Symbolbild: Geldvermögen in einem Sparstrumpf
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Neu ab 2019 Arbeit, Rente, Soziales, Steuern und Finanzen

Ab 1. Januar 2019 gilt die neue "Brückenteilzeit". Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung wieder in gleicher Höhe. Mehr dazu und weitere Änderungen finden Sie hier.

Symbolbild: Geldvermögen in einem Sparstrumpf
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Gesetzlicher Mindestlohn steigt

Zum 1. Januar wird der gesetzliche Mindestlohn um 35 Cent angehoben. Dadurch steigt er von 8,84 Euro pro Stunde auf 9,19 Euro. Die nächste Erhöhung steht 2020 an, dann um 16 Cent auf 9,35 Euro.

Welche Branchenmindestlöhne steigen

Auch in verschiedenen Branchen steigen die Mindestlöhne. Zum 1. Januar steigen sie bei den Gebäudereinigern in allen Lohngruppen. Für die Innenreinigung (Lohngruppe 1) steigt die Mindestentlohnung pro Stunde im Westen von 10,30 Euro auf 10,56 Euro, im Osten von 9,55 Euro auf 10,05 Euro; für Außen- und Glasarbeiten (Lohngruppe 6) von 13,55 Euro auf 13,82 Euro im Westen und von 12,18 Euro auf 12,83 Euro im Osten.

Figuren in Arbeitskleidung unterschiedlicher Branchen stehen vor Euro Geldmünzen im Wert von 8,50.
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Im Jahr 2020 stehen zwei weitere Erhöhungen an: Zunächst im Januar für die Innenreinigung auf 10,80 Euro (West) bzw. 10,55 Euro (Ost) und für Außen- und Glasarbeiten auf 14,10 Euro (West) bzw. 13,50 Euro (Ost). Im Dezember 2020 werden die Mindestlöhne nur im Osten angehoben, sodass sie dann in Ost und West bei 10,80 Euro (Innenreinigung) und 14,10 Euro (Außen- und Glasarbeiten) liegen.

Ebenfalls zum 1. Januar 2019 wird der Mindestlohn für ausgebildete Dachdecker angehoben. Diese erhalten dann pro Stunde 13,20 Euro statt 12,90 Euro. Bei Ungelernten bleibt der Mindestlohn unverändert bei 12,20 Euro.

Im März 2019 steigt der Mindestlohn im Bauhandwerk. Im Westen und Berlin steigt er in der Lohngruppe 1 (Werker und Maschinenwerker) von 11,75 Euro auf 12,20 Euro. In der Lohngruppe 2 (Fachwerker, Maschinisten, Kraftfahrer) wird er im Westen von 14,95 Euro auf 15,20 Euro und in Berlin von 14,80 Euro auf 15,05 Euro angehoben. Im Osten wird nicht zwischen Lohngruppen unterschieden. Hier steigt der Branchenmindestlohn von 11,75 Euro auf 12,20 Euro pro Stunde.

Im Mai 2019 steigt der Mindestlohn für Maler und Lackierer. Ungelernte erhalten dann bundesweit pro Stunde 10,85 Euro, 25 Cent mehr als bisher. Im Mai 2020 steigt er ein weiteres Mal auf 11,10 Euro. Bei Gesellen steigt im Mai 2019 die Mindestentlohnung nur im Osten. Hier wird sie von 12,40 Euro auf 12,96 Euro angehoben, im Westen bleibt sie unverändert bei 13,30 Euro. Im kommenden Jahr wird dann auch für Gelernte bundeseinheitlich der gleiche Mindestlohn gezahlt. Er liegt ab 1. Mai 2020 bei 13,50 Euro pro Stunde.

Neue Geringfügigkeitsrichtlinien für Minijobber

Minijobber sollten wegen der Anhebung des Mindestlohns gegebenenfalls die Anzahl ihrer Arbeitsstunden anpassen: Nur bis 450 Euro bleibt der Minijob ein Minijob. Wird diese Grenze überschritten, liegt eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor.

