Verbotsschild und Autoauspuff mit Abgasen
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Neu ab 2019 Verkehr und Mobiles

2019 drohen weitere Diesel-Fahrverbote. Wer sein Auto zulassen oder ummelden will, kann das künftig auch online erledigen. Und das sind längst nicht alle Neuerungen, die 2019 im Bereich Verkehr auf Verbraucher zukommen.

Verbotsschild und Autoauspuff mit Abgasen
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Diesel-Fahrverbote

Fahrverbotsschilder für Fahrzeuge mit Dieselmotor in Hamburg.
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Viel wurde 2018 über Dieselfahrverbote diskutiert. 2018 gab es sie seit dem 31. Mai 2018 nur auf zwei Straßenabschnitten in Hamburg. Das dürfte aber 2019 nicht die einzige Stadt bleiben, die die Selbstzünder von bestimmten Fahrbahnen verbannt. Nach Klagen der Deutschen Umwelthilfe auf Einhaltung der Gesetze zur Luftreinheit drohen 2019 in weiteren Städten Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Der ADAC listet als nächste Kandidaten unter anderem Stuttgart, Bonn, Essen, Köln und Berlin auf.

Auch im Ausland sollen Fahrverbote für bessere Luft sorgen: Im Großraum Paris dürfen ab Mitte 2019 nur noch Diesel fahren, die 2001 oder später zugelassen wurden. Brüssel verschärft ab Januar die Zufahrtsbeschränkungen in seiner Umweltzone. Informationen zur genauen Ausgestaltungen der Fahrverbotszonen und der davon betroffenen Fahrzeuge finden Sie hier.

Warnton für E-Autos

Radfahrer, Fußgänger sowie ältere und sehbehinderte Verkehrsteilnehmer sollen leise Elektrofahrzeuge künftig einfacher bemerken können. Ab 1. Juli 2019 wird in der EU Schritt für Schritt ein verpflichtender Warnton für Elektroautos eingeführt. Das Warnsystem AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) soll bis 20 km/h automatisch einen Ton erzeugen, der sich an Geräuschen von Verbrennungsmotoren orientiert und Beschleunigung und Abbremsen akustisch besser erkennen lässt.

Vorerst müssen nur neue Elektroautotypen mit AVAS ausgestattet sein. Ab Sommer 2021 ist das System dann für alle neu in den Verkehr gebrachten rein batterieelektrischen Autos sowie für Plug-in Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge vorgeschrieben. Die Regelung umfasst auch Nutzfahrzeuge und Busse.

Steuerfreies Jobticket

Haltestelle der Straßenbahn in Magdeburg.
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Im November 2018 hat der Bundestag das steuerfreie Jobticket beschlossen. Damit soll von 2019 an ein steuerlicher Anreiz für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel geschaffen werden. Erhält ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber Zuschüsse für kostenlose oder verbilligte Fahrkarten für den ÖPNV, musste das bisher versteuert werden. Das entfällt nun. Dafür werden die Leistungen auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Die Zuschüsse sind allerdings nur dann steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden - und nicht bei einer Entgeltumwandlung.

Besteuerung von Elektro-Dienstwagen

Wer seinen Dienstwagen privat nutzt, muss monatlich ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. Bei Elektro- oder Hybridfahrzeugen sollen es künftig nur noch 0,5 Prozent sein. Die Regelung soll für Fahrzeuge gelten, die zwischen 1. Januar 2019 und 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden.

Einheitliche Kraftstoffkennzeichnung

Die Hand an der Zapfsäule
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2019 wird in Deutschland eine europäische Richtlinie zur einheitlichen Kennzeichnung von Kraftstoffen umgesetzt, dank der es keine Verwirrung mehr beim Tanken im EU-Ausland geben soll. Benzin, Diesel und gasförmige Kraftstoffe werden jeweils mit unterschiedlichen geometrischen Formen gekennzeichnet: Ein Kreis steht für Benzin, ein Quadrat für Diesel und eine 90-Grad-Raute für gasförmige Kraftstoffe. Innerhalb der Form wird die Sorte angezeigt. Die Symbole sind dann sowohl in den Tankdeckeln und Kfz-Bedienungsanleitungen als auch an den Zapfsäulen der Tankstellen zu finden. Sind die Symbole und Sorten an Auto und Tankstelle identisch, weiß der Fahrer, dass er bedenkenlos tanken kann.

