Besucher des Deutschen Evangelischen Kirchentags fotografieren sich am 27.05.2017 auf dem Markt in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) in einer Weltkugel, die den Countdown zum Reformationsjubiläum zählt
Wittenberg freut sich über viele neue Besucher Bildrechte: dpa

500 Jahre Reformation Wittenberg freut sich über Gästeansturm

Wittenberg feiert in diesem Jahr den Beginn der Reformation vor 500 Jahren. Viele Millionen Euro sind deswegen in die Stadt geflossen. Eine erste Bilanz zeigt, dass sich die Investitionen gelohnt haben. Wittenberg entwickelt sich zu einem touristischen Schwergewicht.

von André Damm, MDR SACHSEN-ANHALT

Besucher des Deutschen Evangelischen Kirchentags fotografieren sich am 27.05.2017 auf dem Markt in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) in einer Weltkugel, die den Countdown zum Reformationsjubiläum zählt
Wittenberg freut sich über viele neue Besucher Bildrechte: dpa

Im Wittenberger Stadtzentrum herrscht jetzt bei jedem Wetter einiges Gedränge.  Rings um den Wittenberger Marktplatz haben die Gastwirte Tische und Stühle rausgestellt. Überall ist es voll. Der Wittenberger Türmer erzählt, dass er bei seinem Lieblingsbäcker keinen Sitzplatz mehr findet.

Peter Fasbender vom Wittenberger Brauhaus sagt, dass die Gastronomen mehr zu tun haben, als es die Personaldecke verkrafte. "Das Reformationsjubiläum hat unsere Umsätze nach oben schießen lassen. Wir verzeichnen Zuwächse von 30 bis 40 Prozent." Machten früher ein bis zwei Reisebusse am Brauhaus Station, so Fasbender, sind es jetzt fünf oder sechs - pro Tag.

Jeden Tag 5.000 Besucher

Laut Prognosen des Vereins Reformationsjubiläum 2017 halten sich täglich etwa 5.000 Touristen in der Lutherstadt auf. Und das ist im Stadtbild auch zu spüren: Die Altstadtbahn tuckert gut besetzt durch das historische Stadtzentrum, viele Gäste kommen augenscheinlich aus Asien, etliche sprechen englisch. Die Stadt scheint zu pulsieren, im  Kirchentags-Pavillion am Markt, wo es Reformationskerzen, Buntstifte und Schneidebretter zu kaufen gibt, muss man warten.

Die Hotels und Pensionen sind auf den Ansturm vorbereitet und fast durchweg gut ausgelastet. Michael Pirl, der das Traditionshotel "Schwarzer Bär" in der Altstadt leitet, sagt, die Gästeankünfte seien gestiegen, der Anteil internationaler Gäste sei höher geworden und die Preise hätten angezogen. Er könne ausgesprochen zufrieden sein.

Wittenberg immer bekannter

Zumal Pirl damit rechnet, dass der Luthertourismus auch in den kommenden Jahren nicht abflachen wird. "Wittenbergs Bekanntsgrad ist international erheblich gestiegen. Dieses Marketing-Plus hätten wir nie bezahlen können."

Tatsächlich ist Wittenberg dabei, sich zu einem touristischen Schwergewicht zu entwickeln. Bestes Beispiel: das Mittelalter-Panorama von Yadegar Asisi. In nur acht Monaten wollten mehr als 200.000 Menschen wissen, wie Wittenberg vor 500 Jahren aussah. Panorama-Betreiber Camillo Seifert: "Der Ansturm übertrifft unsere Erwartungen. Jeden Tag werden mehr als 1000 Tickets verkauft".

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20.06.2017 | 15:40 Uhr

Quelle: MDR/ms,ru

Zuletzt aktualisiert: 22. Juni 2017, 09:08 Uhr

500 Jahre Reformation