Neu ab 2021 Patientenakte, Tattoos, Berufskrankheit

Das ändert sich in Sachen Pflege und Gesundheit: Patientenakte und Rezept soll es künftig digital geben. Tattoos entfernen dürfen nur noch Ärzte. Eine Berufskrankheit muss keinen Jobwechsel mehr nach sich ziehen.

Ein Stethoskop hängt um den Hals einer Frau im Arztkittel
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Elektronische Rezepte und Patientenakten

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet weiter voran. Patienten sollen künftig elektronische Rezepte auf dem Smartphone in der Apotheke einlösen können. Außerdem sollen Ärzte Zugriff auf elektronische Patientenakten ("ePA") bekommen und Krankschreibungen nur noch digital erfolgen.

Neben Befunden sollen beispielsweise auch Röntgenbilder, Impfausweis oder Mutterpass elektronisch vorliegen. Grundsätzlich festgelegt ist, dass alle Versicherten ab 1. Januar 2021 von der Krankenkasse eine E-Akte zur freiwilligen Nutzung angeboten bekommen sollen.

Antrag auf Elektronische Gesundheitsakte
Patientenakte und Rezepte soll es in Zukunft digital geben. Bildrechte: mago images / Jochen Tack

Tattoo-Entfernung nur noch beim Arzt

Wer sich ein Tattoo entfernen lassen möchte, kann die dafür übliche Laserbehandlung nur noch bei approbierten Ärzten mit entsprechender Fachkenntnis durchführen lassen. Das ist durch das Strahlenschutzgesetz ab 2021 so geregelt. Das gilt für alle Arbeiten mit nichtionisierenden Strahlungsquellen, die bei unsachgemäßer Anwendung schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben können – wie etwa die Beseitigung von Pigmentstörungen oder die Behandlung von Gefäßveränderungen.

Kosmetische Haarentfernungen unterliegen auch weiterhin nicht der Arztpflicht. Aber auch hier muss ab 31. Dezember 2021 ein Fachkundenachweis vorliegen, um die Behandlung an Kunden vornehmen zu dürfen. Das wird dann auch nötig für Einsatzbereiche mit Ultraschallanwendungen, Magnetfeldern und hochfrequenten elektromagnetischen Feldern.


"Babyfernsehen" über Ultraschall verboten

Sind Ultraschalluntersuchungen bei Ungeborenen im Mutterleib nicht medizinisch notwendig, sind sie ab 2021 verboten. Das "Babyfernsehen" wird künftig durch eine neue Verordnung im Strahlenschutzgesetz unterbunden. Damit sollen die Föten vor unnötigen Einflüssen geschützt werden – allen voran vor schädlichen Strahlen.


Heilmittelverordnung wird vereinfacht

Zum 1. Januar 2021 tritt die neue Heilmittelrichtlinie in Kraft. Sie soll durch klare und einfache Vorgaben die bisherige komplizierte Einzelfallentscheidung ablösen. Zugleich soll der Heilmittelkatalog überschaubarer werden – und zur Verordnung gibt es nur noch ein Formular.

Wichtige Neuerungen bei der neuen Verordnung sind unter anderem: Die Mediziner haben die Möglichkeit, gleichzeitig mehrere vorrangige Heilmittel zu verordnen. Außerdem verlängert sich die Frist zum Behandlungsbeginn von 14 Tage auf 28 Tage nach Ausstellung der Verordnung und es besteht eine höhere Flexibilität bei der Behandlungsfrequenz.

Die Heilmittelverordnung umfasst medizinische Leistungen wie Physiotherapie, Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie, Ergotherapie, Podologie und Ernährungstherapie.

Heilmittelverordnung für ärztliche Behandlung
Ärztinnen und Ärzte sollen es künftig einfacher beim Verschreiben von Heilmitteln haben. Bildrechte: imago images / blickwinkel

Tabak-Werbeverbot bei jugendfreien Kinofilmen

2021 wird die Tabakwerbung weiter zurückgefahren. Sie ist dann für alle Filme tabu, in die auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren Zutritt haben.

Außenwerbung wie auf Plakatwänden oder Haltestellen für herkömmliche Tabakprodukte sind ab 2022 untersagt. 2023 wird das Werbeverbot auch auf Tabakerhitzer ausgeweitet, 2024 dann auf elektronische Zigaretten und Nachfüllbehälter.


Mehr Personal für Altenpflege und Geburtshilfe   

Am 1. Januar 2021 tritt das Gesundheitsversorgungs- und Pflegeverbesserungsgesetz in Kraft. Darin ist festgelegt, dass es 20.000 zusätzliche Stellen in der Alten- und Krankenpflege geben soll. Die Kosten sollen durch die Pflegeversicherung gedeckt werden; der Eigenanteil für Pflegebedürftige soll damit nicht angehoben werden müssen. 

Im Gesetz verankert ist zudem ein Hebammenstellen-Förderprogramm für die Jahre 2021 bis 2023, das 100 Millionen Euro pro Jahr umfasst. Ziel sind 600 zusätzliche Hebammenstellen und bis zu 1.750 weitere Stellen für Fachpersonal, das Hebammen in Geburtshilfeabteilungen zur Hand geht.


Verlängerung der Hilfen für pflegende Angehörige

Um die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf in der Corona-Krise weiter zu unterstützen, wird es pflegenden Angehörigen weiterhin ermöglicht, sich in Notfällen bis zu 20 Tage von der Arbeit freistellen zu lassen. Die Regelung wurde noch einmal bis zum 31. März 2021 verlängert.


Berufskrankheit muss nicht Jobwechsel nach sich ziehen

Mit dem 1. Januar 2021 treten Änderungen im Berufskrankheitenrecht in Kraft. Der Unterlassungszwang entfällt. So muss die "schädigende Arbeit" nicht mehr aufgegeben werden, um ein Verfahren zur Prüfung einer Berufskrankheit einleiten und Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung erhalten zu können.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 31. Dezember 2020 | 17:45 Uhr

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