Tipps vom Autopapst Sicherheitscheck vor dem Urlaub

Andreas Keßler
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Damit die Urlaubsfahrt sicher und pannenfrei verläuft, sollte das Auto vor der Fahrt unbedingt gecheckt werden. Öl, Ersatzreifen, Batterie: Worauf sollte man achten, damit alle sicher am Zielort ankommen? Auto-Experte Andreas Kessler weiß Rat.

Endlich darf man wieder: ab in den Urlaub! Das Ziel ist klar, die Taschen sind gepackt und dann kann es losgehen. Und das Auto? Ist das auch wieder bereit für eine längere Fahrt?

Damit Ihre Urlaubsfahrt sicher verläuft, ohne Panne, ohne Autoschaden, sollte auch der Wagen vor der Fahrt gecheckt werden.

(...) Der Fahrzeugführer ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden. Er muss dafür sorgen, dass das Fahrzeug, der Zug, das Gespann sowie die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind und dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung oder die Besetzung nicht leidet.

§ 23 der StVO

Die Sicherheitscheckliste vom Experten:

  • Reifen überprüfen: Ist der Luftdruck in Ordnung?

Der Reifendruck sollte am kalten Reifen überprüft werden, wenigstens einmal im Monat. Der empfohlene Reifendruck für das Auto steht entweder auf dem Etikett im Tankdeckel, an der B-Säule oder im Rahmen der Fahrer- oder Beifahrerseite. Den Druck kann man an der Tankstelle prüfen.

  • Motoröl/ Flüssigkeiten

Stimmt der Ölstand? Haben Sie noch ausreichend Scheibenwischwasser? Überprüfen Sie auch die Füllstände anderer Flüssigkeiten.

  • Batterie

Vor der Fahrt ist ein kurzer Batterie-Check in der Werkstatt eine gute Idee. Kein Akku hält ewig. Nach etwa vier bis fünf Jahren, je nach Beanspruchung, ist laut ADAC die Lebensdauer einer Autobatterie meistens abgelaufen.

  • Kontrollleuchten

Leuchtet etwas Unbekanntes im Display? Warnhinweise nicht ignorieren!

  • Scheinwerfer

Gibt es Schäden? Funktionieren sie alle?

  • Reserverad/Reifen-Pannenset

Gibt es überhaupt noch eines? Ist Luft drauf? Oder haben Sie ein Reifen-Pannenset an Bord?

  • Sanikasten/Warndreieck/Sicherheitsweste

Sollte ja sowieso an Bord sein, hier ist eine gute Gelegenheit, das zu überprüfen. Zumal es in einigen Urlaubsländern Pflicht ist, für jeden Mitfahrer eine Warnweste mitzuführen.

Fahrerin hat auf dem Seitenstreifen einer Landstrasse angehalten und trägt eine Warnweste.
Reifenpanne? Überprüfen Sie vor Fahrtbeginn, ob noch genügend Luft im Reserverad ist. Bildrechte: IMAGO / Jochen Tack

Bordwerkzeug? Bordausrüstung!

  • Unbedingt mitnehmen: Starke Handlampe mit neuen Batterien. Ist auch tagsüber bei allen Autoproblemen unentbehrlich.
  • Wenn ein Reserve-/ Not-Rad im Auto ist: Einen geeigneten Wagenheber mitnehmen!
  • Sind die Alufelgen mit Felgenschlössern gesichert? Ohne den passenden Schlüssel bekommt auch der Pannendienst die Schrauben nicht ab.
  • Eine Dose Öl im Kofferraum mit der Ölsorte, die im Motor ist, spart bei erhöhtem Ölverbrauch viel Geld! Gleiches gilt für Ad-Blue.
  • Bei Kleinreparaturen helfen Kabelbinder, Blumendraht und Klebeband immer weiter!
  • Die große Werkzeugbox im Kofferraum lohnt nur dann, wenn man damit auch etwas anfangen kann. Die Werkstatt hat eigenes Werkzeug.
  • Die Bedienungsanleitung griffbereit halten! Viele Pannen sind nur Fehlbedienungen.
  • Eine echte Beruhigung vor dem Antritt einer langen Sommerreise ist ein Pannenschutzbrief, der auch im Ausland gelten sollte. Ohne Schutzbrief verdoppelt sich das Urlaubsbudget ganz fix.

Selbsthilfe? Keine Chance...!

Der Klassiker unter den Pannen ist der Plattfuß! Das war schon zu Zeiten von Bertha Benz so und wird heute nur von Elektronikproblemen getoppt. Gegen die ist nachts im Regen auf einsamer Landstraße kein Kraut gewachsen. Ein defekter Reifen sollte aber beherrschbar sein, oder?

Die Autohersteller haben aber leider das gute alte Reserverad wegrationalisiert. Es gibt kaum noch Autos mit dem Ersatzrad im Kofferraum, auch ein Not-Rad sucht man oft vergeblich.

Als "Trostpflaster" für Reifenschadengeschädigte gibt es nur noch Pannensets, bestehend aus Mini-Kompressor und Reifenschaum zum Abdichten kleinerer Löcher. Und selbst so ein Pannenset kostet noch Aufpreis! Offenbar will man das liegengebliebene Auto unbedingt in eine Werkstatt lotsen, was gerade auf einer Urlaubsfahrt viel Zeit und Geld kostet. Wer in seinem Auto noch eine Mulde fürs Reserverad hat, sollte die auch mit einem echten Reserverad füllen. Und, fast schon trivial: Das Reserverad sollte auch ausreichend Luft enthalten! 

AUCH INTERESSANT:

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 07. Juli 2021 | 17:00 Uhr

Mehr aus dem Bereich Mobilität

mehrere Räder an einem Fahrradständer 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Moderne Fahrräder sind teurer und wertvoller als früher. Da lohnt sich schon mal eine Versicherung. Beim Abschluss gibt es einiges zu beachten. Wir haben das Wichtigste für Sie zusammengefasst.

MDR FERNSEHEN Do 09.09.2021 17:00Uhr 01:26 min

https://www.mdr.de/ratgeber/mobilitaet/video-fahrrad-versicherung-tipps-versicherungsmakler-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Weitere Ratgeber-Themen