Pommes Frites
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Neu ab April 2018 Gesünder essen, mehr verdienen, grenzenlos streamen

Pommes und viele andere Lebensmittel sollen weniger Acrylamid enthalten. Für Leiharbeiter steigt der Mindestlohn. EU-weites Streamen wie zu Hause kommt mit etwas Verspätung. Für Neuwagen wird eCall Pflicht.

Pommes Frites
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Weniger Acrylamid in Lebensmitteln

Für die Erzeugung von Brot, Gebäck, Pommes Frites, Kaffee, Baby-Getreidekost und anderen Lebensmitteln gelten vom 11. April an europaweit strengere Vorgaben. Sie sollen die Entstehung von Acrylamid eindämmen. Die chemische Verbindung kann beim Frittieren, Braten, Backen oder Rösten von Lebensmitteln entstehen und erhöht das Krebsrisiko bei Menschen aller Altersklassen.

Mehr Mindestlohn für Leiharbeiter

Ab April erhalten Leih- bzw. Zeitarbeiter mehr Mindestlohn. Er steigt im Westen von 9,23 Euro auf 9,49 Euro pro Stunde, im Osten und in Berlin von 8,91 Euro auf 9,27 Euro.

Streamen wie zu Hause

Ein junger Mann liegt mit Tablet und Kopfhörern auf einer Liege an einem Pool
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Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime, Maxdome oder Sky Go dürfen ihre Angebote vom 1. April an innerhalb der EU nicht mehr geoblocken. Ursprünglich war der 20. März als Starttermin geplant. Wer sich mit seinem Streaming-Abo in einem anderen EU-Land anmeldet, hat dann Zugriff auf das gleiche Angebot wie zu Hause. Eine Verordnung des EU-Parlaments hebt die bisherigen Ländersperren auf. Eine zusätzliche Gebühr darf nicht dafür erhoben werden.

Wie schon bei der Aufhebung der Roaming-Gebühren gilt auch diese Regelung nur für vorübergehende Aufenthalte. Wer sich über die Dauer eines Urlaubs oder einer Geschäftsreise hinaus in einem anderen Land aufhält, muss ein Abo über den dortigen Ableger des Dienstes zu den für dieses Land geltenden Preisen und Konditionen abschließen.

eCall in neuen Autos Pflicht

Neuwagen müssen vom 1. April an mit dem Notrufsystem eCall ausgestattet sein. Es umfasst eine Mobilfunk-Einheit und einen GPS-Empfänger, mit denen es im Falle eines Unfalls automatisch einen Notruf an die europaweit gültige Notrufnummer 112 absetzt und die Position des Unfallwagens übermittelt. Damit sollen Einsatzkräfte schneller vor Ort sein und so die Zahl der Unfalltoten reduziert werden.

Elektronische Mauterfassung in Slowenien

Das Hoheitszeichen von Slowenien am Grenzübergang zu Kroatien
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Für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen wird auf slowenischen Autobahnen bereits eine streckenabhängige Maut fällig. Vom 1. April an kann sie aber nicht mehr bar oder per Karte bezahlt werden, sondern wird elektronisch erfasst und automatisch abgerechnet. Dazu müssen die Fahrzeuge mit dem sogenannten "DarsGo"-System ausgestattet werden. Wichtig: Die Pflicht gilt nicht nur für Lkws und Reisebusse, sondern auch für schwere Wohnwagen. Leichtere Fahrzeuge benötigen weiterhin nur eine Vignette.

Das "DarsGo"-System besteht aus einer Transponderbox, die an der Innenseite der Windschutzscheibe befestigt wird und für die eine Bearbeitungsgebühr von 10 Euro anfällt. Wer ohne diese "DarsGo unit" auf eine slowenische Autobahn fährt, darf nur bis zur nächsten Servicestation ("DarsGo servis") fahren, um dort einen Transponder zu erwerben. Wer ohne weiterfährt, riskiert eine Strafe zwischen 300 und 800 Euro, die von der slowenischen Polizei vor Ort eingezogen werden kann.

Nachtrag: Wagniskapital für Start-ups

Rückwirkend zum 1. Januar 2018 haben Start-ups in der Anfangsphase, bessere Möglichkeiten, über Beteiligungen Wagniskapital zu beschaffen. Gerade nach der Gründung brauchen junge Unternehmen Geld, um ihr Produkt zur Marktreife zu bringen, am Markt Fuß zu fassen und wachsen zu können. Oft wirft das Geschäft aber noch nicht genügend ab, um die unternehmerischen Anforderungen finanzieren zu können. Das gilt insbesondere für technologieorientierte Start-ups. War der Zugang für Wagniskapital für sie besonders schwierig, soll sich das nun durch das ERP-Wirtschaftsplangesetz 2018 ändern. Danach wird die KfW innerhalb der nächsten zehn Jahre bis zu zwei Milliarden Euro bereitstellen. Das Geld stammt aus dem sogenannten ERP-Sondervermögen (ERP = European Recovery Program), einem Instrument des Marshallplans zur Förderung der deutschen Wirtschaft. Die Finanzierung erfolgt nach dem sogenannten Pari-Passu-Prinzip, nach dem die KfW als öffentlicher Investor stets zusammen mit einem privaten Investor und zu den gleichen Bedingungen agiert. 

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 01. April 2018 | 17:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. April 2018, 15:14 Uhr