Euromünzen rinnen zwischen zwei Händen durch
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Neu ab 2018 Arbeit, Rente, Soziales, Steuern und Finanzen

Euromünzen rinnen zwischen zwei Händen durch
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Steuerfreibeträge, Kindergeld und Unterhaltshöchstbetrag

Der Grundfreibetrag steigt um 180 Euro auf 9.000 Euro. Die Anhebung entspricht auch dem Unterhaltshöchstbetrag. Der Kinderfreibetrag steigt um 72 Euro auf 4.788 Euro. Das monatliche Kindergeld wird um jeweils zwei Euro angehoben. Für das erste und das zweite Kind gibt es dann 194 Euro, für das dritte Kind 200 Euro und ab dem vierten Kind jeweils 225 Euro.

Auf einen Blick:
Grundfreibetrag 9.000 €
Kinderfreibetrag        4.788 €
Kindergeld 1. und 2. Kind 194 €
Kindergeld 3. Kind 200 €
Kindergeld ab 4. Kind 225 €
Unterhaltshöchstbetrag 9.000 €

Kindergeld rückwirkend nur noch für sechs Monate

Rückwirkend beantragtes Kindergeld wird nur noch für die letzten sechs Kalendermonate vor Antragsstellung gezahlt. Bis Ende 2017 lag der Zeitraum noch bei vier Jahren.

Familienkassen und Ausländerbehörden gleichen Daten ab

Familienkassen und Ausländerbehörden gleichen ab Januar ihre Daten ab. Damit soll verhindert werden, dass unberechtigt Kindergeld ausgezahlt wird.

Mehr Unterhalt für Trennungskinder

Die "Düsseldorfer Tabelle" wird angepasst. Danach haben minderjährige Trennungskinder ab Januar häufig Anspruch auf mehr Geld. Je nach Alter des Kindes und Einkommen des Unterhaltspflichtigen steigt der Unterhalt um sechs bis zwölf Euro im Monat. Die Sätze für volljährige Trennungskinder bleiben 2018 unverändert.

Aktuelle Rechengrößen in der Sozialversicherung

Wie in jedem Jahr ändern sich auch 2018 die Rechengrößen in der Sozialversicherung. In der allgemeinen Rentenversicherung wird die Beitragsbemessungsgrenze im Westen auf 6.500 Euro im Monat bzw. 78.000 Euro im Jahr angehoben, im Osten auf 5.800 Euro bzw. 69.600 Euro. Die gleichen Werte gelten auch für die Beitragsbemessungsgrenzen in der Arbeitslosenversicherung. Etwas höher liegen die Grenzen in der knappschaftlichen Rentenversicherung, nämlich im Westen bei 8.000/96.000 Euro und im Osten bei 7.150/85.800 Euro.

In der Kranken- und Pflegeversicherung liegt die Beitragsbemessungsgrenze bundesweit bei 4.425 Euro im Monat bzw. 53.100 Euro im Jahr. Die Beitragsbemessungsgrenze ist der Betrag, bis zu dem Versicherungsbeiträge abgeführt werden müssen. Alles, was über diese Grenze hinausgeht, ist beitragsfrei. Die Anhebung der Grenze hat steigende Beiträge für Menschen mit höherem Einkommen zur Folge.

Die Versicherungspflichtgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung wird bundeseinheitlich auf 4.950 Euro im Monat bzw. 59.400 Euro im Jahr angehoben. Die Versicherungspflichtgrenze ist die Einkommensgrenze, bis zu der Arbeitnehmer gesetzlich versichert sein müssen. Wer mehr verdient, darf sich privat versichern.

Die Bezugsgröße hat unter anderem Einfluss auf die Beiträge für die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse oder auf die Beiträge von versicherungspflichtigen Selbstständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie liegt 2018 für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung bundeseinheitlich bei 3.045 Euro pro Monat bzw. 36.540 Euro im Jahr. Für alle anderen Bereiche der Sozialversicherung gelten diese Werte nur im Westen, während die Bezugsgröße im Osten bei 2.695 Euro pro Monat bzw. 32.340 Euro im Jahr liegt.

