Saisonende Wohnmobile dürfen auf öffentlichen Parkplätzen überwintern

Mit dem Wohnmobil autark unterwegs zu sein liegt im Trend. Aber wohin mit ihnen, wenn die Reisezeit vorbei ist? Prinzipiell dürfen sie auf öffentlichen Parkplätzen abgestellt werden. Zu beachten gibt es dennoch einiges.

Ein Radfahrer fährt in einer Straße an geparkten Wohnmobilen und Wohnwagen vorbei.
Ohne Parkverbot prinzipiell erlaubt: Wohnmobile parken an einer Straße (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Campen möchte man hier wohl eher nicht. Trotzdem stehen zwölf Wohnwagen unter der Zubringerbrücke zur B2 in Leipzig. Wahrscheinlich zum Überwintern – aber natürlich nicht der Besitzerinnen und Besitzer. Aber dürfen Wohnmobile dauerhaft auf öffentlichen Parkplätzen abgestellt werden?

Wohnmobile wie Pkw behandelt - Wohnanhänger nicht

"Ja", sagt Peter Hirtschulz. Der Sprecher des Verbands Reisemobil Union fügt hinzu: "Solange die Fahrzeuge komplett angemeldet und ordnungsgemäß abgestellt sind – das heißt, in einer dafür vorgesehenen Parkfläche stehen – dürfen sie dort überwintern."

Wenn Sie ein großes Reisemobil haben und Ihrem Nachbarn damit die Aussicht aus seiner Wohnung oder aus seinem Haus verbauen, wird das sicherlich nicht zu sozialem Frieden beitragen.

Peter Hirtschulz Reisemobil Union

Das gilt allerdings nur für Fahrzeuge mit Motor. Sie werden wie Pkw behandelt. Caravan-Anhänger müssen dagegen alle 14 Tage bewegt werden. Hirtschulz sagt, im Moment würden sich viele Wohnmobil-Neulinge mit solchen Fragen an den Verband wenden. Er empfiehlt ihnen, die Fahrzeuge "sozialverträglich" abzustellen: "Das heißt, wenn Sie ein großes Reisemobil haben und Ihrem Nachbarn damit die Aussicht aus seiner Wohnung oder aus seinem Haus verbauen, wird das sicherlich nicht zu sozialem Frieden beitragen."

Ordnungsämter melden wenige Beschwerden

Autos und Wohnmobile parken in einem Wohngebiet am Straßenrand.
Anders als Wohnwagen müssen Wohnmobile nicht alle zwei Wochen bewegt werden (Symbolbild). Bildrechte: dpa

Ob die abgestellten Wohnmobile in der Großstadt den sozialen Frieden stören, lässt sich nur schwer ermitteln. Das Dresdner Ordnungsamt teilt MDR AKTUELL mit, dass es "keine bedeutende Beschwerdelage" zum Parken von Wohnmobilen gebe. Vom Leipziger Ordnungsamt heißt es, es sei "Es ist in der Tat eine Zunahme von Wohnmobilen im öffentlichen Raum wahrnehmbar. […] Anwohnerbeschwerden kommen natürlich vor, weil der Parkraum allgemein knapp ist. Dabei wird allerdings oft fälschlicherweise vermutet, dass Wohnmobile der gleichen Zwei-Wochen-Abstellfrist wie Wohnanhänger unterliegen."

Straßenumfrage bringt unterschiedliche Reaktionen

Hört man sich auf der Straße in Leipzig um, sind die Meinungen zu überwinternden Wohnmobilen in der Stadt unterschiedlich: Klar sei es manchmal nervig, heißt es etwa, "wenn man einen Parkplatz sucht, dass da jetzt vielleicht ein Wohnwagen steht". Eine Frau findet es "okay, solange die nicht im Kreuzungsbereich stehen. Dann hat man nämlich oft das Problem, dass man ganz schlecht über die Straße kommt, weil man nichts sieht". Und ein anderer Passant meint zum Thema Wohnmobil: "Wenn ich eins erwerben würde oder hätte, dann wüsste ich, wo ich das hinstellen würde – und bestimmt nicht auf die Straße." Man wolle ja sein Eigentum schützen.

Suche nach Lagerhallen oder Freiflächen empfohlen

Fragt man Peter Hirtschulz von der Reisemobil Union, wo man sein Wohnmobil aus Expertensicht denn nun am besten überwintern lässt, antwortet der zunächst scherzhaft: "Spanien oder Marokko." Dann empfiehlt er aber, nach Freiflächen, Lagerhallen oder Scheunen bei Landwirten Ausschau zu halten. Für einen Winter koste so ein Stellplatz ohne Dach 200 bis 400 Euro, mit Dach verdopple sich der Preis.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Oktober 2021 | 08:54 Uhr

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