Paketdienste gewappnet für Ansturm Weihnachtsgeschenke kommen pünktlich

Wenn es nach den Paktzustellern geht, werden alle Geschenke zu Weihnachten pünktlich ankommen. Die Unternehmen haben Personal und Technik aufgestockt, um die überdurchschnittliche Paketmenge vor Weihnachten schnell abzuarbeiten. Jetzt müssen die Geschenke nur noch rechtzeitig aufgegeben werden. Das sollte je nach Unternehmen bis zum 20. bzw. 21. Dezember passiert sein.

Postmitarbeiter sortieren Pakete.
Vor Weihnachten herrscht auch in den Paketsortierzentren Hochzeit. Bildrechte: IMAGO / avanti

800.000 Pakete pro Tag zusätzlich

Für die Paketzusteller ist die aktuelle Vorweihnachtszeit wieder eine große Herausforderung. rund 790 Millionen Sendungen sollen im November und Dezember am Ende von den Paketdiensten befördert worden sein, so die Prognose des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik (BIEK).

Hermes-Zustellerin scannt Weihnachtspaket
Nicht jedes Weihnachtspaket ist so schön verpackt. Bildrechte: MDR/Hermes/Willing-Holtz

Auf den Werktag gerechnet sind das im Schnitt rund 15,8 Millionen Pakete – rund 800.000 bzw. rund fünf Prozent mehr als regulär. Mehr als die Hälfte der 15,8 Millionen Sendungen gehen von Versandhändlern an private Haushalte und sind Retouren. Die Weihnachtsprognose sei schwierig gewesen, sagte die Pressesprecherin des Bundesverbandes Elena Marcus-Engelhardt. Der Grund dafür seien eventuelle Lieferengpässe und nicht auszuschließende Coronaschutzmaßnahmen wie Geschäftsschließungen.

Unterschiedliche Erwartungen in der Branche

Nicht alle Unternehmen gehen von neuen Rekorden für das diesjährige Weihnachtgeschäft aus. Das ergab eine Umfrage der MDR-Wirtschaftsredaktion bei den nach Paketmengen fünf größten Paketdiensten in Deutschland.

Zustellfahrzeuge von DHL, GLS und Federal Express
Mehr Onlineshopping bringt mehr Zustellfahrzeuge auf die Straße. Bildrechte: IMAGO / Michael Gstettenbauer

DPD, die Nummer 4, erwartet nicht dasselbe Rekordaufkommen wie im Vorjahr. "Die COVID-19-Pandemie brachte 2020 kurz vor Weihnachten Lockdowns und zahlreiche Geschäftsschließungen mit sich. Dies sorgte für eine deutlich stärkere Nachfrage im E-Commerce und damit ein stark erhöhtes Paketaufkommen", so DPD-Sprecher Sebastian Zeh. GLS, DHL und Hermes rechnen hingegen mit mehr Arbeit als im Vorjahr. UPS gab keine Prognose ab.

Langfristige Vorbereitung auf Jahresendgeschäft

Die Paketdienste haben sich nach eigenen Angaben frühzeitig auf höhere Paketmengen am Jahresende eingestellt und Kapazitäten aufgestockt. Dem Branchenverband BIEK zufolge beschäftigen die Unternehmen für die aktuelle Weihnachtssaison bis zu 30.000 zusätzliche Arbeitskräfte. Das sind über zehn Prozent mehr als gewöhnlich. In der Regel sind 255.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Auch bei den Flotte wurde auch aufgestockt: Bis zu 25.000 zusätzliche Fahrzeuge sollen im Einsatz sein.

Marktführer erhöht Kapazitäten am stärksten

Allein Marktführer DHL, der bei Paketen einen Marktanteil von fast 50 Prozent hat, kündigt für die Hauptsaison zusätzlich rund 10.000 Aushilfen und rund 13.000 Fahrzeuge an.