  West   Ost  
  Monat Jahr Monat Jahr
Beitragsbemessungsgrenze allgemeine Rentenversicherung 6.500 € 78.000 € 5.800 € 69.600 €
Beitragsbemessungsgrenze knappschaftliche Rentenversicherung 8.000 € 96.000 € 7.150 € 85.800 €
Beitragsbemessungsgrenze Arbeitslosenversicherung 6.500 € 78.000 € 5.800 € 69.600 €
Versicherungspflichtgrenze Kranken- und Pflegeversicherung 4.950 € 59.400 € 4.950 € 59.400 €
Beitragsbemessungsgrenze Kranken- und Pflegeversicherung 4.425 € 53.100 € 4.425 € 53.100 €
Bezugsgröße in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung 3.045 € 36.540 € 3.045 € 36.540 €
Bezugsgröße in anderen Bereichen der Sozialversicherung 3.045 € 36.540 € 2.695 € 32.340 €
vorläufiges Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung   37.873 €   37.873 €

Pflegekassen müssen schnell entscheiden

Pflegebedürftigen muss innerhalb von 25 Arbeitstagen von der gesetzliche Pflegekasse mitgeteilt werden, wie über ihren Antrag auf Pflegebedürftigkeit entschieden wurde.

Pflegebedürftige können Zusatzmittel aus Vorjahren nutzen

Von 2015 bis 2016 hatten Pflegebedürftige Anspruch auf zusätzliches Geld für Betreuung und zur Entlastung, je nach Schwere in Höhe von 104 oder 108 Euro. Wer dieses Geld bislang nicht aufgebraucht hat, kann das noch bis Ende 2018 tun. Welche Angebote und Leistungen mit dem Geld bezahlt werden können, sollte vorher mit der Pflegekasse abgeklärt werden. Wer noch etwas vom 2017 eingeführten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat übrig hat, kann den Restbetrag ebenfalls noch ausgeben. Hier endet die Frist allerdings schon am 30. Juni 2018.

Neuer Gleitzonenfaktor

Wer regelmäßig zwischen 450,01 und 850 Euro verdient, liegt in der Gleitzone und gilt als sogenannter Midijobber. Deren beitragspflichtiges Arbeitsentgelt wird auf einen fiktiven Betrag reduziert, der über den sogenannten Gleitzonenfaktor errechnet wird. Dieser Faktor, der auf allen Sozialversicherungsbeiträgen basiert, liegt 2018 bei 0,7547.

Umlagesatz für Insolvenzgeld sinkt

Ist ein Unternehmen insolvent, erhalten Beschäftigte von der Arbeitsagentur einen Lohnausgleich. Der Umlagesatz für das Insolvenzgeld sinkt im Jahr 2018 von bisher 0,09 Prozent auf 0,06 Prozent. Das regelt die Insolvenzgeldumlagesatzverordnung, die zum Jahresbeginn in Kraft tritt.

Änderungen beim Mutterschutz

Eine schwangere Frau überreicht einem Vorgesetzten im Büro ein Papier.
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Das Mutterschutzgesetz wird nach 65 Jahren reformiert. Er gilt ab 2018 auch für Schülerinnen, Studentinnen und Praktikantinnen. Für Mütter von Kindern mit Behinderung verlängert sich der Schutz nach der Geburt um vier Wochen auf insgesamt zwölf Wochen. Neu aufgenommen wurde ein Kündigungsschutz nach Fehlgeburten. Frauen, die nach der zwölften Schwangerschaftswoche eine Fehlgeburt erleiden, darf vier Monate danach nicht gekündigt werden.

Darüber hinaus werden die Arbeitszeitbeschränkungen für Schwangere und Stillende gelockert.

Zusatzbeitrag in der Krankenversicherung sinkt

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf 1 Prozent. Allerding können die Krankenkassen im Einzelnen auch darunter liegen. Der Gesamtbeitrag wird dann im Schnitt von 15,7 Prozent auf 15,6 Prozent des Bruttolohns sinken.

