Schutz vor Marderschäden Was hilft gegen Marder am Auto?

Andreas Keßler
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Er zerbeißt Bremsschläuche und Elektrokabel, kann gefährliche Motorschäden verursachen und es scheint, als wäre kein Kraut gegen ihn gewachsen: der gemeine Steinmarder macht Autobesitzern immer wieder zu schaffen. Tipps, wie man ihn doch abhält und was man bei entstandenen Schäden tun kann, hat Autoexperte Andreas Keßler.

Wohin Du auch fährst, er ist schon da – der Marder!

Erst war er nur für Landbewohner im Süden Deutschlands ein Thema, dann für fast jeden Park-Anrainer in Großstädten und jetzt steht sein Name sogar in den meisten Teilkasko-Versicherungsbedingungen: Der gemeine Steinmarder ist dabei, zum Megathema an Deutschlands Stammtischen zu werden.

Vom harten Brötchen unter der Motorhaube über zerfetzte Isolationsmatten bis zum veritablen Motorschaden reichen die Geschichten, und ein Kraut ist gegen diese Viecher offenbar nicht gewachsen. Wirklich nicht?

Oft erzählt, nicht immer erfolgreich: Die Anti-Marder-Tricks

  • Ultraschallgeräte verjagen Marder durch Töne mit ständig wechselnder Frequenz, die der Mensch nicht hören kann. Der Stromverbrauch ist gering (ca. 20 mA). Einbau und Anschluss sind ohne Werkzeug möglich und nach wenigen Minuten erledigt.

  • Elektroschockgeräte arbeiten mit Kontaktplättchen, die unter Hochspannung stehen (Weidezaunprinzip). Bei Berührung bekommt der Marder einen Stromschlag. Das System verbraucht kaum Strom und ist bei offener Motorhaube und eingeschalteter Zündung außer Betrieb.

  • Als Kabelschutz dient geschlitztes Wellrohr aus Hartkunststoff zur Ummantelung der Zündkabel aus dem Kfz-Zubehörhandel. Es sollte so verlegt und gesichert werden, dass es weder in bewegliche noch an heiße Teile geraten kann. An den Enden dürfen keine Scheuerstellen entstehen.

  • Als einfach, dabei oft wirkungsvoll, hat sich ein Rahmen aus Dachlatten erwiesen, der mit Kaninchendraht bespannt ist. Wenn das zu schützende Fahrzeug mit seiner Vorderachse in den Lattenrahmen und damit auf den Kaninchendraht fährt, hat der Marder keinen Absprungpunkt mehr.

Werkstattmitarbeite vor geöffneten Motorraum
Nach einem Marderbesuch empfiehlt sich eine Motorwäsche. Bildrechte: Colourbox.de

  • Wenn trotzdem ein Marder im Auto war, ist eine Motorwäsche dringend zu empfehlen! Jeder Marderbesuch hinterlässt eine neue Duftmarke, die einen anderen Marder sofort zu Revierkampfverhalten und "Raserei" veranlasst. Die Motorwäsche ist also eine Art "Anti-Marder-Versicherung".

Trotz der Vielzahl von "Anti-Marder-Tricks" gibt es immer noch kein Vergrämungsmittel, welches ungebetenen Besucher für immer verscheucht! So ein Marder ist eben auch nur ein Mensch.

Die (vielleicht) wahren Gründe für das Marder-Chaos

Neben den ständig kleiner werdenden Lebensräumen der Marder und den daraus folgenden häufigeren Kontakten zur Zivilisation, gibt es weitere Theorien zu den Gründen, warum Marder gerne unter Motorhauben ihr Unwesen treiben. Eine davon betrifft das Material, aus denen Kfz-Stromkabel gemacht werden.

Seit einiger Zeit werden Isolierungen dieser Kabel aus Umweltschutzgründen mit einem hohen Fischmehlanteil hergestellt, der Mardern das Wasser im Munde zusammen laufen lässt. Da liegt ein prüfender Biss in das lecker duftende Gekröse doch nah.

Ein ähnlicher Erklärungsversuch ist die allgemeine Neugier der Tiere, die sie mit ihren Schnauzen und Zähnen befriedigen möchten. Alles, was neu und aromatisch duftend ist, wird mit einem Test-Biss auf seine weitere Eignung untersucht. Wenn das allerdings vorher schon ein anderer Marder versucht und dabei seine Marke hinterlassen hat, wird aus der spielerischen Knabberei schnell blinde Wut mit entsprechenden Folgen für das Auto und die Börse seines Besitzers.

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 14. April 2021 | 17:00 Uhr

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