Mehr als ein guter Gastgeber Was Luther mit Auerbachs Keller zu tun hatte

Luther fand in Leipzig eine ungewöhnliche und bemerkenswerte Freundschaft. Es handelte sich um den Arzt und Universitätsprofessor Heinrich Stromer von Auerbach (1482-1542). Viel bekannter ist er jedoch als Begründer von "Auerbachs Keller".

Die Freundschaft begann 1519, als Luther zu seinem ersten Besuch nach Leipzig reiste, um das Streitgespräch mit Johannes Eck zu führen. Stromer war bereit, den umstrittenen Luther bei sich aufzunehmen und zu bewirten. Ein mutiger Schritt im Lande von Herzog Georg des Bärtigen, der reformatorische Schriften in seinem Sachsen verbieten ließ.

Zwei Jahre später, im Winter 1521, besuchte Luther Stromer heimlich auf der Durchreise von der Wartburg nach Wittenberg. Das war für beide nicht ungefährlich, denn hier, im Herzogtum Sachsen, stand Luther nicht unter dem Schutz von Friedrich dem Weisen, Herrscher des Kurfürstentums Sachsen.

In der Grundstruktur erhalten

1525 richtete Stromer im Weinkeller seines Hauses einen Ausschank für Studenten ein, weil "Wein ein vorzügliches Prophylaktikum gegen vielerlei Gebrechen ist, wenn man ihn denn richtig anwendet". Damit war die Gründung von "Auerbachs Keller" vorgezeichnet.

Drei Jahre später, 1528, ließ Stromer das etwa 200 Jahre alte Haus abreißen. Er hatte es ursprünglich durch Heirat mit seiner Leipziger Frau erworben. An der Stelle errichtete er ein modernes Wohn- und Messehaus. 1531 stand das neue Gebäude. Bis heute ist diese Grundstruktur über drei Kellerebenen in der "Mädler-Passage" erhalten. Die späteren Namen waren "Hexenküche", "Fasskeller", "Goethe-Keller" und das 2011 eröffnete "Lutherstübchen".

Über dieses Thema berichtete auch: Unterwegs in Sachsen | Fernsehen | 05.09.2015 | 18:15 Uhr