Freiwillige Gesetzliche Krankenversicherung für Selbstständige wird neu berechnet

Wer als Selbstständiger freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, muss sich auf Nachzahlungen oder Erstattungen einstellen. Grund: Der Beitrag wird zunächst nur vorläufig berechnet und erst nach Eingang des Steuerbescheids für das entsprechende Jahr endgültig festgesetzt. Wer rückläufige Einnahmen hat, kann aber bei der Kasse eine Absenkung des Beitrags beantragen.

Krankenversicherung nach Ende der Saisonarbeit

Mit dem Ende einer Saisonbeschäftigung endet auch die Krankenversicherungspflicht. Um versichert zu bleiben, müssen die Betroffenen innerhalb von drei Monaten in die freiwillige Krankenversicherung wechseln und einen Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt in Deutschland nachweisen.

Juli bringt Rentenplus

Geldstücke und Rente
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Wenn im Juli 2018 die nächste Rentenerhöhung ansteht, dürfen sich Rentner im Westen voraussichtlich über ein Plus von 3,09 Prozent freuen, im Osten sogar von 3,23 Prozent.

Bis 2025 sollen die Ostrenten dann an das Westniveau angehoben werden.

Weniger Rentenbeiträge ab Januar

Bereits ab Januar 2018 sinkt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rente, aber nur um 0,1 Prozentpunkte von 18,7 auf 18,6 Prozent.

Im gleichen Maß sinkt auch der Beitragssatz in der knappschaftlichen Rentenversicherung, nämlich von 24,8 auf 24,7 Prozent.

Betriebsrente für alle kommt

Die Betriebsrenten werden neu geregelt. Das Betriebsrentenstärkungsgesetz gibt kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit, mit Gewerkschaften eine Befreiung von der Garantiehaftung auszuhandeln. Diese Haftung für eine Mindesthöhe der Renten zwingt den Betrieb dazu, hohe Rücklagen zu bilden. Weil Unternehmen geringerer Größe dazu oft nicht in der Lage sind, gibt es hier bislang auch keine Betriebsrenten. Die Neuregelung befreit sie von dieser Last und gibt den Mitarbeitern Zugang zu dieser Form der Altersvorsorge.

Geldscheine und  Münzen, darauf das Wort "Betriebsrente"
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Dafür wird die Betriebsrente für Arbeitgeber attraktiver gemacht. Sie erhalten u.a. einen direkten Steuerzuschuss von 30 Prozent, wenn sie Beschäftigten mit weniger als 2.200 Euro brutto eine Betriebsrente anbieten. Dafür müssen sie Beiträge zahlen - zwischen 240 bis 480 Euro jährlich.

Auch Geringverdiener mit einem monatlichen Bruttoeinkommen unter 2.200 Euro bekommen die Möglichkeit der betrieblichen Altersvorsorge. Wenn der Arbeitgeber für sie jährlich Beiträge zwischen 240 und 480 Euro zahlt, wird er vom Staat mit 30 Prozent steuerlich bezuschusst.

Riester-Grundzulage steigt

Die Grundzulage bei der Riester-Rente steigt zum 1. Januar von 154 Euro auf 175 Euro. Die Kinderzulage bleibt unverändert.

Grundsicherung: Altersvorsorge wird weniger angerechnet

Einkommen aus Riester- oder Betriebsrenten wird nicht mehr voll auf die Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung angerechnet. Das gilt auch für Hilfen zum Lebensunterhalt. Der monatliche Freibetrag liegt dann bei 100 Euro. Ist die private Rente höher, bleiben weitere 30 Prozent bis zum Höchstbetrag von 208 Euro anrechnungsfrei.

Erwerbsminderungsrente steigt schrittweise

Die Erwerbsminderungsrenten sollen angehoben werden. Zur Berechnung wurde bislang angenommen, als hätte ein Betroffener mit den durchschnittlichen Entgeltpunkten, die er bis zu seiner Erkrankung erworben hat, bis zum 62. Lebensjahr weitergearbeitet. Von 2018 bis 2024 soll diese Grenze schrittweise auf das 65. Lebensjahr angehoben werden. Dies gilt für alle, die ab 2018 eine Erwerbsminderungsrente beantragen, jedoch nicht für Bestandsrentner.

Mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung

Wer Menschen mit einer wesentlichen Behinderung einstellt, bekommt dafür Lohnkostenzuschüsse bis zu 75 Prozent. Das "Budget für Arbeit" soll ein Anreiz sein, Alternativen zur Werkstatt für behinderte Menschen   zu schaffen und ihnen auch am Arbeitsmarkt mehr Teilhabe zu ermöglichen.

Einen besseren Zugang zu allen gesellschaftlichen Bereichen soll auch das Projekt   "Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung" (EUTB) ermöglichen. Im Rahmen dieses Projekts entsteht ein bundesweites Netzwerk an Beratungsstellen, das im Januar seine Arbeit aufnimmt.

Für Menschen mit geistigen und seelischen Behinderungen sollen Bundesbehörden Bescheide, Allgemeinverfügungen, öffentlich-rechtliche Verträge und Vordrucke in einfacher und verständlicher Sprache gestalten. Wo es nötig ist, sollten sie auch schriftlich in "leichter Sprache" erläutert werden.

Arbeitslosengeld an der Supermarkt-Kasse

In finanziellen Notfällen wird Empfängern von Arbeitslosengeld oder Hartz IV ein Vorschuss gewährt. Dieser wurde bisher an Kassenautomaten in Arbeitsagenturen und Jobcentern ausgezahlt. Diese Automaten werden 2018 abgeschafft. Stattdessen erhält der ALG-(II)-Empfänger von seiner Behörde einen neutralen Zettel mit einem Barcode, den er bei verschiedenen Supermarkt- und Drogerieketten an der Kasse einscannen lassen kann und dann das Geld in bar erhält. Dieses System wird im zweiten Quartal 2018 eingeführt. Bis Ende des Jahres soll es bundesweit flächendeckend verfügbar sein.

Hartz-IV-Sätze angepasst

Ein Stempel mit der Aufschrift "Hartz IV".
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Zum 1. Januar steigen die Regelsätze für Hartz IV um rund 1,6 Prozent. Der Satz für Alleinstehende erhöht sich um sieben Euro auf 416 Euro, für Ehe- und Lebenspartner um sechs Euro auf 374 Euro. Hinzu kommen jeweils Zahlungen für Miete und Heizung.

Die Leistungen für Kinder und Jugendliche steigen um drei bis fünf Euro. Jugendliche von 14 bis 17 Jahren erhalten statt 311 nun 316 Euro. Für Kinder von 6 bis 13 Jahren gibt es 296 Euro, für Kleinkinder 240 Euro im Monat.

Vergleichbare Entlohnung

Vom 6. Januar an haben Beschäftigte in Betrieben und Dienststellen mit mehr als 200 Mitarbeitern das Recht zu erfahren, nach welchen Kriterien und Verfahren sie bezahlt werden. Die Anfrage muss vom Betriebsrat oder vom Arbeitgeber beantwortet werden. Außerdem können Arbeitnehmer sich jetzt sagen lassen, wie sich das Entgelt für die gleiche oder eine vergleichbare Tätigkeit zusammensetzt. Um der schlechteren Entlohnung von Frauen entgegen zu wirken, können sich Betroffene auch die Höhe des Entgelts mitteilen lassen, wenn die Vergleichstätigkeit von sechs oder mehr Mitarbeitern des anderen Geschlechts ausgeübt wird.

Mindestlohn gilt überall

Figuren in Arbeitskleidung unterschiedlicher Branchen stehen vor Euro Geldmünzen im Wert von 8,50
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Vom 1. Januar an gilt in allen Branchen der gesetzliche Mindestlohn. Er liegt aktuell bei 8,84 Euro pro Stunde. Die Übergangsfrist für Unternehmen, diese Regelung umzusetzen, endet am 31. Dezember 2017. Damit haben dann zum Beispiel auch Zeitungszusteller Anspruch auf den vollen Mindestlohn.

Eine Ausnahme gibt es trotzdem: Bis Ende 2018 gilt noch eine Sonderregelung für Saisonarbeiter, die weniger als 70 Tage im Jahr arbeiten.