Logos von UPS, Hermes, dpd und GLS an einem Paket-Shop
In Paketshops kann man Pakete aufgeben und abholen. Bildrechte: IMAGO / Arnulf Hettrich

Bei Hermes sind es 3.500 Beschäftigte, bei DPD 4.000 und bei GLS 3.500. Bei den Fahrzeugen hat Hermes um 3.900 aufgestockt, DPD um rund 2.000 und GLS um 1.000. UPS machte keine konkreten Angaben. Das Unternehmen teilte jedoch mit, nicht nur auf zusätzliche Arbeitskräfte zu setzen, sondern Teilzeit-Mitarbeitern im Weihnachtsgeschäft die Möglichkeit anzubieten, mehr Stunden zu arbeiten. Beispielsweise als helfender Beifahrer in einem Zustellfahrzeug.

Empfohlene Abgabetermine für pünktliche Zustellung zu Weihnachten Pakete von Privatkunden für den Standardversand innerhalb von Deutschland

DHL: 20. Dezember
Hermes: 20. Dezember
UPS: 21. Dezember bis 12 Uhr
DPD: 21. Dezember bis 12 Uhr
GLS: 21. Dezember bis 12 Uhr

Quelle: Unternehmensangaben

Direkte Saison-Zuschläge nur für Firmenkunden

Den zusätzlichen Aufwand lassen sich fast alle bezahlen. Hermes, UPS, DPD und GLS erheben Saisonzuschläge, aber nur für Firmenkunden. "Normale" Pakete von privaten Haushalten seien davon nicht direkt betroffen, heißt es. Ob und in welcher Höhe die Versandhändler die entstehenden Zusatzkosten jedoch an Endverbraucher weitergeben, liegt im Ermessen der Versender. "Unser erheblicher Mehraufwand in der Hochsaison macht es notwendig, in diesem Jahr einen Peak-Zuschlag für E-Commerce-Pakete zu erheben", erklärt DPD-Sprecher Sebastian Zeh. Ähnlich klingen die Erklärungen der anderen Unternehmen.

Ärger mit dem Paketdienstleister Bei jährlich über vier Milliarden Paketen bleibt nicht aus, dass mal was nicht klappt. Gibt es Ärger, sollten Betroffene zuerst immer mit dem Paketunternehmen nach einer Lösung suchen. Bleibt das ergebnislos, können sie sich an die Bundesnetzagentur wenden. Erst wenn der Paketbote wiederholt nicht klingelt, dann kann man sich sich die Beschwerdestelle wenden. Sie wird jedoch nicht klärend aktiv. Sie sammelt Beschwerden und veröffentlicht sie regelmäßig, um indirekt Druck auf die Anbieter auszuüben. Wer sich bislang ergebnislos mit einem Paketanbieter über die Regulierung eines konkreten Schadens wie Verlust oder Beschädigung eines Paketes gestritten hat, kann sich an die Schlichtungsstelle Post bei der Bundesnetzagentur wenden. Das kostenlose Schlichtungsverfahren hilft denen, für die sich wegen des geringen Streitwerts der Gang vor Gericht nicht lohnt. Der Schlichtungsantrag kann im Internetangebot der Bundesnetzagentur heruntergeladen werden.

Rückblick: Corona sorgte 2020 für Weihnachtsrekorde

Das Weihnachtsgeschäft 2020 war außergewöhnlich. Nachdem der stationäre Einzelhandel vor den Weihnachtsfeiertagen pandemiebedingt schließen musste, begann der Ansturm auf den Onlinehandel.

Geschlossenes Kaufhaus wegen Corona-Lockdown
Kaufhäuser mussten 2020 vor Weihnachten wegen Corona schließen. Bildrechte: imago images/Norbert Neetz

Die Zahl der versendeten Pakete nahm stark zu. Die durchschnittliche Tagesleistung habe im November und Dezember 2020 mit 15,5 Millionen Paketen 15 Prozent höher gelegen als im Rest des Jahres (13,5 Millionen), so die Bilanz des Branchenverbandes. Zum Vergleich: Vor Corona war der Mehraufwand in der Weihnachtszeit rund acht Prozent höher als an regulären Werktagen.

Quelle: MDR UMSCHAU

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | Brisant | 02. Dezember 2021 | 17:15 Uhr

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