Im heimischen Wohnzimmer in Sieversdorf (Brandenburg) übergibt der Weihnachtsmann am Heiligen Abend, den 24.12.2016 Geschenke an ein Kind.
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Die neuen Geringfügigkeitsrichtlinien sehen aber unter anderem vor, dass kurzfristige Minijobs weiterhin drei Monate oder 70 Tage im Jahr dauern dürfen. In diesen Fällen darf der Verdienst auch über 450 Euro liegen, ohne dass Sozialversicherungsbeiträge fällig werden. Bisher war die Regelung bis Ende 2018 befristet, nun gilt sie dauerhaft. Sie betrifft vor allem Saisonarbeiter wie Erntehelfer oder Weihnachtsmänner, die ihre Tätigkeit nicht berufsmäßig ausüben.

Steuer- und beitragsfrei bleiben Einnahmen aus bestimmten nebenamtlichen Tätigkeiten, insbesondere bei Übungsleitern oder ehrenamtlich Tätigen. Für 450-Euro-Minijobber, die aus dem Ausland kommen und unter das deutsche Sozialversicherungsrecht fallen, sind in der Regel Pauschalbeiträge zur Krankenversicherung zu zahlen.

Midijobber: Verbesserungen bei Obergrenze und Rente

Zum 1. Juli wird bei sogenannten Midijobbern die Grenze, bis zu der sie reduzierte Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen, um 450 Euro angehoben. Sie dürfen dann zwischen 450,01 Euro und 1.300 Euro statt bisher 850 Euro verdienen. Gleichzeitig sollen die niedrigeren Rentenbeiträge in diesem Übergangsbereich nicht zu geringeren Rentenansprüchen führen.

Mehr Zeit für die Steuererklärung

Einkommensteuererklärung mit Taschenrechner
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Arbeitnehmer haben künftig zwei Monate mehr Zeit für ihre Steuererklärung. Die Erklärung für 2018 muss bis zum 31. Juli abgegeben werden. Bisher war der Stichtag Ende Mai. Holt man sich Hilfe von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein, kann man sich sogar bis 29. Februar 2020 Zeit lassen.

Die neue Brückenteilzeit

In größeren Unternehmen haben Arbeitnehmer vom 1. Januar an die Möglichkeit einer befristeten Arbeitszeitverkürzung. Diese ist verbunden mit dem Rechtsanspruch auf die Rückkehr zur Vollzeitstelle. Allerdings ist die sogenannte "Brückenteilzeit" nicht für alle möglich: Kleinunternehmen mit bis zu 45 Mitarbeitern sind davon befreit. Mittelständische Betriebe mit 46 bis 200 Mitarbeitern müssen sie nur einem von 15 Mitarbeitern gewähren. Die Neuregelung gilt auch für Beschäftigte, die bislang unbefristet in Teilzeit arbeiten und ihre Arbeitszeit aufstocken wollen.

Wer die Möglichkeit hat, davon Gebrauch zu machen, sollte Folgendes wissen: Die befristete Teilzeit ist für Zeiträume von einem bis fünf Jahren möglich. Sie muss spätestens drei Monate vor dem geplanten Beginn beantragt werden. Der Arbeitgeber muss spätestens einen Monat vor dem geplanten Beginn seine Entscheidung schriftlich mitgeteilt haben. Tut er das nicht, gilt die Teilzeit in dem beantragten Umfang.

Der Antrag muss in Textform erfolgen. Er kann also auch per E-Mail gestellt werden. Es müssen keine Gründe für die Beantragung der Brückenteilzeit genannt werden. Mit dem Antrag sind auch Art und Dauer der Brückenteilzeit festzulegen. Spätere Verringerungen oder Erhöhungen sind dann ebenso wenig möglich wie eine vorzeitige Rückkehr in die Vollzeit. 

Digitaler Wandel im Job

Am 1. Januar tritt das "Qualifizierungschancengesetz“ in Kraft. Es verspricht Lohnkostenzuschüsse für Unternehmen, die ihre Arbeitnehmer bei Fortzahlung des Lohns an Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich Digitalisierung teilnehmen lassen. Die Zuschüsse hängen von der Größe des Unternehmens ab: Kleine und mittlere Unternehmen werden stärker gefördert als große.

