Reformationsorte in Mitteldeutschland: Nimbschen Marienthron – Heim der Katharina von Bora

Inmitten von herrlich alten Buchen- und Eichenbeständen sind heute noch die Überreste des einst imposanten Zisterzienserinnenklosters Marienthron zu besichtigen. Sie geben einen guten Einblick in die damalige Größe des Gebäudes. Drei Seiten sind noch vorhanden. Teils zusammenhängend, teils alleinstehend künden die Gemäuer von lange vergangenen, aber nicht vergessenen Zeiten. Nach der Gründung 1243 bei Torgau wurde das Nonnenkloster um 1250 nach Grimma verlegt, von wo aus es wiederum bis 1291 nach Nimbschen, südlich der Stadt Grimma, versetzt wurde.

Kloster Nimbschens Geschichte zur Zeit der Reformation ist eng mit der Person Martin Luther verbunden. Der Reformator aus Wittenberg machte häufig in Grimma Station und wetterte dort gegen den Ablasshandel. Sein Gedankengut drang auch in das nahe gelegene Kloster Marienthron in Nimbschen, wo seit Ende des 13. Jahrhunderts rund 40 Nonnen untergebracht waren. 1509 lebten in dem Kloster 44 Frauen, vorwiegend aus dem niederen Adel. Neun Nonnen, darunter Katharina von Bora, die spätere Ehefrau Luthers, gelang 1523 die Flucht aus dem Kloster.

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Klosterruine Nimbschen

Nimbschen Süd
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Geblieben sind ein Fundament und eine Ruine

1536 wurde das Kloster endgültig aufgelöst, der Wirtschaftsbetrieb aber fortgeführt. In den folgenden Jahrhunderten wurden die Wirtschafts- und Klausurgebäude abgetragen. Was heute noch als Ruine zu sehen ist, war einst das östliche Konventsgebäude. Archäologen haben an der Klosterruine das Fundament der Klosterkirche entdeckt und legen es frei. Im Reformationsjubiläum 2017 soll es wieder zugänglich sein.

Am Eingang des Klosters befindet sich heute die Klosterschänke. In der ehemaligen Klosterschmiede entstand ein Gasthaus mit gutbürgerlicher Küche. Zu den Spezialitäten gehören nach sächsischer Tradition zubereitete Wildgerichte. Für Feiern jeder Art steht der "Historische Luthersaal" für bis zu 50 Personen zur Verfügung. Dass Luther nie in Nimbschen war, soll nicht stören.

Über dieses Thema berichteten: MDR 1 Radio Sachsen | 15.09.2016 | 12:01 Uhr
MDR Sachsenspiegel | Fernsehen | 23.09.2016 | 11:33 Uhr

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