Verkehrssicherheit Sicher unterwegs mit Fahrrad und E-Bike

Bewegung, frische Luft, keine Staus: Fahrradfahren hat viele Vorteile. Aber nicht immer gibt es gut angelegte Fahrradwege auf denen man fahren kann, gerade in Städten lauern Gefahren. Worauf Radlerinnen und Radler und auch Autofahrer achten sollten, erklärt Präventionsexpertin Ilona Wessner.

Der Fahrradboom der letzten Jahre hat dazu geführt, dass viele Autofahrer und Fußgänger zumindest ab und zu auf dem Fahrrad sitzen. Viele Radfahrer können auch ein Auto lenken können – gute Voraussetzungen, um die jeweiligen Probleme des anderen zu kennen und rücksichtsvoll miteinander umzugehen. Eigentlich. Doch die Verkehrswirklichkeit sieht leider oft anders aus.

Diese Vorwürfe machen sich die jeweiligen Verkehrsteilnehmer gegenseitig:

Autofahrerinnen und Autofahrer:

  • schneiden Radfahrerinnen beim Abbiegen
  • halten zu geringen Seitenabstand (vorgeschrieben 1,50 Meter)
  • missachten die Vorfahrt auf querenden Radwegen
  • oder parken Radwege zu

Radfahrerinnen und Radfahrer:

  • wechseln die Spur ohne Zeichen zu geben
  • missachten das Rotlicht von Ampeln
  • fahren auf der Fahrbahn, obwohl Radwege vorhanden sind
  • benutzen Einbahnstraßen in der verkehrten Richtung (was erlaubt ist, wenn die Straße dafür freigegeben und mit Schildern gekennzeichnet ist )
  • oder fahren ohne Licht

Wichtigste Regel: vorausschauendes Fahren

Kommt es zu Unfällen, sind Radfahrer in der Regel die Leidtragenden. Sie sind ungeschützt unterwegs. Schon deswegen sind Autofahrer aufgefordert, besondere Rücksicht zu nehmen. Das bedeutet in erster Linie, vorausschauend zu fahren und mögliche Fehler der anderen einzukalkulieren.

Aber auch wer mit dem Rad unterwegs ist, kann dazu beitragen, risikoreiche Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen. Also: deutliche Zeichen geben, Verkehrsregeln beachten, sich sichtbar machen und daran denken, dass man übersehen werden kann.

Die Hauptursachen bei Rad-Unfällen sind:

  • falsche Straßenbenutzung
  • Fehler beim Abbiegen, Einfahren, Ausfahren und Wenden
  • Missachtung der Vorfahrt
  • mangelnde Verkehrstüchtigkeit (z.B. Alkoholisierung)
  • nicht angepasste Geschwindigkeit

Jüngere sind an mehr Unfällen beteiligt, aber seltener verletzt

Kinder und junge Fahrer sind bei etwa jedem zweiten Fahrradunfall beteiligt. Ältere Menschen sind nur in jeden zehnten Unfall verwickelt, stellen aber mehr als ein Drittel der Getöteten.

  • Ältere Radfahrende verursachen seltener Alleinunfälle als jüngere, kollidieren aber häufiger mit Kraftfahrzeugen.
  • Während bei den 18- bis 64-Jährigen nur ein Drittel die Hauptschuld am Unfall trägt, ist es bei den über 64-Jährigen jeder Zweite.
  • Vorfahrt- und Vorrangfehler treten bei Älteren fast dreimal häufiger und Abbiege – und Einfahrtfehler fast doppelt so häufig auf wie bei den anderen erwachsenen Radfahrenden.

Tipps für sicheres Fahren:

  • Halten Sie sich auch auf dem Fahrrad an die Verkehrsregeln. Bereits in der Grundschule lernen die Kinder, dass man sich beim Abbiegen zuerst umschaut und dann den Arm raushalten muss. Dazu kommt auch das Beherrschen der Vorfahrtsregeln, die für jeden Verkehrsteilnehmer gelten. Denken Sie auch an den toten Winkel, besonders bei LKW. Verständigen Sie sich durch Blickkontakt und bestehen Sie nicht auf Ihrem Vorfahrtsrecht. Vorsicht auch beim Vorbeifahren an parkenden Autos, hier könnten sich Autotüren plötzlich öffnen.
  • Vermeiden Sie Ablenkung, z.B. durch das Hören von Musik über Kopfhörer – auch das Wahrnehmen von Umgebungsgeräuschen kann lebensrettend sein. Für die Benutzung eines Handys während des Fahrradfahrens gelten für Radfahrer die gleichen Verkehrsregeln wie für Autofahrer – eine Benutzung ist untersagt, es droht es Bußgeld über 55 Euro.
  • Die Beleuchtung für Fahrräder ist in der Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben.

Eine Radfahrerampel leuchtet grün
Halten Sie sich an die Verkehrsregeln – auch wenn Sie mit dem Rad unterwegs sind. Bildrechte: dpa

Tipps für ein verkehrssicheres Fahrrad

Kurz gesagt, ein verkehrssicheres Fahrrad sollte folgende Dinge aufweisen:      

  • gelbe Pedalrückstrahler
  • je zwei Speichen Reflektoren oder reflektierende Streifen an den Reifenseiten oder weiße Speichen Reflektoren in Stäbchenform
  • Scheinwerfer vorn
  • rote Schlussleuchte
  • weißer Frontrückstrahler
  • roter Großflächenrückstrahler
  • Klingel / Glocke
  • zwei unabhängige Bremsen

Überprüfen Sie vor Antritt der Fahrt die technische Sicherheit Ihres Fahrrades: Funktionieren die Bremsen, ist genug Druck auf dem Reifen, klingelt die Klingel, ist die Beleuchtung in Ordnung?

Wir empfehlen auch tagsüber auf Grund der besseren Sichtbarkeit das Licht einzuschalten!

Sorgen Sie für Sichtbarkeit!

Helle Kleidung oder Bekleidung mit Reflektoren, bzw. eventuell sogar das Tragen einer Warnweste macht Sie für andere Verkehrsteilnehmer schneller wahrnehmbar. Tragen Sie zu Ihrem eigenen Schutz einen Fahrradhelm.

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 29. Juni 2021 | 17:00 Uhr

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