann mit Textilbändern statt Bürsten
  • Selbst reinigen: spezielle Reinigungsmittel sorgfältig auswählen
  • Imprägnieren ist erst nach mehreren Jahren sinnvoll, da Dächer serienmäßig imprägniert sind
  • Auch Dichtungen und Gestänge brauchen Pflege
  • Verdeck-Kasten nicht vergessen – hier sammelt sich auch Dreck

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 09. Juni 2021 | 17:00 Uhr

Mehr aus dem Bereich Mobilität

Weitere Ratgeber-Themen