Sicherheit Wie Sie defekte Stoßdämpfer erkennen

Andreas Keßler
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Er springt und springt - wie ein Ball. Genauso würden sich die Fahrwerkfedern Ihres Autos verhalten, wenn es keine Stoßdämpfer gäbe, die das ständige Auf und Ab verhindern. Fakt ist, Stoßdämpfer müssen ein großes Paket an Sicherheit wegschleppen und dafür fit sein. Schlaglöcher und Verschleiß, hinterlassen an Stoßdämpfern ihre Spuren. Und kaputte Dämpfer sind nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich, sagt Autopapst Andreas Keßler.

Stoßdämpfer gleichen die Schwingungen aus, die durch Fahrbahnunebenheiten in das Fahrwerk des Autos geleitet werden. Ohne diese Schwingungsdämpfung käme das Fahrzeug ins Rutschen und die Reifen würden zu quietschen beginnen. Denn beim Übergang von Haft- in Gleitreibung tritt Schlupf auf, der die Ursache für das Quietschen ist. Mit nicht funktionierenden Stoßdämpfern verdoppelt sich aber vor allem die Wahrscheinlichkeit eines Überschlags beim Spurwechseltest (Elchtest). Die Lebensdauer von Stoßdämpfern ist sehr unterschiedlich und kann zwischen 60.000 km und 250.000 km liegen. Ein Auto mit defekten Dämpfern würde nach jeder Bodenwelle endlos nachschwingen. Ein gezieltes Lenken wäre dabei unmöglich.

Anzeichen für defekte Stoßdämpfer

Defekte Stoßdämpfer bleiben durch den Gewöhnungseffekt oft unbemerkt. Es gibt aber einige Anzeichen, die auf defekte Dämpfer hindeuten:

  • Mehrfaches Nachwippen, wenn man das Fahrzeug in Radnähe mit der Hand in Schwingungen versetzt (einfacher Funktionstest)
  • Nach Unebenheiten schwingt das Fahrzeug während der Fahrt nach
  • Poltergeräusche auf schlechten Straßen bei niedriger Geschwindigkeit (30er-Zone)
  • Ungleichmäßige Abnutzung von Reifen und erhöhter Reifenverschleiß
  • Flatternde Lenkung oder vielfach unterbrochene Bremsspur nach einer Vollbremsung wegen springender Räder
  • Schwammiges Kurvenfahrverhalten
  • Erhöhte Seitenwindempfindlichkeit 

Stoßdämpfer in einem Auto
Neu eingebaute Stoßdämpfer Bildrechte: Bavaria Entertainment GmbH

Die Stoßdämpfer sind neben Bremsen und Lenkung die wichtigsten Teile des Fahrwerks. Eine Funktionsprüfung der Stoßdämpfer im eingebauten Zustand während der Fahrt ist nur mit viel Erfahrung möglich und hängt von vielen, kaum zu beeinflussenden Faktoren außerhalb des Fahrzeuges ab.

Eine echte Funktionsprüfung kann nur auf einem speziellen Stoßdämpferprüfstand vorgenommen werden. Dabei werden die einzelnen Räder des Fahrzeugs in Schwingungen versetzt und danach die Abklingkurve aufgezeichnet. Nach einem Vergleich mit der Kurve eines neuwertigen Stoßdämpfers kann dann eine Aussage zum Zustand des Bauteils getroffen werden.

Bei der Hauptuntersuchung achten die Prüfer bei der Sichtprüfung der Dämpfer vor allem auf größere Mengen austretenden Öls, was aber noch keinen Totalausfall des Dämpfers darstellen muss. Ein Funktionstest der Stoßdämpfer ist immer noch nicht in den Prüfkatalog der Hauptuntersuchung aufgenommen, weil es bislang kein einheitliches Prüfverfahren gibt.

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 21. September 2022 | 17:00 Uhr

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