In welchen Branchen sich der Mindestlohn ändert

Abweichungen vom gesetzlichen Mindestlohn sind nur nach oben in Form von Branchenmindestlöhnen möglich. In folgenden Branchen ändern sich die Mindestlöhne zum 1. Januar:

Im Elektrohandwerk werden bundesweit einheitlich mindestens 10,95 Euro pro Stunde gezahlt. Bislang waren es 10,65 Euro im Westen und 10,40 Euro im Osten.

Bei Beschäftigten der Pflegebranche steigt der Mindestlohn im Westen von 10,20 Euro auf 10,55 Euro und im Osten von 9,50 Euro auf 10,05 Euro.

Im Baugewerbe steigt der Mindestlohn in der für einfache Arbeiten geltenden Lohngruppe 1 bundesweit von 11,30 Euro auf 11,75 Euro. Die Lohngruppe 2 für fachlich begrenzte Arbeiten gibt es nur noch im Westen, wo der Mindestlohn von 14,70 Euro auf 14,95 Euro steigt, sowie in Berlin, wo er von 14,55 Euro auf 14,80 Euro erhöht wird.

Gebäudereiniger
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Bei Gebäudereinigern steigt der Mindestlohn im Westen von 10 Euro auf 10,30 Euro (Innenreinigung) bzw. von 13,25 Euro auf 13,55 Euro (Außen- und Glasarbeiten) und im Osten von 9,05 Euro auf 9,55 Euro (Innenreinigung) bzw. von 11,53 Euro auf 12,18 Euro (Außen- und Glasarbeiten).

Im Dachdeckerhandwerk gibt es eine Absenkung und eine Erhöhung: Ungelernte gewerbliche Arbeitnehmer erhalten statt 12,25 Euro nur noch einen Mindestlohn von 12,20 Euro. Facharbeiter dagegen, die einen Gesellenbrief als Dachdecker, Zimmerer oder Klempner vorweisen können, haben Anspruch auf den sogenannten "Mindestlohn 2" in Höhe von 12,90 Euro.

Auch bei den Geld- und Wertdiensten steigen die Mindestlöhne. Sie fallen je nach Art der Beschäftigung und nach Bundesland unterschiedlich aus.

Der Mindestlohn für die Berufliche Aus- und Weiterbildung wird von 14,60 Euro auf 15,26 Euro angehoben.

In Betrieben der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus fällt der Branchenmindestlohn von 9,10 Euro weg. Ab Januar 2018 gilt dann auch hier der gesetzliche Mindestsatz von 8,84 Euro pro Stunde.

Im Laufe des Jahres werden auch in anderen Branchen die Mindestlöhne angehoben:

Ab April erhalten Leih- bzw. Zeitarbeiter pro Stunde 9,49 Euro statt 9,23 Euro (West) bzw. 9,27 statt 8,91 Euro (Ost).

Ab Mai wird im Maler- und Lackiererhandwerk für Ungelernte bundesweit 10,60 Euro statt 10,35 gezahlt. Für Gesellen steigt der Mindestlohn im Westen von 13,10 Euro auf 13,30 Euro und im Osten von 11,85 Euro auf 12,40 Euro.

Im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk wird der Ost-Mindestlohn von 11,20 Euro im Mai auf Westniveau angehoben. Dann wird bundesweit ein Stundenlohn von mindestens 11,40 Euro gezahlt.

(Un)veränderte Termine für die Abgabe der Steuererklärung

Schon 2016 wurde beschlossen, dass der Termin für die Abgabe der Steuererklärung um zwei Monate nach hinten verschoben wird, also vom 31. Mai auf den 31. Juli. Wer seine Steuererklärung machen lässt, hat dafür sogar bis Ende Februar des übernächsten Jahres Zeit. Doch für welches Steuerjahr gelten die neuen Regelungen? Auch das ist jetzt klar:

Sie gelten für alle Besteuerungszeiträume, die nach dem 31. Dezember 2017 beginnen. Die Steuererklärung für das Jahr 2017 muss darum noch bis Ende Mai 2018 erledigt sein bzw. bis Ende Dezember, wenn es der Steuerberater macht. Erst im nächsten Jahr darf man sich dafür mehr Zeit lassen – aber auch nicht zu viel, denn dann drohen schneller Verspätungszuschläge.

