Neu ab 2021 Abgasnorm, Autoteile-Designschutz, Bahnreisen

Für Reifen kommt die Energiebilanz-Kennzeichnungspflicht. Benzin und Diesel werden teurer. Der Designschutz für Autoersatzteile wird gelockert. Mehr dazu und weitere Neuerungen gibt es hier.

PKW wird in einer Werkstatt repariert
Ab 2021 fällt der Designschutz für Autoersatzteile. Für 25 Jahre gibt es für alte Ersatzteile aber noch einen Bestandsschutz. Bildrechte: imago images / localpic

Steigende Preise für Diesel und Benzin

2021 wird eine CO2-Steuer in den Bereichen Wärme und Verkehr eingeführt, die den Verbrauch von fossilen Brennstoffen unattraktiver machen und zum Umstieg auf klimafreundlichere Alternativen anregen soll. Damit werden für Verbraucher bei Kraftstoffen höhere Kosten anfallen – rund sieben Cent bei Benzin und acht Cent bei Diesel.


Sprit-Schlucker werden teurer

Halter von Autos mit hohem CO2-Ausstoß müssen sich ab 2021 auf steigende Kosten bei der Kraftfahrzeugsteuer einstellen. Besonders umweltfreundliche Fahrzeuge werden dagegen durch die vom Bundestag beschlossene Steuerreform entlastet. Bereits zugelassene Autos sind davon nicht betroffen. Die Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge wurde bis Ende 2030 verlängert. Für ab 2021 neu zugelassene Autos, die mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, soll für jedes weitere Gramm ein Aufschlag von zwei Euro auf die ansonsten nach dem Hubraum berechnete Steuerlast erhoben werden. Der Aufschlag soll dann stufenweise ansteigen. Für von Juni 2020 bis Ende 2024 zugelassene Pkw mit weniger als 95 Gramm CO2 Emissionen soll es einen jährlichen Steuerbonus von 30 Euro für maximal fünf Jahre geben.


Neue Abgasnorm für Pkw

Für alle Erstzulassungen gilt ab 1. Januar die Abgasnorm Euro 6d-ISC-FCM. Das Kürzel ISC steht für sogenannte In-Service-Conformity-Tests, der Zusatz FCM wiederum für Fuel Consumption Monitoring System – eine neue Vorschrift, die festlegt, dass Pkw mit Euro 6d mit einem System ausgestattet sein müssen, das den Kraftstoffverbrauch über den gesamten Fahrbetrieb im Auto speichert. Diese Werte können dem ADAC zufolge ausgelesen und damit Abweichungen zwischen Typzulassungswert und dem Verbrauch im Straßenverkehr festgestellt werden. Damit sollen die Angaben der Fahrzeughersteller für den Verbraucher sicherer werden.


Motorräder müssen Abgasnorm Euro 5 erfüllen

Motorräder müssen ab 2021 die Abgasnorm Euro 5 erfüllen. Neuzulassungen von Bikes mit Euro 4 sind nur noch in Ausnahmefällen möglich.


Neue Typklassen bei der Kfz-Versicherung

Bei der Kfz-Haftfpflicht-Versicherung gibt es ab 2021 neue Typklassen. Nach Angaben des ADAC ändert sich dadurch für drei Viertel der Autobesitzer nichts. Etwa 4,6 Millionen müssen weniger für ihre Kfz-Versicherung zahlen; für 6,1 Millionen wird es hingegen teurer.


Neue Kennzeichnung für Autoreifen

Reifen müssen ab dem 1. Mai 2021 genauer gekennzeichnet werden, damit Verbraucher leichter energiesparende Modelle auswählen können. Ziel der EU-Regelung ist weniger Spritverbrauch, was das Klima und auch den Geldbeutel entlasten soll.

Das neue System könnte laut EU-Parlament dazu beitragen, CO2-Emissionen um zehn Millionen Tonnen zu verringern. Demnach sollen die Informationen auf den Reifen besser sichtbar und genauer werden. Optisch soll die Kennzeichnung ähnlich aussehen, wie das geläufige EU-Energielabel, das eine Farbabstufung von grün bis rot nutzt.

EU-Reifenlabel der Kategorie AA auf einem Autoreifen
Ähnlich wie bei Haushaltsgeräten soll der Autofahrer auch die Ernergieeffizienz der Reifen auf einen Blick erkennen können. Bildrechte: dpa

Überwachung des Spritverbrauchs

Ab dem 1. Januar 2021 überwacht die EU in jedem neuen Auto den realen Spritverbrauch. Künftig müssen Autohersteller die diesbezüglichen Daten ihrer Fahrzeuge an die EU übermitteln. Das soll mehr Transparenz schaffen. Auch Autofahrer könnten so zu Sparsamkeit gezwungen werden.