Leichterer Zugang zu Arbeitslosengeld

Schild vor einem Gebäude mit der Aufschrift ''Agentur für Arbeit''.
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Künftig gibt es Arbeitslosengeld, wenn der Betroffene innerhalb von 30 Monaten mindestens zwölf Monate Beiträge gezahlt hat. Bisher musste man die zwölf Beitragsmonate binnen 24 Monaten nachweisen.

Mehr Hartz IV

Die Regelsätze in der Sozialhilfe und beim Arbeitslosengeld II steigen. Ab 1. Januar erhalten Alleinlebende 424 Euro – acht Euro mehr als bisher. Bedarfsgemeinschaften erhalten mit 382 Euro pro Person sieben Euro mehr. Für Kinder und Jugendliche gibt es je nach Alter fünf bzw. sechs Euro mehr.

Einstellung von Langzeitarbeitslosen gefördert

Betriebe, die Langzeitarbeitslose einstellen, erhalten dafür fünf Jahre lang Geld vom Staat. In den ersten beiden werden die Lohnkosten sogar voll übernommen. Danach sinkt der Zuschuss jedes Jahr um zehn Prozentpunkte. Bedingung ist, dass die Langzeitarbeitslosen älter als 25 Jahre sind und binnen sieben Jahren mindestens sechs Jahre Hartz IV bezogen haben.

Renteneintrittsalter: Wieder einen Monat später

Geld und Spielfiguren auf dem jährlichen Schreiben zur Renteninformation
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Das Renteneintrittsalter erhöht sich in diesem Jahr auf 65 Jahre und acht Monate. Auf dem Weg zur Rente mit 67 wird die Regelaltersgrenze jährlich um einen Monat angehoben, ab 2024 jährlich um zwei Monate. Ab Jahrgang 1964 gilt dann das Eintrittsalter von 67 Jahren.

Entlastung bei Krankenkassenbeiträgen

Vom 1. Januar an zahlen Beschäftigte und Arbeitgeber wieder zu gleichen Teilen Beiträge in die Gesetzliche Krankenkasse ein. Das sieht das GKV-Versichertenentlastungsgesetz vor. Die Parität gilt auch wieder für den Zusatzbeitrag, den jede Krankenkasse selbst festlegen kann. Er musste bislang von den Versicherten allein bezahlt werden.

Mehrere Frauen bei Wassergymnastik.
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Gleichzeitig sinkt der Mindestbeitrag für selbstständige Geringverdiener. Bei einem monatlichen Verdienst bis 1.142 Euro liegt er ab 2019 nur noch bei 171 Euro pro Monat und damit ungefähr bei der Hälfte des bisherigen Beitrags. Bisher war für alle Selbstständigen ein fiktives Mindesteinkommen von 2.284 Euro pro Monat angesetzt worden. Das hatte diejenigen belastet, deren tatsächliches Einkommen geringer war.

Wer weniger verdient, muss nun damit auch weniger in die freiwillige Versicherung zahlen. Wer aber nicht daran gedacht hat, sich gleich bei der Krankenkasse zu melden, kann jetzt die Beiträge rückwirkend für die letzten zwölf Monate korrigieren lassen. Bisher war das nur für die letzten drei Monate möglich.

Ehemalige Soldatinnen und Soldaten auf Zeit erhalten ein Beitrittsrecht zur freiwilligen Versicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Zudem gibt es nach dem Ende ihrer Dienstzeit einen Zuschuss zu den Krankenversicherungsbeiträgen als Ersatz für die bisherige Beihilfe.

Beitrag zur Pflegeversicherung steigt

Um dem Pflegenotstand entgegenzuwirken, werden die Beiträge zur Pflegeversicherung zum 1. Januar 2019 um 0,5 Prozentpunkte erhöht. Für Eltern steigen sie von 2,55 auf 3,05 Prozent, für Kinderlose von 2,8 auf 3,3 Prozent. Der Beitrag wird jeweils zur Hälfte, also zu 1,525 Prozent, von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen. Der Kinderlosenzuschlag von 0,25 Prozent wird allerdings vollständig von den Versicherten bezahlt.