Künstlersozialversicherung: Abgabesatz sinkt       

Der Abgabesatz zur Künstlersozialversicherung sinkt 2018 von 4,8 auf 4,2 Prozent. Da zwischen 2015 und 2016 rund 67.000 abgabepflichtige Unternehmen neu erfasst wurden, verteilt sich die Abgabe auf eine größere Zahl, wodurch der Beitrag im Einzelnen jeweils sinkt.

Versteuerung von Fonds wird neu geregelt

Deutsche Investmentfonds zahlen von 2018 an 15 Prozent Körperschaftssteuer auf Dividenden und Immobilienerträge. Damit steht weniger Geld zum Ansparen oder Reinvestieren zur Verfügung. Gleichzeitig werden Fondsbesitzer begünstigt, indem Kursgewinne und Ausschüttungen teilweise von der Abgeltungssteuer verschont werden:

  • 30 Prozent bei Aktienfonds,
  • 15 Prozent bei Mischfonds mit einem Aktienanteil von mindestens einem Viertel,
  • 60 Prozent bei Immobilienfonds bzw. 80 Prozent, wenn sich die Immobilien überwiegend im Ausland befinden

Bei nichtausschüttenden (thesaurierenden) Fonds wird eine Vorabpauschale erhoben, wenn sie im Laufe des Jahres an Wert gewonnen haben. Sie liegt bei 70 Prozent des sogenannten "Basiszinses" (2016: 1,1 Prozent). Die Steuer wird – wie bereits bei anderen Fonds – von der depotführenden Bank vorgenommen.

Zudem sind vor 2009 gekaufte Anteile nicht mehr steuerbefreit.

Banken müssen Kundenberatung aufzeichnen

Vom 3. Januar an müssen Banken Kundengespräche besser dokumentieren. Dies gilt insbesondere für die telefonisch oder online geführte Kommunikation über Wertpapiergeschäfte.

Basisinformationsblätter für Finanzprodukte

Wer verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger oder Versicherungsanlageprodukte anbietet, muss seinen Kunden sogenannte Basisinformationsblätter zur Verfügung stellen. Die einheitlichen Blätter beinhalten verständlich alle erforderlichen Angaben zu den Anlage- und Finanzprodukten. Verbraucher sollen damit eine individuell passende Anlageentscheidung treffen können.

Kartenzahlungen ohne Gebühren

Auf Zahlungen mit Kreditkarte dürfen ab dem 13. Januar keine Gebühren mehr erhoben werden. Die Regelung gilt EU-weit und sowohl für Einkäufe in Geschäften als auch für Zahlungen im Internet.

Kundin benutzt Kreditkarte zum bezahlen.
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Rechtliche Grundlage ist die neue Zweite Zahlungsdienst-Richtlinie der EU, kurz PSD2 (Payment Service Directive 2). Danach haften Kunden bei unautorisierten Zahlungen nur noch bis 50 Euro und nicht mehr bis 150 Euro, sofern sie selbst nicht grob fahrlässig gehandelt haben. Außerdem können sich Verbraucher Lastschriften innerhalb von acht Wochen ohne Angabe von Gründen europaweit zurückholen.

Banking-Zugang für Drittanbieter

Bisher mussten Kunden ihre Zugangsdaten fürs Onlinebanking geheim halten. Mit der neuen Zahlungsdienst-Richtlinie wird die Regelung gelockert: Drittanbieter dürfen jetzt auch sensible Zugangsdaten wie PINs oder TANs bekommen, um im Auftrag des Kunden online Kontoinformationen abzurufen oder Zahlungen auszulösen. Die entsprechenden Firmen müssen aber gesetzlich anerkannt sein und stehen unter der Kontrolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

GWG-Sofortabzug: Bis 800 Euro geringwertig

Für Computer, Arbeitskleidung, Werkzeug und andere Anschaffungen bis zu einem Nettowert von 800 Euro kann ein steuerlicher Sofortabzug als geringwertige Güter (GWG) geltend gemacht werden. Bisher lag der Maximalbetrag bei 410 Euro

Gesperrte Kreditkartenbeträge nur nach Zustimmung

Im Auftrag von Autovermietern, Hotels oder anderen dürfen Banken oder Kreditkartenunternehmen auf dem Kartenkonto eines Kunden Beträge nur noch dann vorübergehend sperren, wenn der Karteninhaber vorher seine Zustimmung erteilt hat.

