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Die monatliche Heizkostenübersicht soll es Verbrauchern leichter machen, ihren Verbrauch im Blick zu haben und auch anpassen zu können. Bildrechte: dpa

Neue Pflicht für VermieterHeizkosten: Wann Mieter die Abrechnung kürzen können

von MDR um 4 + MDR-Wirtschaftsredaktion

Stand: 14. Januar 2022, 09:54 Uhr

Eine monatliche Übersicht der Heizkosten soll Mietern ab 2022 mehr Transparenz bringen. Verbraucherexperte Hermann-Josef Tenhagen erklärt, wann Vermieter die Daten übermitteln müssen und Mieter sonst sogar die Abrechnung kürzen können.

Neue HeizkostenverordnungBereits seit dem 1. Dezember 2021 gilt die neue Heizkostenverordnung. Sie soll Verbrauchern mehr Transparenz bei den Heizkosten bringen. Seit Inkrafttreten des Gesetzes müssen Zähler und Heizkostenverteiler, die neu eingebaut werden, fernablesbar sein. Ab 2022 müssen Vermieter – die bereits über diese Technik verfügen – ihre Mieter während der Heizperiode mindestens monatlich über deren Wärmeverbrauch informieren.

Bei wie vielen Mietern wird schon elektronisch abgelesen?

Hermann-Josef Tenhagen: Bei vielen Mieterinnen und Mietern sind die Fernablese-Geräte schon installiert. Im gemeinnützigen Heizspiegel hieß es zuletzt, schon 2014 seien 40 Prozent der Wohnungen mit elektronischen Ablesern ausgerüstet gewesen.  

Wann sollen Mieter die Daten mitgeteilt bekommen?

Hermann-Josef Tenhagen: Mieterinnen und Mieter sollen künftig spätestens nach einem Monat die Ablesedaten übermittelt bekommen – und zwar automatisch. Möglich wäre das per E-Mail, über ein Webportal oder eine App – oder auch per Brief. Der Vermieter muss dafür sorgen, dass "die Information den Nutzer unmittelbar erreicht, ohne dass er sie suchen muss", heißt es in der Gesetzesbegründung. Die Idee: Wer elektronisch ablesen kann und feststellt, dass sein Verbrauch deutlich gestiegen ist, kann einfacher versuchen gegenzusteuern.

Hermann-Josef Tenhagen ist der Chefredakteur des Geld-Ratgebers Finanztip. Darin geht es auch oft um Verbraucherthemen rund um Wohnkosten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wie soll die Datenübermittlung in der Praxis funktionieren?

Hermann-Josef Tenhagen: Große Abrechnungsfirmen haben schon Portale eingerichtet, in die sich Mieterinnen und Mieter mit solchen Ablesegeräten einwählen und die Rechnung sehen können. Wer keine E-Mail angegeben hat, soll die Info per Brief bekommen. Vermietern haben manchen Abrechnungsfirmen schon angekündigt, dass keine Mehrkosten anfallen werden; schließlich würden die persönlichen Ablesetermine überflüssig.

Was soll in der monatlichen Heizkostenübersicht drinstehen?  

Hermann-Josef Tenhagen: Die Abrechnung soll monatlich in Kilowattstunden erfolgen. Zum Vergleich sollen – wenn vorhanden – die Werte des Vormonats und die Monatswerte des Vorjahres sowie ein normierter Durchschnittswert für eine solche Wohnung enthalten sein.

Was kann der Mieter machen, wenn das nicht klappt?

Hermann-Josef Tenhagen: Wenn keine verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung vorgelegt wird, darf der Mieter die Heizungsabrechnung um 15 Prozent kürzen. Wenn die Abrechnung nicht fernablesbar ist, obwohl sie das schon sein müsste, dürfen Mieter die Kosten nach Abrechnung um drei Prozent kürzen, heißt es in §12 der Heizkostenverordnung. Wie die Informationen aufbereitet sein sollen, dazu hat das Umweltbundesamt schon Vorschläge übermittelt.

Wann müssen alle Heizkörper über Fernablesetechnik verfügen?

Hermann-Josef Tenhagen: Spätestens bis Ende 2026 sollen alle Heizkostenableser grundsätzlich so nachgerüstet sein.

Quelle: MDR um 4 + MDR-Wirtschaftsredaktion

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | Podcast "Der Rechthaber" | 24. Dezember 2021 | 05:00 Uhr