Miniatur Figuren aller Altersgruppen stehen auf Münzstapeln
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Eine Ausnahme bildet der Freistaat Sachsen, wo die Beitragssätze ungleich verteilt sind. Auf die Arbeitgeber entfallen hier 1,025 Prozent, auf die Arbeitnehmer dagegen 2,025 Prozent. Hintergrund ist, dass Sachsen zur Finanzierung der 1995 eingeführten Pflegeversicherung als einziges Bundesland keinen Feiertag abgeschafft hat und bis heute den Buß- und Bettag bewahrt hat. Diese Regelung ist immer wieder in die Diskussion geraten - zuletzt 2018, als einige Bundesländer den Reformationstag als neuen Feiertag eingeführt haben, ohne dass dies zu einer Aufhebung der paritätischen Beteiligung an den Beiträgen zur Pflegeversicherung geführt hat.

Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt

Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung wird dauerhaft um 0,4 Prozentpunkte gesenkt - sowie befristet bis 2022 um 0,1 weitere Prozentpunkte. Damit liegt er ab 1. Januar 2019 bei 2,5 Prozent statt 3 Prozent wie bisher.

Neue Rechengrößen in der Sozialversicherung

Auch 2019 ändern sich wieder die Rechengrößen in der Sozialversicherung. In der allgemeinen Rentenversicherung wird die Beitragsbemessungsgrenze im Westen auf 6.700 Euro im Monat bzw. 80.400 Euro im Jahr angehoben, im Osten auf 6.150 Euro bzw. 73.800 Euro. Die gleichen Werte gelten auch für die Beitragsbemessungsgrenzen in der Arbeitslosenversicherung. Etwas höher liegen die Grenzen in der knappschaftlichen Rentenversicherung, nämlich im Westen bei 8.200/98.400 Euro und im Osten bei 7.600/91.200 Euro.

In der Kranken- und Pflegeversicherung steigt die Beitragsbemessungsgrenze bundesweit auf 4.537,50 Euro im Monat bzw. 54.450 Euro im Jahr.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist der Betrag, bis zu dem Versicherungsbeiträge abgeführt werden müssen. Alles, was über diese Grenze hinausgeht, ist beitragsfrei. Die Anhebung der Grenze hat steigende Beiträge für Menschen mit höherem Einkommen zur Folge.

Die Versicherungspflichtgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung wird bundeseinheitlich auf 5.062,50 Euro im Monat bzw. 60.750 Euro im Jahr angehoben. Die Versicherungspflichtgrenze ist die Einkommensgrenze, bis zu der Arbeitnehmer gesetzlich versichert sein müssen. Wer mehr verdient, darf sich privat versichern.

Die Bezugsgröße hat unter anderem Einfluss auf die Beiträge für die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse oder auf die Beiträge von versicherungspflichtigen Selbstständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie liegt 2019 für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung bundeseinheitlich bei 3.115 Euro pro Monat bzw. 37.380 Euro im Jahr. Für alle anderen Bereiche der Sozialversicherung gelten diese Werte nur im Westen, während die Bezugsgröße im Osten bei 2.870 Euro pro Monat bzw. 34.440 Euro im Jahr liegt.

  Monat Jahr Monat Jahr
Beitragsbemessungsgrenze allgemeine Rentenversicherung 6.700 € 80.400 € 6.150 € 73.800 €
Beitragsbemessungsgrenze knappschaftliche Rentenversicherung 8.200 € 98.400 € 7.600 € 91.200 €
Beitragsbemessungsgrenze Arbeitslosenversicherung 6.700 € 80.400 € 6.150 € 73.800 €
Versicherungspflichtgrenze Kranken- und Pflegeversicherung 5.062,50 € 60.750 € 5.062,50 € 60.750 €
Beitragsbemessungsgrenze Kranken- und Pflegeversicherung 4.537,50 € 54.450 € 4.537,50 € 54.450 €
Bezugsgröße in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung 3.115 € 37.380 € 3.115 € 37.380 €
Bezugsgröße in anderen Bereichen der Sozialversicherung 3.115 € 37.380 € 2.870 € 34.440 €
vorläufiges Durchschnittsentgelt in der Rentenversicherung   38.901 €   38.901 €

