Feste und Ausstellungen in Eisenach Vielfältiges Gedenken an Luther

von Franz Kadell

Nicht nur die Wartburg in Eisenach lohnt einen Besuch, um sich auf Luthers Spuren zu begeben. In der Stadt gibt es viele sehenswerte Orte, die an den Reformator erinnern. Und selbst der berühmte "Sommergewinn" kommt nicht ohne Luther aus.

Lutherstube und Lutherstuben

Dass die Wartburg nach dem Tod Luthers Pilgerstätte aller Anhänger und Bewunderer wurde, versteht sich. Natürlich darf die Lutherstube, das Arbeitszimmer des Reformators auf der Burg, nicht mit den "Lutherstuben" im Hotel "Eisenacher Hof" an der Katharinenstraße 11-13 verwechselt werden. Dort können bis zu 170 Gäste bei Musik und Gaukelei schmausen und die Zeit des späten Mittelalters nacherleben.

Lutherhaus

Im "Lutherhaus" am Lutherplatz 8 befand sich einst die Georgenschule. Das Gebäude wurde 2014/15 aufwendig saniert und erweitert und kann seitdem als Museum besucht werden. Im Zuge dieser Arbeiten stellte sich heraus, dass der größte Teil des Gebäudes aus dem Jahr 1356 stammt. Ein Balken, der von einem Vorgängerbau stammt, konnte sogar auf das Jahr 1269 datiert werden. In der Dauerausstellung "Luther und die Bibel" werden Luthers Aufenthalt und die Bibelübersetzung modern, interaktiv und multimedial erklärt.

Lutherdenkmal

Nur ein paar Schritte vom Nikolaitor und von der Nikolaikirche entfernt, steht auf einem Marmorsockel das von Adolf von Donndorf 1895 geschaffene und überlebensgroße Lutherdenkmal. Reliefs zeigen Szenen aus dem Leben des Reformators in Eisenach und auf der Wartburg.

Wartburgfest

Lutherdenkmal in Eisenach, Adolf von Donndorf, 1895
Lutherdenkmal in Eisenach Bildrechte: dpa

In den Hintergrund der Traditionspflege ist inzwischen das erste Wartburgfest vom 18. Oktober 1817 geraten. Anlässlich des 300. Jahrestages des Beginns der Reformation mit dem Thesenanschlag Luthers und des vierten Jahres nach der Völkerschlacht bei Leipzig versammelten sich Studenten fast aller deutschen protestantischen Universitäten auf der Wartburg. Sie lehnten die Restauration nach den Befreiungskriegen gegen die napoleonische Fremdherrschaft ab und forderten einen deutschen Nationalstaat mit einer Verfassung. Später fanden weitere studentische Versammlungen statt, under anderem 1848 und 1948.

Sommergewinn

Martin Luthers Weg auf die Wartburg ist auch Bestandteil des Programms beim alljährlichen "Sommergewinn" in Eisenach, drei Wochen vor Ostern. Hierbei handelt es sich um ein Frühlingsfest, das seit 1897 groß gefeiert wird und dessen Ursprünge auf heidnisches und germanisches Brauchtum zurückgehen. Nach dem großen Festumzug liefern sich "Frau Sunna" und "Herr Winter" ein Streitgespräch, das "Herr Winter" regelmäßig verliert und nach dem er als Strohpuppe verbrannt wird.

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