Jeder Neuwagen, der nach dem Jahreswechsel verkauft wird, soll speichern, wie weit er fährt und wie viel Sprit oder Strom er verbraucht. Das neue Überwachungssystem soll nach dem Willen der EU einen neuen Abgasskandal vermeiden. 2015 war bekannt geworden, dass der tatsächliche Fahrzeugverbrauch im realen Betrieb enorm von den Laborwerten abweicht. Zwar gibt es jetzt eine neue Prüfung bei der Zulassung von neuen Fahrzeugen, doch das reicht der EU-Kommission nicht aus.

Emissions-Test am Auspuff eines Testfahrzeugs
Wie viel verbraucht mein Auto wirklich? Bildrechte: imago/Friedrich Stark

Digitalradio DAB+ in Neuwagen Pflicht

Radios in neuen Fahrzeugen sowie neue stationäre Radiogeräte mit Display müssen seit dem 21. Dezember 2020 den Empfang und die Wiedergabe von DAB+ (Digital Audio Broadcast) ermöglichen.

Mehr als drei Viertel aller Deutschen hören regelmäßig Radio, viele von ihnen im Auto. Befürworter von DAB+ erhoffen sich von der Neuregelung einen großen Schub für das Digitalradio. Außerdem loben sie die flächendeckende Verbreitung auch in ländlichen Regionen sowie mehr Programmauswahl und einen besseren Klang.


Lockerung beim Designschutz

Ab 2021 dürfen sichtbare Autoersatzteile auch nachgebaut werden. Bisher mussten sie bei der Reparatur vom Hersteller geliefert werden. Betroffen sind Ersatzteile wie Motorhaube, Kotflügel, Außenspiegel, Scheiben und Beleuchtung. Für sichtbare, karosserieintegrierte Ersatzteile galt bislang ein sogenannter Designschutz. Nach Einschätzung des ADAC wird die Gesetzesänderung zu niedrigeren Preisen bei solchen Ersatzteilen führen. Die Neuerung gilt jedoch nur für Ersatzteile, deren Design nach Inkrafttreten des Gesetzes angemeldet wird – die anderen haben 25 Jahre Bestandsschutz. Daher bemängelt der ADAC, dass Verbraucher Preisminderungen erst in einigen Jahren zu spüren bekommen werden.


Änderungen bei der Fahrprüfung

Ab Januar läuft die praktische Fahrprüfung für alle Führerscheinklassen anders ab als bisher. Die "Optimierte Praktische Fahrerlaubnisprüfung" (OPFEP) soll in erster Linie die hohe Zahl von Unfällen durch Fahranfänger verringern. Die Prüfung wurde hierfür standardisiert sowie methodisch und inhaltlich optimiert.

Sie dauert zehn Minuten länger, weil mehr Fahr-Aufgaben zu bewältigen sind, die nach festen Kriterien objektiv bewertet werden sollen. Im Anschluss gibt es neben der mündlichen auch eine schriftliche digitale Bewertung durch den Prüfer – egal, ob die Prüfung bestanden wurde oder nicht. Die praktische Fahrprüfung wird dadurch für alle Klassen teurer. In der Pkw-Klasse zum Beispiel steigen die Kosten um fast ein Drittel auf knapp 117 Euro.

Neu ist auch, dass ab April die Prüfung für die Klasse B in einem Automatik-Fahrzeug gemacht werden darf. Voraussetzung ist, dass der Prüfling zehn Fahrstunden in einem Fahrzeug mit Handschaltung vorweisen kann und überdies seine Fahrtauglichkeit mit Schaltgetriebe von der Fahrschule bescheinigt bekommt.


Geplante EU-Reform: Änderungen für Bahnreisende

Wenn sogenannte außergewöhnliche Umstände wie Unwetter, Blitzeis oder eine Pandemie zum Zugausfall oder einer Verspätung führen, müssen sich Bahnreisende dem ADAC zufolge ab Anfang 2021 darauf einstellen, keine Entschädigung mehr zu erhalten. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen nach Angaben des Automobilclubs noch zustimmen. Das gelte jedoch als Formsache.

In anderen Bereichen sollen die Verbraucherrechte künftig jedoch gestärkt werden: So sollen Bahnkunden das Recht erhalten, ihr Fahrrad mit in den Zug zu nehmen. Menschen mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität sollen nicht mehr nur in Fernzügen Unterstützung beim Ein-, Um- und Aussteigen bekommen, sondern auch in Regionalzügen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 31. Dezember 2020 | 17:45 Uhr

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