Erstzulassung online

Wer sein Auto zulassen oder ummelden will, kann das künftig auch online erledigen. Die entsprechende Verordnung des Verkehrsministeriums soll nach Zustimmung des Bundesrats im Laufe des Jahres in Kraft treten. Wiederzulassungen innerhalb desselben Bezirks und Abmeldungen sind bereits online möglich. Voraussetzung ist, dass sich der Autohalter mit dem neuen Personalausweis mit eingeschalteter Online-Funktion identifizieren lässt.

Neuer Test zur Abgasmessung

Ab dem 1. September 2019 gibt es ein weiteres Verfahren zur Abgasmessung. Anders als bei bisherigen Tests wird beim RDE-Test (Real Driving Emissions) nicht auf dem Prüfstand gemessen, sondern mit einem tragbaren Gerät beim "echten" Fahren auf der Straße. Durch das neue Verfahren soll sichergestellt werden, dass sich Autobauer an die Grenzwerte für Stickoxide und Partikelanzahl halten.

Neue HU-Plakette

Alle Fahrzeuge mit einer orangefarbenen TÜV-Plakette müssen im Jahr 2019 zur Hauptuntersuchung. Läuft alles rund, gibt es einen neuen, gelben Aufkleber.

Neue Typklassen bei der Kfz-Versicherung

Kfz-Versicherung - Modellauto, Schlüssel und Geld auf einem Antragsformular
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Für rund elf Millionen Autofahrer ändert sich 2019 die Typklasse bei der Kfz-Versicherung. Rund 5,7 Millionen Fahrzeugbesitzer (etwa jeder siebte in Deutschland) müssen bei der Haftpflicht mit höheren Beiträgen rechnen, etwa 5,4 Millionen profitieren von einer besseren Einstufung. Ob und wie sich die Typklasse Ihres Autos ändert, erfahren Sie hier!

Digitalradiopflicht für alle Neuwagen

DAB+ Radio
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Autoradios in Neuwagen sollen zukünftig neben UKW den digital terrestrischen Radioempfang DAB+-Empfang ermöglichen. Damit soll eine EU-Richtlinie umgesetzt werden. Es soll aber eine zweijährige Übergangsfrist gelten. Bis zum Frühjahr 2019 soll es noch eine formale Anerkennung durch den EU-Rat und die Veröffentlichung im Amtsblatt der EU geben. Dann tritt das Gesetz auch offiziell in Kraft.

Leicht höhere Pkw-Maut in Österreich

Der nächste Skiurlaub könnte etwas teurer werden: Bei unseren österreichischen Nachbarn steigen 2019 die Mautgebühren leicht an. So kostet die Pkw-Jahresvignette dann 89,20 Euro (1,90 Euro mehr als bisher). Die Vignette für zehn Tage und die für zwei Monate werden jeweils um 60 Cent teurer und kosten dann 9,20 Euro bzw. 26,80 Euro.

Höhere Lkw-Maut

Die Bundesregierung hat eine Erhöhung der Mautsätze für Lkw beschlossen, bei der auch die Lärmbelastung eine Rolle spielt. Bis 2022 soll sie dem Bund Mehreinnahmen in Höhe von 4,16 Milliarden Euro bescheren. Elektro-Laster sollen von der Maut ausgenommen werden. Der Bundestag muss den Gesetzentwurf noch absegnen.

Ausblick: Fluggastentschädigung

Blick zu einem Fluggast vom Mittelgang zum Fenster innerhalb der Kabine
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Wer Verspätungen bei Flügen oder bei Bahnreisen hinnehmen muss, soll sich nach dem Willen des Bundesrats leichter dafür entschädigen lassen können. Die Bundesregierung ist angehalten, die Gesetzeslage daraufhin zu prüfen. Dass Flüge und Züge per App buchbar seien, aber die Entschädigung kompliziert per Formular zu beantragen sei, sei nicht mehr angemessen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 31. Dezember 2018 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Dezember 2018, 14:21 Uhr