Persönlichkeiten der Reformation: Justus Jonas Mit Justus Jonas schwatzte und scherzte Luther besonders gern

Der Reformator Justus Jonas, Gemälde in der Marktkirche von Halle
Der Reformator Justus Jonas, Gemälde in der Marktkirche von Halle Bildrechte: IMAGO

Justus Jonas, 1493 in Nordhausen geboren, studierte zunächst ab 1506 in Erfurt, dann ab 1511 in Wittenberg. Hier wurde er nicht nur Propst und Professor der Theologie, sondern auch einer der wichtigsten Weggefährten und engsten Freunde Luthers. Er erlangte vor allem durch die Organisation des evangelischen Kirchenwesens bleibende Bedeutung.

Als Luther wegen der "Reichsacht" nicht selbst am Augsburger Reichstag teilnehmen konnte, sondern das Geschehen von der zum Kurfürstentum Sachsen gehörenden Veste Coburg aus verfolgen musste, fungierte Jonas als Verbindungsmann. Dass Luther ihn immer wieder in seinen Tischreden erwähnt hat, zeugt von der persönlichen Verbundenheit; er sagte einmal: "er scherze und schwatze allzu gerne mit ihm". Als der zehn Jahre ältere Luther Anfang 1546 in Eisleben starb, saß Justus Jonas mit anderen Freunden an dessen Sterbebett.

In der Nordhäuser Kirche St. Blasii findet sich das schöne Meyenburg-Epithaph, das Cranach der Jüngere 1558 geschaffen hat. Dort finden sich in einem Ausschnitt in vertrauter Runde versammelt und dargestellt: Michael Meyenburg, Justus Jonas, Philipp Melanchthon, Caspar Cruziger, Erasmus von Rotterdam, Johannes Bugenhagen, Georg Spalatin, Johannes Forster und natürlich Martin Luther.

Über dieses Thema berichtete: MDR Thüringen Journal | Fernsehen | 12.07.2016 | 19:50 Uhr