Sozialkassentarifvertrag in der Bauwirtschaft

Ein Bauarbeiter setzt Pflastersteine
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In der Bauwirtschaft gilt ab Jahresbeginn ein neuer Sozialkassentarifvertrag (VTV). Damit steigen auch die Versicherungsbeiträge, die Baubetriebe an die Bauwirtschaft (Soka-Bau) abführen müssen: im Westen von 20,4 Prozent auf 20,8 Prozent des Bruttolohns, im Osten von 17,2 Prozent auf 18,8 Prozent. Für den VTV wurde Allgemeinverbindlichkeit beantragt, durch die er auch für Unternehmen der Branche gilt, die nicht tarifgebunden sind.

Rentenniveau und -beiträge vorerst stabil

Geld und Spielfiguren auf dem jährlichen Schreiben zur Renteninformation
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Ab Juli erhalten Rentner mehr Geld. Nach Berechnungen des Rentenschätzerkreises dürften die Renten im Osten um 3,91 Prozent steigen, im Westen um 3,18 Prozent. Die endgültige Höhe wird im Frühjahr anhand der Zahlen zur Lohnentwicklung berechnet.

Das Rentenpaket, das am 1. Januar 2019 in Kraft tritt, sieht zum einen vor, das Rentenniveau bis 2025 bei 48 Prozent zu halten. Gleichzeitig sollen die Beiträge in die Rentenversicherung in diesem Zeitraum 20 Prozent nicht übersteigen. 2019 bleiben sie weiterhin bei 18,6 Prozent.

Mütterrente: Ein halbes Jahr mehr

Eltern, die Kinder erzogen haben, die vor 1992 geboren sind, bekommen in der Rentenversicherung ein halbes Jahr zusätzlich angerechnet. Insgesamt werden ihnen dadurch zweieinhalb Jahre Erziehungszeit angerechnet. Bei Kindern, die nach 1992 geboren wurden, sind es drei Jahre.

Menschen mit Erwerbsminderungsrente besser gestellt

Menschen, die aufgrund einer Krankheit nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten können, werden bei der Erwerbsminderungsrente bessergestellt. Sie werden bei der Rentenberechnung so behandelt, als hätten sie bis zum aktuell gültigen Renteneintrittsalter gearbeitet, 2019 also 65 Jahre und acht Monate. 

Kindergeld und Kinderfreibeträge

Zum 1. Juli 2019 steigt das Kindergeld um jeweils zehn Euro: für das erste und zweite Kind auf 204 Euro, für das dritte Kind auf 210 Euro und für alle weiteren Kinder auf 235 Euro.

Der Kinderfreibetrag steigt bereits zum Jahresbeginn von 7.428 Euro auf 7.620 Euro. In einer weiteren Stufe wird er 2020 auf 7.812 Euro steigen.

Grundfreibetrag und Unterhaltshöchstbetrag

Ebenfalls in zwei Stufen erhöht sich der Grundfreibetrag, also der Teil des Einkommens, auf den keine Einkommensteuer gezahlt werden muss. Zum 1. Januar 2019 steigt er von 9.000 Euro auf 9.168 Euro und ein Jahr später auf 9.408 Euro.

In gleicher Weise entwickelt sich der Unterhaltshöchstbetrag, also der Betrag, der für die Unterstützung von Kindern, Partnern und Eltern steuerlich geltend gemacht werden darf.

Neue Steuer auf Fondsgewinne

Mit der geänderten Investmentbesteuerung, die 2018 in Kraft getreten ist, werden nun auch alle Publikumsfonds steuerlich gleich behandelt. Egal ob hierzulande oder im Ausland angelegt - und egal ob sie ausgeschüttet werden oder der Gewinn ohne Ausschüttung automatisch wieder angelegt wird. Am 2. Januar 2019 wird somit erstmals eine Vorabpauschale abgezogen und an den Fiskus weitergeleitet werden. Diese ergibt sich daraus, wie viel Anleger in einem Jahr mit ihren Fondsanteilen erzielt haben.

Ausgenommen von der neuen Investmentbesteuerung bleiben Fondsanteile in Riester- oder Rürup-Verträgen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 31. Dezember 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2018, 13:34 Uhr