Servicestunde | 15.06.2022 Was tun gegen die zunehmende Waldbrandgefahr?

Der Wald schreit "Wasser"! Doch Regen ist rar, die Waldbrandgefahr hoch. Welche Maßnahmen könnten gegen Wassermangel und Waldbrände helfen? Wären Rückhaltebecken eine Möglichkeit? Über dieses spricht Matthias Haase mit Experten in der Servicestunde von MDR THÜRINGEN am Mittwoch ab 11 Uhr.

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Im Harz, in der Dübener Heide, in Steinach im Thüringer Wald - es hat in diesem Jahr bereits an einigen Stellen gebrannt. Der Wald leidet. Die Bäume haben Trockenheitsstress. Regen lässt sich aber nicht herbeizaubern. Um den Wald zu schützen, müssen viele Akteure zusammenarbeiten.

Das können und müssen alle tun

Im trockenen Wald darf weder geraucht noch ein Feuerchen angezündet werden, noch dürfen brennende Zigaretten weggeworfen werden. Das sollte eigentlich allen klar sein. Trotzdem wird ein Großteil der Feuer von Menschen ausgelöst. Nur selten sind natürliche Ursachen wie Blitze Schuld, wenn es brennt. Deshalb noch einmal die Regeln:

  • Waldbrandstufen beachten! Ist es trocken, darf weder geraucht noch gegrillt oder ein Feuerchen entzündet werden.
  • Für Waldspaziergänge immer Wanderparkplätze oder andere sichere Parkplätze aufsuchen. Von den heißen Katalysatoren geht Brandgefahr aus. So könnte sich beispielsweise Gras entzünden.
  • Rettungswege für die Feuerwehr immer freihalten!
  • Brände über 112 melden!

Das tun Forstämter und Feuerwehren

In den meisten Bundesländern gibt es Waldbrandzentralen. Von dort aus wird der Wald überwacht. Verteilt in den Waldgebieten, beobachten hochsensible Kameras die Umgebung. Die modernsten können Rauchwolken bis in 60 Kilometer Entfernung erkennen. In der Waldbrandzentrale werden die Daten mit Hilfe von Bilderkennungssoftwäre verarbeitet. Auf diese Weise können große Waldgebiete überwacht werden.

Feuerwehren sind sensibilisiert für Waldbrände. Die Einsatzkräfte trainieren die Brandbekämpfung in unwegsamen Gelände. Bei Bedarf fliegen Löschhubschrauber heran. Ist die Brandgefahr sehr hoch, starten Hubschrauber auch zu regelmäßigen Kontrollflügen.

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Was hilft gegen Wassermangel?

Während manche Baumarten gut mit wenig Wasser auskommen, leiden andere Bäume sofort. Langfristig werden wohl andere Arten in unseren Wäldern wachsen. Grundsätzlich kommen Mischwälder besser mit Stress aller Art zurecht als Monokulturen. Förster bauen den Wald deshalb um.

Starkregen nutzen

Starkregen und Trockenheit sollen in Zukunft immer häufiger auftreten. Liegt es da nicht nahe, dass Wasser aufzufangen und im Wald zu halten? Kleine Rückhaltebecken werden im Moment meist als Hochwasserschutz gebaut. Aber vielleicht kommt ihnen in Zukunft auch die Funktion zu, dem Wald Wasser zu spenden, wenn es gebraucht wird.

Unser Experte Horst Sproßmann ist Sprecher von ThüringenForst.

Quelle: MDR THÜRINGEN (anz)

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