Online-Banking: Bye bye, TAN-Liste!

Neben ein Notbook wird eine Geldkarte gehalten
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Die ausgedruckte TAN- bzw. iTAN-Liste gehört zum Altpapier. Weil sie nicht mehr als ausreichend sicher gilt, müssen Online-Transaktionen anders autorisiert werden. Die meisten Banken und Sparkassen haben bereits die Zwei-Faktor-Authentifizierung eingeführt. Hier wird neben einem Passwort als zweiter Faktor entweder eine aufs Smartphone geschickte TAN (SMS-TAN, mobileTAN oder mTAN), ein von einem TAN-Generator erzeugter Zahlencode oder der eigene Fingerabdruck abgefragt.

Überweisen in Sekundenschnelle

Banken wollen die Echtzeitüberweisung einführen. Mit dem sogenannten Instant Payment sollen sich Geldbeträge innerhalb von wenigen Sekunden von einem Konto auf das andere transferieren lassen. Die Schnellüberweisung soll ab November möglich sein.

Mehr Transparenz bei Versicherungen

Voraussichtlich Ende Februar wird die EU-Richtlinie über den Versicherungsvertrieb in Deutschland in Kraft treten. Sie sieht unter anderem vor, dass Kunden künftig klarer über Versicherungsdetails und den Stand einer Versicherung informiert werden. Zudem dürfen Restschuldversicherungen nicht mehr so an Kreditverträge gekoppelt werden, dass der Eindruck entsteht, der Kredit könne nur mit der oft teuren Versicherung bewilligt werden.

Post-Großkunden zahlen mehr

Großkunden der Post zahlen von Januar an mehr Porto. Die Erhöhung erfolgt indirekt: Das eigentliche Porto bleibt unverändert, der Rabatt wird jedoch von fünf auf drei Prozent gekürzt. Rückläufige Versandmengen und wachsende Produktionsausgaben nennt die Deutsche Post als Grund für diesen Schritt. Für Privatkunden ändert sich aber nichts.

Unangemeldete Kassennachschau

Mit Beginn des Jahres müssen Geschäfte mit unangemeldetem Besuch vom Finanzamt rechnen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörde dürfen dann in einem Geschäft oder Unternehmen mit Kassenbetrieb innerhalb der üblichen Öffnungs- oder Geschäftszeiten eine sogenannte Kassennachschau durchführen. Zu diesem Zweck mussten Betriebe, die für ihr Bargeldgeschäft elektronische Kassen verwenden, schon 2017 auf bestimmte Kassensysteme umstellen. Mit diesen Maßnahmen sollen steuerliche Manipulationen verhindert werden.

Ein Schein verschwindet, zwei kommen neu

Der 500-Euro-Schein ist ohnehin eher selten zu sehen. Bis Ende 2018 will die Europäische Zentralbank ihn gar nicht mehr ausgeben. Fünfhunderter, die sich noch im Umlauf befinden, behalten aber weiterhin ihre Gültigkeit.

Die Fünf-, Zehn-, Zwanzig- und Fünfzig-Euro-Banknoten sind bereits in den letzten Jahren erneuert worden. Im Laufe des Jahres soll die "Europa-Serie" mit einem neuen 100- und einem 200-Euro-Schein vervollständigt werden. Alle Scheine dieser Serie haben zusätzliche Sicherheitsmerkmale, die sie deutlich fälschungssicherer machen sollen als ihre Vorgänger.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 01. Januar 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Januar 2018, 10:44 Uhr