Installation aus mehreren Uhren, die auf Metallsäulen stehen und alle die gleiche Zeit anzeigen
Bildrechte: IMAGO

Zeitumstellung Sommerzeit ade: Die Zeit wird wieder normal

Die Sommerzeit ist vorbei. Seit der Nacht zum 28. Oktober gilt in Deutschland wieder die Mitteleuropäische Zeit, auch "Winterzeit" genannt. Es war vorerst wohl das letzte Mal, dass die Uhren zurückgestellt wurden.

Installation aus mehreren Uhren, die auf Metallsäulen stehen und alle die gleiche Zeit anzeigen
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In Deutschland gilt wieder die Normalzeit, auch "Winterzeit" genannt. In der Nacht zum 28. Oktober wurden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt – wie immer von drei Uhr auf zwei Uhr.

Was kommt nach dem Ende der Zeitumstellung?

Wahrscheinlich war dies das vorerst letzte Mal, dass die Uhren zurückgestellt wurden. Bei einer EU-weiten Umfrage hat eine Mehrheit für die Abschaffung der Zeitumstellung gestimmt. Allerdings liegt es nun in den Händen der Mitgliedsstaaten zu entscheiden, ob sie zur Normalzeit zurückkehren wollen – in Deutschland also zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) – oder ob in Zukunft ganzjährig eine dauerhafte Sommerzeit gelten soll. Mit diesem Gedanken sympathisieren einige, weil es dann abends immer länger hell ist. Zumindest den kommenden Winter werden wir aber noch mit dem gewohnten frühen Dunkelwerden erleben. Der reguläre Termin für die nächste Zeitumstellung wäre übrigens der 31. März 2019. Möglicherweise ist bis dahin entschieden, ob die Uhr ein letztes Mal verstellt wird.

Funkuhr versus Turmuhr

Wer eine Funkuhr besitzt, hat es in Sachen Zeitumstellung immer besonders einfach, denn seine Uhr reguliert sich automatisch.

Die Zeitmessung erfolgt sekundengenau, denn Funkuhren nehmen in regelmäßigen Abständen Kontakt zur genauesten Uhr der Welt auf, dem sogenannten Zeitnormal der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig (PTB). Doch nicht überall klappt die Zeitumstellung so reibungslos wie bei Funkuhren. Verwirrung stiften nicht selten öffentliche Uhren, die meist erst nach der Zeitumstellung auf den richtigen Stand gebracht werden.

Eine Stunde länger arbeiten, mehr Geld?

Wer in der Nacht arbeiten muss, in der die Sommerzeit endet, kommt allerdings nicht in den Genuss einer zusätzlichen Stunde Schlaf. Stattdessen verlängert sich der Arbeitstag um eine Stunde. Für betroffene Arbeitnehmer stellt sich dabei die Frage, ob sie für diese zusätzliche Arbeitsstunde auch Anspruch auf zusätzliches Arbeitsentgelt haben.

Ausschnitt eines Ziffernblatts, bei dem die Ziffer 2 durch ein Eiskristall-Symbol und die Ziffer 3 durch das Symbol einer Sonne ausgetauscht wurde. Außerdem wurde die Bewegung des kleinen Zeigers von der Sonne in Richtung des Eiskristalls stilisiert.
Wird die zusätzliche Stunde auch extra vergütet? Bildrechte: IMAGO

Soweit diese Frage in einem Tarifvertrag nicht ausdrücklich geregelt ist, kommt eine gesonderte Vergütungspflicht nur dann in Betracht, wenn das Arbeitsentgelt nach Stunden abgerechnet wird. In diesem Fall muss die durch die Zeitumstellung verursachte zusätzliche Arbeitsstunde vom Arbeitgeber bezahlt werden. Arbeitnehmer, die ein festes monatliches oder wöchentliches Gehalt bekommen, haben dagegen generell keinen Anspruch auf Bezahlung dieser Extra-Stunde. Dies ist aber im Regelfall auch kein besonderer Nachteil, da sich die Nachtschicht bei der Umstellung von der Winterzeit zur Sommerzeit im März um eine Stunde verkürzt und daher rechnerisch ein entsprechender Ausgleich erfolgt.

Ob für die zusätzliche Arbeitsstunde gegebenenfalls Überstundenzuschläge gezahlt werden müssen, richtet sich nach dem Wortlaut des entsprechenden Tarifvertrags und ist von Branche zu Branche verschieden.

Wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät

Vor allem die Umstellung auf die Sommerzeit führt zu Phänomenen, die einem Jetlag ähneln. Der menschliche Körper muss sich an die Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus erst gewöhnen.

Schon die eine Stunde Zeitumstellung reicht aus, um die "innere Uhr" der meisten Menschen aus dem Takt zu bringen. Denn unser Zeitgefühl ist mehr als nur Einbildung: Es sitzt im Gehirn und besteht aus zwei stecknadelkopfgroßen Ansammlungen von Nervenzellen. Diese Zellen überwachen, wie viel Licht auf die Augen trifft und passen Körpertemperatur, Hormonausschüttung und Stoffwechselgeschwindigkeit daran an. Nach der Zeitumstellung benötigt die "innere Uhr", die vom Hormonhaushalt gesteuert wird, ein bis zwei Tage, um sich auf den neuen Rhythmus umzustellen.

Die Zeitumstellung Deutschland ist in Sachen Zeitumstellung ein "Spätzünder". Drehten Italien und Frankreich schon ab 1966 beziehungsweise 1967 fleißig an der Uhr, wird in Deutschland erst seit 1980 umgestellt.

Dass sich die Sommerzeit in Deutschland damals durchsetzte, ist auf die Ölkrise von 1973 zurückzuführen. Durch das Vorstellen der Uhr um eine Stunde sollte das Tageslicht eine Stunde länger genutzt und so Energie gespart werden.

Zweifel an der Zeitumstellung gibt es aber schon länger. So monieren Kritiker, der erhoffte Energiespareffekt sei kaum nachweisbar. Viele führen zudem die negativen Auswirkungen auf den menschlichen Biorhythmus als Punkt gegen die Zeitumstellung an.

Nicht alle Länder stellen um. Einige stellen sogar wieder zurück. Nachdem Russland 2011 die Uhren ganzjährig um eine Stunde vorgestellt hatte, wurde das Experiment nach drei Jahren beendet. Seither gilt wieder ganzjährig die sogenannte Normalzeit. Die EU wird nun nachziehen. Ob die Umstellung auf die Normalzeit erfolgt oder auf eine dauerhafte Sommerzeit, ist derzeit noch nciht entschieden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 25. Oktober 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2018, 04:00 Uhr

Uhren 2 min
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Die Uhren in Görlitz ticken mitunter anders. Manche schlagen zu früh, andere zu spät. Aber viele sind ein Augenschmaus, besonders die zwei Ziffernblätter der Rathausuhr.

01:38 min

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