E-Mobilität Elektroauto im Winter: So schonen Sie den Akku

Andreas Keßler
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Elektroautos brauchen im Winter deutlich mehr Strom, was folglich auch die Reichweite der Batterie mindert. Autoexperte Andreas Keßler gibt Tipps, wie Sie die Laufzeit Ihres E-Auto-Akkus verlängern können.

Ein E-Auto wird aufgeladen
Heizen Sie Ihr Elektroauto schon an der Ladestation vor – das spart Akku! Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Beheizung raubt Akku-Leistung

Wer der Reichweite von Elektroautos nicht so recht traut, ist bei niedrigen Temperaturen wahrscheinlich in heller Aufregung: Im Winter kann dem Akku eines Elektroautos durch dessen dann höheren Innenwiderstand weniger Energie entnommen werden als im Sommer. Gleichzeitig brauchen Elektroautos im Winter aber deutlich mehr Strom, was die Reichweite schrumpfen lässt.

Grund hierfür ist der Wunsch nach Wärme: die Energie für die Beheizung von Innenraum, Scheiben, Sitzen und Lenkrad sowie des Akkus selbst kommt leider auch aus der Antriebsbatterie. Wer dann noch viel in der Stadt unterwegs ist, wird den Blick kaum noch von der Reichweitenanzeige abwenden wollen: Bei "Stop-and-go" dauert alles ein wenig länger – und damit wird für dieselbe Strecke mehr Heizenergie erforderlich.

Elektro-Winter-Tipps

  • Achten Sie beim Kauf der Winterreifen auf geringen Rollwiderstand. Es müssen ja nicht die Super-Breit-Reifen sein.
  • Wählen Sie den sparsamsten Fahrmodus mit Ihrem E-Auto im Winter. Ankommen ist im Winter noch wichtiger als die Tagesbestzeit!
  • Heizen Sie Ihr Elektroauto schon an der Ladestation vor.
  • Schon beim Kauf auf Elektrofahrzeuge mit Wärmepumpen-Heizung achten! Wärmepumpen brauchen weniger Strom als konventionelle Strom-Heizungen.
  • Nutzen Sie die Sitzheizung bei Ihrem E-Auto im Winter. Die braucht viel weniger Strom als die Auto-Heizung.
  • Lassen Sie die Türen bei Ihrem E-Auto im Winter nicht lange offen, damit nicht unnötig Strom zum Aufheizen verbraucht wird.
  • Parken Sie Ihr E-Auto im Winter möglichst geschützt! Ein windgeschützter Winkel ist besser als eine zugige Ecke.

Individuelle Ladeprofile für längere Laufzeit

Die elektrochemischen Fakten sind hart: Kalte Batteriezellen nehmen den Ladestrom schlechter auf als warme! Deshalb haben moderne E-Autos eine Ladesteuerung, mit der man individuelle Ladeprofile programmieren kann. Der Akku ist dann erst kurz vor der geplanten Abfahrt vollgeladen und verliert in der Zeit bis zur Abfahrt nichts von seiner Kapazität.

Außerdem ist der Akku durch das Laden noch vorgewärmt und muss sich nicht während der Fahrt selbst hochheizen. Hier greift dann die "Konditionierungsfunktion": Wenn der nächste Ladevorgang durch die Ladesteuerung geplant wird, wird der Akku kurz vor der Ladesäule auf seine "Wohlfühltemperatur" gebracht und ist dann schneller und akkuschonender voll.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 17. Februar 2021 | 17:00 Uhr

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